Mittwoch 19. Juni 2013, 10:24

Energie & Ressourcen

Schiefergasboom in den USA - Wird die EU folgen?

Im Jahre 2025 könnten rund 30 % des weltweiten Energiebedarfs mit Erdgas gedeckt werden. In den USA hat sich der Anteil von sogenanntem Schiefergas am gesamten Gasverbrauch innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt (2011: 17 %) Wird die EU diesem Beispiel folgen?

Schiefergasboom in den USA - Wird die EU folgen?
Schiefergasboom in den USA - Wird die EU folgen?
Bild: khv24/pixelio.de
Der Schiefergasboom in den USA hat zu rapide sinkenden Erdgaspreisen geführt. Zwar ist auch Erdgas ein fossiler Brennstoff, verbrennt aber wesentlich sauberer als Kohle oder Öl. Berichtend er Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge, sanken die CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung in den vergangenen fünf Jahren nirgendwo weltweit so schnell wie in den USA. Hauptgrund für den Rückgang sei der vermehrte Einsatz von Schiefergas.

Ließe sich diese Entwicklung in Europa wiederholen, sänke auch die Abhängigkeit vieler EU-Staaten von Gasimporten. Energiepreise würden weltweit weiter fallen, was sich positiv auf die wirtschaftliche Erholung auswirken dürfte. Auch schafft die Gasförderung neue Arbeitsplätze in Europa und hilft, die Energieversorgung auf Jahrzehnte zu sichern.

Was spricht dagegen?

Um Schiefergas zu fördern, muss Wasser unter sehr hohem Druck in mehrere hundert Meter tiefe Bohrlöcher gepresst werden. Allein für die Bohrung werden rund 2,3 bis 4 Millionen Liter Wasser benötigt. Die anschließende Gasförderung schlägt mit weiteren 8 bis 14 Millionen Litern Wasser zu Buche.

Da dem Bohrwasser Chemikalien zugesetzt werden, kann dabei auch Grundwasser verschmutzt werden. Misslingt das Abpumpen des Bohrwasser könnten auch anliegenden Seen und Flüsse verschmutzt werden. Wie bei Erdwärmebohrungen kann es auch zu lokalen Erdbeben kommen.

Wirtschaftliche Aspekte als auch Fragen des Umweltschutzes

Um sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch Fragen des Umweltschutzes einzubeziehen, arbeiten Abgeordnete des Wirtschafts- und des Umweltausschusses am Standpunkt des Parlaments zur Schiefergasförderung.

Der Industrieausschuss verabschiedete einen ersten Bericht zum Thema, der auf die Vorteile der Schiefergasförderung und ihre Bedeutung für Energiesicherheit in Europa hinweist. 

Der Bericht des Umweltausschusses verweist auf die positive Klimabilanz von Erdgas und fordert Kommission und staatliche Behörden auf, mögliche Gefahren der Schiefergasförderung genau zu prüfen. Es lägen bisher aber keine offiziellen Quellen vor, die einen "systematischen Zusammenhang zwischen der Förderung von Schiefergas und Schieferöl und gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Mensch oder Tier" nachweisen würden.

Ob sich Schiefergas in der EU tatsächlich zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen fördern lässt, ist noch unklar. Einige EU-Staaten - Polen, Österreich, Deutschland, die Niederland, Schweden, Großbritannien -  haben aber bereits Probebohrungen bewilligt. Andere Staaten wie Frankreich und Bulgarien haben sich jedoch gegen den Abbau von Schiefergas ausgesprochen.
 


 




Kommentar hinzufügen