Mittwoch 22. Feber 2017, 01:03

Interviews


Richard Seeber: „Wasser dort sparen, wo es sinnvoll ist“

Das EU-Parlament fordert neue Maßnahmen zu Reduzierung des Wasserverbrauchs in der EU. Diese Maßnahmen müssen aber länder- und sektorenspezifisch sein, sagt der österreichische Europaabgeordnete Richard Seeber, umweltpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, im Interview mit EU-Infothek.

EU-Abg. Seeber: „Wasser dort sparen, wo es sinnvoll ist“
EU-Abg. Seeber: „Wasser dort sparen, wo es sinnvoll ist“
Bild: EPP Group
Der Tiroler ist Vorsitzender der „Intergruppe Wasser“, die 2009 auf seine Initiative hin gegründet wurde, und der Chefverhandler und Berichterstatter des EU-Parlaments für die neue europäische Wassergesetzgebung. Der Europaabgeordnete spricht im Interview eingangs darüber, warum es überhaupt eine europäische Wasserpolitik braucht und warum diese derzeit überarbeitet wird.

Er erklärt sein Motto „Wassersparen ist Sache der Mitgliedsstaaten“ und berichtet über den aktuellen Stand der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in den Mitgliedsstaaten. Derzeit gehen bis zu 70 Prozent des Wassers in europäischen Städten durch undichte Stellen im Netz verloren. Der studierte Jurist erläutert, was das genau bedeutet und welche Art von Infrastrukturmaßnahmen dem Abhilfe schaffen kann.

Während Privathaushalte nur für 10 Prozent des Verbrauchs verantwortlich sind, gelten Energieproduktion (45%) und Landwirtschaft (33%) als die größten Wasserverbraucher. Richard Seeber erklärt, welchen Stellenwert das Thema Wasserverbrauch in den laufenden Verhandlungen um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik einnimmt.

Das Europäische Parlament will den Zugang zu Wasser als universelles Grundrecht festlegen. Der EVP-Umweltsprecher erklärt, was das konkret bedeutet und ob die Tatsache, dass die Vereinten Nationen Wasser zum Menschenrecht erklärt haben, tatsächlich etwas bewirken kann. Schließlich geht Seeber auch auf die Frage ein, ob Wasser auch in Europa eines Tages privatisiert und zu einer beliebigen Handelsware werden könnte, wie dies in nicht wenigen Ländern der Fall ist.




Kommentar hinzufügen

Kommentar hinzufügen




Das könnte Sie auch interessieren