Rettungsschirm ESM sammelt 1,9 Mrd. Euro ein
Der ständige Euro-Rettungsfonds ESM hat sich am Dienstag erstmals frische Mittel am Finanzmarkt besorgt. Mit einer Auktion dreimonatiger Geldmarktpapiere (Bills) nahm der ESM 1,93 Mrd. Euro auf, wie die Deutsche Bundesbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte.
Das war etwas weniger als maximal geplant. Die durchschnittliche Rendite lag mit minus 0,0324 Prozent im negativen Bereich. Das bedeutet, dass Käufer der Papiere unter dem Strich drauflegen - ein Resultat der Schuldenkrise, die viele Investoren in sichere Anlagen treibt. Die Bonität des ESM ergibt sich zu einem Großteil durch Garantien sowie Bareinlagen Deutschlands und Frankreichs.
Besondere Aufmerksamkeit wurde der ESM-Auktion durch Aussagen des japanischen Finanzministers Taro Aso zuteil. Er hatte angekündigt, dass Japan künftig ESM-Anleihen kaufen wolle. Damit löst die neue Regierung ihr Wahlversprechen ein, über eine schwächere heimische Währung die Exportwirtschaft stützen zu wollen. Der starke Yen stellt eine große Belastung für die japanische Wirtschaft dar, da er heimische Waren auf dem Weltmarkt verteuert.
Zur Finanzierung der ESM-Anleihen will die japanische Regierung nicht auf japanische Yen zurückgreifen, sondern die Fremdwährungsbestände des Landes nutzen. Beobachter werteten dies als Schritt, internationaler Kritik vorzubeugen. Japans Finanzminister Aso begründete die geplanten ESM-Anleihekäufe damit, dass sie der Finanzstabilität Europas dienten. Die Käufe würden helfen, viele Währungen - so auch den japanischen Yen - zu "stabilisieren". Unter Experten gilt es als unstrittig, dass das Ziel letztlich in einer Schwächung des Yen besteht.
Insbesondere die USA hatten Japan im Jahr 2011 wegen direkter Interventionen am Devisenmarkt stark kritisiert. Seinerzeit hatte der Yen ein Rekordhoch zum US-Dollar erreicht. Seither hat sich der Yen zu vielen wichtigen Währungen zwar spürbar abgeschwächt. Im längeren Vergleich ist er aber immer noch teuer. An den Devisenmärkten brachte die Ankündigung Asos zunächst die gewünschte Wirkung. Der Yen gab zu Dollar und Euro nach. Der Effekt hielt allerdings nicht lange vor.


















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