Ressourceneffizienz bringt Lob aus Brüssel
Deutscher Müll ist der Kommission eine Belobigung wert: Sechs EU-Staaten zeigen den Weg, wie aus Abfall Gold werden kann, zumindest im übertragenen Sinn. Damit haben die Germanen eine Vorreiterrolle in Sachen Ressourceneffizienz eingeheimst. Die Kommission gibt sich zufrieden, Nachhaltigkeit zahlt sich eben aus.

Bild: BMLFUW/UBA/Gröger
Hohe Recyclingraten und Null-Deponierung
„Sechs Mitgliedstaaten kombinieren heute Null-Deponierung mit hohen Recyclingraten. Sie nutzen auf diese Weise nicht nur den Wert des Abfalls, sondern haben dadurch auch dynamische Industrien und zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen", so die lobenden Worte von EU-Umweltkommissar Janez Potočnik zum Thema Ressourceneffizienz. Der Mix aus unterschiedlichen Instrumenten ist bestens geeignet, die Abfallverwertung nachhaltig zu optimieren und Ressourcen zu schonen. Deutschland und fünf weitere Mitgliedstaaten beweisen es eindrucksvoll.
Recyclingraten bis zu 70%
Während mancherorts bis zu drei Viertel des Abfallaufkommens auf Deponien lagern, liegen die Recyclingraten für Abfall bei den Vorzeigestaaten bei stolzen 70%. Dieses beachtliche Ergebnis ist einem ausgeklügelten Massnahmenmix zu verdanken. Laut Kommission handelt es sich dabei um die Kombination von Instrumenten wie eben den besagten Deponie- und Verbrennungsgebühren, Haftungsregelungen und verursacherbezogener Abfallgebührenerhebung. Damit werden die Abfallströme in kontrollierte Bahnen gelenkt und leisten einen wertvollen Beitrag zur Wertschöpfungskette. Um die Ziele zu Ressourceneffizienz zu erreichen, müssen die Massnahmenpakete in allen Mitgliedstaaten implementiert und konsequent umgesetzt und nicht zuletzt auch überwacht werden.
Die Abfallbewirtschaftung im Vergleich
Um es vorweg zu nehmen: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten sind signifikant. Das liegt an den unterschiedlichen Systemen der Abfallwirtschaft. Die Spitzenreiter sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweden und die Niederlande. Hier landen wendiger als 3 % der Siedlungsabfälle auf Deponien, so das Ergebnis des aktuellen Eurostat-Berichts. In einigen neuen Mitgliedsstatten sind mittlerweile enorme Verbesserungen zu erkennen, vereinzelt ist dies jedoch auf die wirtschaftliche Krise zurückzuführen.
Ressourceneffizienz in Zahlen
Um die ambitionierten Ziele punkto Ressourceneffizienz zu erreichen, muss der Massnahmenmix in allen Mitgliedstaaten etabliert werden. Zudem wir 2014 geprüft, ob diese Instrumente vereinzelt nicht sogar gesetzlich verankerte werden können. Außerdem macht die Kommission die sichere Abfallentsorgung zu einer der Voraussetzungen für die Gewährung bestimmter europäischer Fördermittel. Vorerst bleibt es jedoch bei Empfehlungen, doch angesichts der finanziell durchaus erfreulichen Perspektiven macht eine optimierte Abfallbewirtschaftung durchaus Sinn. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2008 verzeichnete die Abfallverwertungsindustrie bei 2 Millionen Arbeitsplätze EU-weit rund 145 Milliarden Euro Umsatz. Bei einer kompletten Umsetzung der Vorgaben aus Brüssel würden weitere 400 000 Arbeitsplätze geschaffen werden, das entspräche einem zusätzlichen Jahresumsatz von 42 Milliarden Euro. Und das wiederum wäre unterm Strich gesehen ein ordentlicher Beitrag zur Strategie Europa 2020.
Mit Abfall lassen sich gute Geschäfte machen!


















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