Regionalkommissar Hahn schlägt Aktionsplan für Griechenland vor
Wie EU-Kommissar Johannes Hahn bei einer Pressekonferenz in Athen am Mittwoch ausführte, will die Kommission den Griechen jetzt helfen, ihr Geld „unter die Leute“ zu bringen. Genau gesagt geht es um die Pläne, die Gelder des EU-Strukturfonds effizienter einzusetzen. Schlüsselfaktoren wären die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums und die Wettbewerbsfähigkeit, die Grundlage ein 2-Säulenmodell, in das Hahn sich persönlich einbringen wolle, wie er betonte.
Das Vorhaben
J. Hahn, Pressekonferenz in Athen
Bild: Europ. Union
Hochqualitative Projekte sollen in einen Katalog einfließen, die Investitionen wiederum allen 13 Landesteilen Nutzen bringen. Bis 2013 stehen Griechenland noch EUR 15 Mrd. aus dem Regionalförderungsfond, dem Sozialfond und dem Kohäsionsfond zu. Der endgültige Katalog soll in spätestens 10 Tagen, je fünf Projekte in jedem Landesteil bis Jahresende abgeschlossen sein. Dieser endgültige Katalog mit den wichtigsten Projekten, muss bis zum Ende dieser Finanzierungsperiode verwirklicht werden. Klare Zeitrahmen und persönliche Zuständigkeiten müssen, so die Vorgabe, in der Liste enthalten sein. Zugelassene Projekte können in den folgenden Infrastrukturbereichen liegen: Transportwesen, Energie und Umwelt, Innovation, digitale Infrastruktur, Tourismus und Kultur sowie die Förderung von KMUs als schnelle „Jobmotoren“. Bezüglich der KMUs prüft die Kommission den Spielraum bei bestehenden Geldmitteln, um damit den KMUs zeitlich beschränkte Garantien zu geben.
Das zweite Standbein dieses Planes ist, die Verwaltungsabläufe zu vereinfachen. Zu den Enteignungsverfahren werden die griechischen Behörden bis Ende des Jahres einen Gesetzesvorschlag auf den Tisch legen. Die Austellungsfrist für Genehmigungen im Umweltbereich, die derzeit bei mindestens einem Jahr liegt, wird drastisch auf maximal sechs Monate verkürzt. Pro Fall wird nur eine Behörde zuständig sein.
Die Task Force der EU-Kommission ist in dieses Programm eng eingebunden. Sie ist über ihre Kernkompetenz hinaus auch für die schnelleren Geldvergabeverfahren aus der Regionalförderung zuständig. Weiters wird sie weite Teile der Verwaltung prüfen, so Hahn.
Hier lässt der Hahn die Federn
Johannes Hahn ist als gelernter Wiener mit der trägen, aber zuverlässigen Art der Wiener Verwaltung vertraut: Der klassische Beamte verrichtet seine Arbeit meist wirklich nach bestem Wissen und Gewissen.
Nicht so in Griechenland. Beamte sind hier oft Günstlinge, denen die Position „verschafft“ wurde. Bei einer solchen Beamtenschaft braucht man da erst gar nicht nach der richtigen Qualifikation fragen.
Wenn heute zu hören war, dass die Gewerkschaften schon wieder zu Streiks aufgerufen haben, dann ist die Frage zulässig, was die Griechen bis jetzt aus der Krise gelernt hat. Eines sicher nicht – hart zu arbeiten und die Staatengemeinschaft von ihrer Leistungsfähigkeit zu überzeugen.
So wird möglicherweise auch Hahn einer jener Glücklosen werden, die an der mediterranen Mentalität des EU-Staates, gleich einem Helden aus einem griechischen Drama, zum Scheitern verurteilt sind.
Seit kurzem werden sie in den heimischen Medien über den grünen Klee gepriesen: Ziemlich genau drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung haben Österreichs Grüne nach einer wechselvollen Geschichte so etwas wie den Zenith erreicht. 1983 waren sie am Einzug ins Parlament noch gescheitert, vier Jahre später gelang der legendären Freda Meissner-Blau dieses Kunststück, und 2006 wurden sie bei den Nationalratswahlen sogar - wenn auch ex aequo mit der FPÖ - auf Bundesebene drittstärkste Partei. Seit fünf Jahren wieder nur auf Platz vier, stellen sie derzeit 20 Abgeordnete im Hohen Haus. Parteichefin Eva Glawischnig-Piesczek und ihr Team dürfen nach den Wahlsiegen bei vier Landtagswahlen allerdings hoffen, endlich den großen Durchbruch zu schaffen - und in der Bundesregierung zu landen. »
Wenn wirtschaftsferne Politiker in Staatsbetrieben Manager spielen, ist der Schaden programmiert. Nicht weiter schlimm, nach einer kurzen Nachdenkpause findet man sie meist in noch höher dotierten Positionen. Private, die mit dem eigenen Betrieb Schiffbruch erleiden, verlieren durch persönliche Haftungen meist alles und rutschen in die Sozialhilfe. »
Die vierte Novellierung der ungarischen Verfassung innerhalb von 15 Monaten scheint das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Die Reaktionen der EU und des Europarates auf diese neuerliche Provokation der Regierung Orbán sind aber alles andere als gleichförmig. Während der bloß intergouvernementale Europarat über eines seiner Organe ein Monitoringverfahren gegen Ungarn wegen dessen vermeintlicher Verletzung der Grundwerte seiner Satzung einleitet, kann sich die supranationale EU noch immer nicht dazu entschließen, gegen Ungarn das sogenannte „Artikel 7-Verfahren“ wegen Verletzung tragender Grundwerte der EU einzuleiten sondern stellt lediglich Vertragsverletzungsverfahren in Aussicht. Ist das politisches Kalkül oder lediglich die Konsequenz eines Sanktionsverfahrens, das deswegen nicht angewendet wird, da es den Einsatz einer politischen „Atombombe“ darstellen würde? »
Die Europäische Union steckt in Erklärungsnöten. Sie muss angesichts des Desasters eines Offshore-Zentrums namens Zypern, den Kontoinhabern - ob Inländern oder Ausländern – erklären, warum mehr als 50% ihrer Einlagen verloren sind. Sie muss den Bürgern der Europäischen Währungsunion zu vermitteln versuchen, warum Zypern für die Stabilität des Eurowährungsgebiets im Ganzen unerlässlich ist und sie muss den unterschiedlichen deutschen Banken erklären, warum eine zentralisierte Bankenunion mit der Bankenaufsicht innerhalb der EZB das kollusive Zusammenwirken von Staaten und Banken bei der Staatsfinanzierung beenden würde. »
Hiobsbotschaften ohne Ende: Die Arbeitslosigkeit in den Euro-Krisenstaaten erreicht ein Rekordniveau. Und Besserung ist frühestens im nächsten Jahr in Sicht. Bis dahin glimmt die Lunte an vielen sozialen Pulverfässern. Nicht allein die Höhe der zu zahlenden Zinsen für neue Staatsanleihen entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg der Euro-Rettung, sondern die Frage, wie lange die Bevölkerung einen Zustand erträgt, den EU-Arbeitskommissar László Andor mit Blick auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit als „Tragödie für Europa“ bezeichnet. »
Kontrovers - die Audiodiskussionsserie auf EU-Infothek. Auch diesmal diskutieren Andreas Unterberger und Georg Hoffmann-Ostenhof wieder über ein aktuelles Thema. Kontrovers ist Programm auch dieser Diskussion. Die beiden Journalisten widmen sich mit ihren unterschiedlichen Weltanschauungen dem Thema: Integration - Zusammenleben in Österreich.
Staatssekretär Sebastian Kurz hat den Integrationsbericht 2012 vorgelegt - es gebe kleine Fortschritte in der Bildung und beim Spracherwerb. Hat sich im Bereich der Intergation etwas bewegt?
„Das weiß ich, und deswegen will ich Sie; ich will keinen Bequemen“, soll die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wolfgang Schäuble gesagt haben, als dieser im November 2005 auf ihr Angebot, Innenminister zu werden, geantwortet habe, er werde loyal sein, aber sich keine Zügel anlegen lassen. »
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