REAP: Aktionsplan Ressourceneffizienz – Teil 1
Wien: Als Antwort auf den letzten Herbst in Brüssel präsentierten Fahrplan für ein ressourcen- schonendes Europa hat Österreich als erstes Land der EU einen eigenen nationalen Ressourceneffizienz Aktionsplan (REAP) vorgestellt. Wirtschaftsentwicklung und Ressourcenverbrauch sollen entkoppelt werden.

Bild: ÖVP Bgl.
Ressourceneffizienz soll bis 2020 um 50% gesteigert werden
Umweltminister Nikolaus Berlakovich präsentiert mit dem REAP Instrumente und Maßnahmen, die nationale Ressourceneffizienz um zumindest 50 Prozent anzuheben. Dabei ist es das erklärte Ziel des Umweltministers, die österreichische Wirtschaftsentwicklung vom Ressourcenverbrauch und den damit einhergehenden Umweltauswirkungen absolut zu entkoppeln. Den Resourcenverbrauch zu reduzieren bedeutet enorme Chancen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei geht es um mehr als nur eine nachhaltige Ressourcenversorgung. Ressourceneffiziente Technologien, Produkte und Dienstleistungen eröffnen neue Märkte und damit gute Exportchancen. Die neu geschaffenen Green Jobs sind bestens geeignet, die Lage am angespannten Arbeitsmarkt zu entschärfen, Qualität schafft Vorsprung.
Ressourceneffizienz spart bis 20 Prozent Materialkosten
Im Bereich der gewerblichen Produktion lassen sich nach Aussage des Lebensministeriums im Schnitt bis 20 Prozent der Materialkosten einsparen. Neben positiven Effekten für die Umwelt spart ein nachhaltiger Umgang mit kostbaren Ressourcen auch bares Geld. Der Bereich Produktion ist wie prädestiniert, geeignete Optimierungen auszuarbeiten und diese in Folge zu implementieren, zumal Nachhaltigkeit im Bereich der Produktion sowohl betriebesintern als auch betriebsextern erreichbar ist. Serviceoptimierte Konzepte und auf längere Lebensdauer ausgelegte Produkte können eine spürbare Entlastung der Umwelt mit sich bringen. Dazu muss jedoch sowohl der gesamte Produktlebenszyklus als auch die meist sehr komplexe Wertschöpfungskette mit allen Nebenaspekten berücksichtigt werden.
Intelligentes Produktdesign gefragt
Ganzheitliche Konzepte sind des Rätsels Lösung, um das Prinzip Ressourceneffizienz zu realisieren. Das reicht von Leichtbau über recyclingtaugliche Konstruktionen bis hin zur Verwendung geeigneter Recycling – und Sekundärmaterialien, um nur einige Strategien zu nennen. Dabei fallen immer öfter Begriffe wie „Zero Emission, Zero Waste oder Cradle to Cradle“ um die viel zitierte Nachhaltigkeit publikumswirksam zu dokumentieren. Immerhin, Konzepte wie der Ökologische Rucksack bzw. Fußabdruck sind bestens geeignet, innovative Produktgestaltung erfolgreich und zugleich praxistauglich zu realisieren, zumal es bereits ein praxiserprobtes Konzept zu diesem Thema gibt, welches sogar auf internationaler Eben Anerkennung findet.
ÖKOPROFIT als Vorbild
Das vom Grazer Umweltamt gemeinsam mit der TU Graz entwickelte Umweltprogramm (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelt-Technik) gilt mittlerweile als Vorzeigemodell und kommt in Vorarlberg, Wien, Kärnten und der Steiermark zum Einsatz. In modifizierter Form findet es auch in Deutschland, China, Kolumbien und Uganda Anwendung – bislang sind es bereits über 110 nationale und internationale Folgeprojekte mit weltweit rund 4000 Unternehmen. Das bestätigt einmal mehr die Vorreiterrolle Österreichs in umweltspezifischen Belangen.
Geförderte Beratungen für Unternehmer
Regionale Programme der Bundesländer, Beratungsangebote der Wirtschaftskammern sowie zahlreiche weitere geförderte Programme machen die angepeilte Ressourceneffizienz für Unternehmen leistbar. Die flächendeckende Nutzung der Beratungsprogramme soll mittels gezielter Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden, es sollen Impulse gesetzt werden, um die Akzeptanz der Beratungsprogramme zu erhöhen. Das erfordert bedingt durch die unterschiedlichen lokalen Begebenheiten die Entwicklung regional spezifischer Programme. Die gewünschte Marktakzeptanz ist an die Sensibilisierung durch Bewusstseinsbildung gebunden, leider fehlt es gegenwärtig an der weit reichenden Marktdurchdringung der an sich vorhandenen Softgrids.
Aller guten Dinge sind drei
Drei grundlegende Maßnahmen sollen helfen, die ambitionierten Ziele im REAP zu realisieren. Der Schwerpunkt Ressourceneffizienz in der Umweltförderung im Inland setzt beim Rohstoffverbrauch an. Entsprechende Maßnahmen greifen meist tief in den Produktionsprozess ein, und obwohl vielfach nicht sofort erkennbar ist das Einsparungspotenzial nach Meinung der Experten gerade in diesem Bereich meist besonders hoch. Aus diesem Grund fördert die österreichische Umweltförderung im Inland seit 2011 Investitionsmaßnahmen zur Reduktion des Rohstoffverbrauches im Zuge bestehender Produktionsverfahren sowie innovative Dienstleistungskonzepte zur Steigerung der materiellen Ressourceneffizienz. Dabei sollen überwiegend KMU angesprochen werden. Optimierte Produktionsschritte in Verbindung mit optimierter Konstruktion und ausgereiftem Produktdesign bedeuten eine Optimierung der Wertschöpfungskette bis hin zu Transport und Logistik.
Ressourceneffizienz bildet in den regionalen Beratungsprogrammen ein Kernthema. Regionale Organisationen sind mit dieser Aufgabe betraut, die Beratungen sind primär für Betriebe konzipiert, die finanzielle geförderte Beratungen abrufen können. Die Beratungsmodule umfassen die Bereiche Energie, Umwelt, Mobilität, Umweltmanagementsysteme und Nachhaltigkeit sowie deren nachhaltige Weiterentwicklung.
Offensive Ressourceneffizienz und Umwelttechnologien bilden den dritten und letzten Punkt der zukunftsweisenden Roadmap. Ressourceneffiziente, umweltfreundliche Technologien liefern einen wesentlichen Beitrag für zeitgerechte Produkte und Dienstleistungen, nachhaltiges Wachstum und die Verbesserung der Umweltsituation in Österreich stehen im Mittelpunkt der Überlegungen. Diese beinhalten natürlich auch Positionen wie Klimaschutz, Wasserversorgung- und Entsorgung sowie die unterschiedlichen Schritte punkto Abfallwirtschaft und Recycling unter Verringerung des Rohstoffeinsatzes. Ein gelungenes Öködesign schont die Umwelt, zumal ausgeklügelte nationale Maßnahmen durchaus geeignet sind, auch die kostbaren globalen Ressourcen zu schonen.


















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