Freitag 18. April 2014, 05:17

Erweiterung

Plenković: "Parlament macht Europa bürgerfreundlicher"

Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas. Durch den EU-Beitritt Kroatiens im Sommer 2013 wird es für Reisende noch einfacher, ihre Ferien in Kroatien zu verbringen. Um den Beitritt zu erleichtern, arbeiten 12 Abgeordnete des kroatischen Parlaments seit April 2012 im Europäischen Parlament als Beobachter. Andrej Plenković (EVP) ist der Vorsitzende der kroatischen Delegation im interparlamentarischen Ausschuss.

Andrej Plenković: "Kompromisse zwischen den verschiedenen politischen Gruppen aushandeln."
Andrej Plenković: "Kompromisse zwischen den verschiedenen politischen Gruppen aushandeln."
Bild: EP/flickr.com
Wie bewerten Sie Ihre Zeit als Beobachter im Europaparlament?

Sehr positiv. Wir, 12 Abgeordnete aus dem kroatischen Parlament, haben die Möglichkeit, von innen zu sehen, wie diese wichtige EU-Institution funktioniert. Nach sechs Monaten haben wir, denke ich, ein gutes Verständnis von der Arbeit der EU-Abgeordneten und wie sie die Interessen ihres Landes und ihrer Partei vertreten können.

Auch sprechen wir mit den Abgeordneten und sorgen dafür, dass der kroatische Beitrittsvertrag fristgerecht ratifiziert wird, so dass Kroatien am 1. Juli 2013 zum 28. EU-Mitglied wird. 

Arbeitet das Europäische Parlament anders als das Parlament in Kroatien?

Ganz anders. Das Europaparlament ist wesentlich größer. In Kroatien haben wir nur 151 Abgeordnete. Hier sind sehr viele Parteien vertreten -  wahrscheinlich mehr als 200  - und in unterschiedlichen Fraktionen organisiert. Das EP ist eine transnationale Volksvertretung und arbeitet mehrsprachig. Auch die Gesetzesvollmachten sind anders. Spannend ist, wie bei wichtigen Fragen Kompromisse zwischen den verschiedenen politischen Gruppen ausgehandelt werden.

Welches Thema ist Ihnen besonders wichtig?

Ich habe mich dafür entschieden, die Arbeit des Haushaltsausschusses genauer zu verfolgen. Ich denke, hier bekomme ich die beste Übersicht, über welche Themen derzeit im Europaparlament beraten wird.

Auch werden die aktuellen Verhandlungen über den langfristigen Rahmenhaushalt auf Jahre hinaus Auswirkungen auf die Arbeit der EU haben. Das wird auch beeinflussen, wie wir Wachstum und Jobs in den EU-Staaten unterstützen können.

Wie schätzen Sie die Rolle des Europaparlaments in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ein?

EU-Abgeordnete werden direkt gewählt und verstehen die wirtschaftliche Lage in ihrem Heimatland sehr gut. Sie kennen die Herausforderungen, denen die gesamte Union gegenübersteht. Die Wirtschaft ist Thema Nummer 1 und der Druck, den das Parlament auf Kommission und Rat ausübt, macht Europa bürgerfreundlicher.




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