Freitag 24. Mai 2013, 09:54

Telekommunikation & Verkehr

Pirker und Leichtfried schmieden EU-weite Allianzen für Koralm- und Semmeringtunnel sowie Wiener Hauptbahnhof

"Grenz- und parteiübergreifend überzeugen, Verbündete suchen und Allianzen schmieden" wollen die österreichischen EU-Abgeordneten Jörg Leichtfried und Hubert Pirker, um eine Mehrheit für den sogenannten Baltisch-Adriatischen Korridor als Kernnetzkorridor des EU-Verkehrsnetzes zu sichern. "Nur wenn eine Mehrheit aller EU-Abgeordneten für die durch Österreich führende Verkehrsachse stimmt, kann die milliardenschwere Mitfinanzierung des neuen Wiener Hauptbahnhofs, des Koralm- und des Semmeringtunnels durch die EU lukriert werden", so Pirker, Verkehrssprecher der ÖVP im EU-Parlament.

Pirker und Leichtfried schmieden EU-weite Allianzen für Koralm- und Semmeringtunnel sowie Wiener Hauptbahnhof
Pirker und Leichtfried schmieden EU-weite Allianzen für Koralm- und Semmeringtunnel sowie Wiener Hauptbahnhof
Bild: EPP Group
"Heute beginnt die entscheidende Phase der Verhandlungen im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments. Nach monatelanger Vorarbeit sind wir mit dem Unterstützungskomitee für den Baltisch-Adriatischen Korridor jetzt sehr gut aufgestellt." Das Vorhaben wird unterstützt von den EU-Abgeordneten Antonio Cancian (EVP, Italien), Zigmantas Balcytis (S&D, Litauen), Jan Brezina (EVP, Tschechien), Boguslaw Liberadzki (S&D, Polen), Bogdan Marcinkiewicz (EVP, Polen), Petri Sarvamaa (EVP, Finnland), Vilja Savisaar-Toomast (Liberale, Estland), Olga Sehnalová (S&D, Tschechien) und Debora Serracchiani (S&D, Italien).

Baltisch-Adriatischer Korridor

SPÖ-EU-Delegationsleiter Jörg Leichtfried, Mitglied im Verkehrsausschuss und vehementer Befürworter des Bahnausbaus, betont den Vorteil für Wirtschaft und Bevölkerung: "Aus internationaler Sicht ist der Koralmtunnel Teil des sogenannten Baltisch-Adriatischen Korridors. Dieser verbindet leistungsstark und klimafreundlich Polen, Tschechien und die Slowakei mit Ost- und Südösterreich sowie Oberitalien. Die Bahn kann dann nämlich sogar dem Flugzeug Konkurrenz machen." Wer eine wettbewerbsfähige Bahn auch im Sinne des immer wichtiger werdenden Umweltschutzes haben möchte, darf bei Vorzeigeprojekten nicht davonlaufen. Leichtfried ist zuversichtlich, dass mit dem nötigen technischen Ausbau die Nutzung zunehmen wird. Derzeit zeigt sich beim Personenverkehr auf der Schiene eine deutliche Diskrepanz zwischen den vom Gesamtverkehrsaufkommen her vergleichbaren Strecken Wien-Linz und Wien-Graz. Während Richtung Westen 40 Prozent (Pöchlarn) bzw. 30 Prozent (Attnang) der Reisenden die Bahn nützen, sind es Richtung Süden nur zehn Prozent (Semmering und Neumarkter Sattel). "Der Grund dafür liegt auf der Hand: der wesentlich bessere Ausbau der Westbahnstrecke. Nun geht es darum, beim Baltisch-Adriatischen Korridor vorwärts zu kommen", so Leichtfried.

Parteiübergreifende Allianz

Das von Pirker, Leichtfried und Cancian gegründete Unterstützungskomitee für den Baltisch-Adriatischen Korridor ist eine parteiübergreifende Allianz von EU-Abgeordneten aus Finnland, den baltischen Staaten, Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich und Italien, die sich für den Ausbau der Verkehrsachse von Helsinki bis Bologna einsetzen. Am heutigen Dienstag tagt das Komitee unmittelbar vor der Sitzung des Verkehrsausschusses. "Der Baltisch-Adriatische Verkehrskorridor wird die Wirtschaftsgeografie in der ehemals strukturschwachen Grenzregion zwischen Ost und West weiter stärken und bringt allein für die Weststeiermark und Südkärnten eine zusätzliche Wertschöpfung von jährlich 210 Millionen Euro", erklärt Pirker.


 




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