Osterbräuche in Europa
Alljährlich werden hierzulande die Wohnungen und Häuser zum Osterfest entsprechend herausgeputzt. Neben all dem Hasen-Eier-Küken-Federn-Krimskrams sind frische Blumen und Zweige ein unbedingtes Muss.

Bild: LouPe/pixelio.de
Frankreich
In Frankreich bleiben die Glocken von Gründonnerstag bis Karsamstag im ganzen Lande stumm, um den Tod Jesu zu betrauern. Erst am Ostersonntag läuten die Glocken wieder aus Freude über die Auferstehung Christi. Wenn die Franzosen die Glocken am Ostersonntag hören, umarmen und küssen sie sich.
Man erzählt sich, dass das Glockenläuten nach Rom geht, um den Papst zu besuchen. Bei seiner Rückkehr bringt es dann die Ostereier mit. Diese werden von den Kindern in die Luft geworfen. Das erste, das auf den Boden fällt, verliert. In manchen Gegenden Frankreichs halten die Kinder auch nach einer Kutsche Ausschau, die, gezogen von vier weißen Pferden, gefüllt mit Eiern ist.
Spanien
In Spanien geht man am Ostersonntag in die Ostermesse. Dabei tragen die Jungen einfache Palmwedel und die Mädchen mit Süßigkeiten und anderem Zierrat geschmückte Palmwedel. Die Palmwedelträger werden dann vom Priester gesegnet.
Außerdem gibt es im gesamten Land Osterprozessionen, die bekannteste findet in Sevilla statt. Vor der Kirche im Palma de Mallorca wird am Ostersonntag die Passionsgeschichte nachgespielt.
Italien
In Italien isst man traditionell eine „Ostertorte“, einen salzigen Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, oder "Ostertaube" ("Paloma di Pasqua"). Dieser Kuchen ähneln dem Gugelhupf. In vielen Orten gibt es Karfreitags eine Prozession, bei der das Kirchenkreuz durch die Straßen getragen wird. Die dunkel gekleideten Teilnehmer schreiten langsam durch die Gassen, die Straßenlaternen sind ausgeschaltet, überall brennen Kerzen. Menschen und Kirchenglocken schweigen. Die Auferstehung wird am zweiten Osterfeiertag bei einem Ausflug mit Freunden oder der Familie gefeiert: "Pasquetta".
Griechenland
Das griechisch-orthodoxe Osterfest wird meist eine Woche nach unserer Feier begangen (ab Donnerstag). Die Ostereier bemalt man rot und bewahrt sie bis Samstagabend auf. Zur Samstagabendmesse bringen die Gläubigen brennende weiße Kerzen mit. Um Mitternacht werden alle Kerzen - bis auf eine - gelöscht. Die noch brennende Kerze symbolisiert die Auferstehung Christi. Das brennende Licht, das Leben, wird dann von dieser Kerze an die anderen weitergegeben.
England
In England werden zu Ostern Weidenkätzchenzweige gesammelt und die Menschen tätscheln sich damit gegenseitig. Dies soll Glück für das nächste Jahr bringen.
In dem Örtchen Olney gibt es zu Ostern einen besonderen Brauch. Am Gründonnerstag, dem 'Pancake Thursday', findet seit 500 Jahren ein Pfannkuchenrennen statt.
Schottland
In Schottland werden überall auf den Hügeln der Highlands Osterfeuer entzündet. Dieser Brauch stammt noch aus der keltischen Zeit, als man zu dieser Zeit Frühlingsfeste feierte.
Wales
In Wales findet am Palmsonntag traditionell das 'Gymansa Ganu' statt. Zu diesem Gesangswettstreit treffen sich Kirchenchöre aus ganz Wales und es werden Gastdirigenten eingeladen.
Irland
In Irland ist der Karfreitag ein sehr ruhiger Tag. Viele Menschen essen nichts bis zum Mittag und früher war es Brauch, nur barfuß auf die Straße zu gehen. Es wurde auch kein Tier geschlachtet, kein Holz verbrannt oder verarbeitet und auch kein Nagel eingeschlagen. Am Ostersamstag werden hunderte Kerzen an der vom Priester gesegneten großen Kerze entzündet. Ostersonntag wird ein ruhiges Mahl, meistens bestehend aus Lauchsuppe und Lamm, zu Hause gegessen.
Dort werden an Ostern – nach dem Ende der Fastenzeit - traditionell Tanzwettbewerbe auf den Straßen ausgetragen. Der Sieger bekommt einen Kuchen.
Auch ein skurriler Osterbrauch findet am Ostersonntag an manchen Orten Irlands statt: Es finden symbolische Heringsbegräbnisse statt. Die Heringe werden zu Grabe getragen als Zeichen dafür, dass die strenge Fastenzeit, an der Heringe eine Hauptmahlzeit sind, nun zu Ende ist. Nicht selten werden diese Heringsbegräbnisse vom örtlichen Metzger initiiert. … wahrscheinlich sind sie froh, dass wieder Wurst und Fleisch gekauft wird.
Schweden
In Schweden wird 'Påsk' (Ostern) sehr ruhig und besinnlich gefeiert. Bis vor kurzem galt es als unpassend, Taufen oder Hochzeiten zu feiern. Auch die Kinos hatten bis vor wenigen Jahren am Karfreitag geschlossen. Die Wohnungen werden mit Birkenzweigen und bunten Federbüschen geschmückt.
Am Gründonnerstag ziehen Mädchen und Jungen mit Kopftüchern und mit langen Röcken als 'Osterweiber' ("Påskäring") verkleidet von Haus zu Haus und hinterlassen so genannte 'Osterbriefe' und erhoffen sich als Gegenleistung Süßigkeiten oder Geld. Durch die langen Kleider hat der Ostersamstag auch den Namen „langer Samstag“.
Die Großen schmücken ihre Wohnungen mit Birkenreisig und knallig-bunten Federpuscheln.
Die Osterfarbe ansonsten ist gelb und so bringen in Schweden die Osterküken - nicht der Osterhase - die Ostereier.
Mit Feuerwerkskörpern (Westschweden), Lärm und Osterfeuer werden die "bösen" Osterhexen verjagt. Die treffen sich von Gründonnerstag bis zum Ostersamstag am Blåkulla, dem schwedischen Brocken, mit dem Teufel.
Finnland
In Finnland schlägt man Freunde und Bekannte am Palmsonntag leicht mit der Birkenrute ("Virpovitsa")auf den Rücken. Diese Ruten sollen an die Palmwedel erinnern, mit denen Jesus bei seinem Einzug nach Jerusalem begrüßt wurde und Glück bringen.
Am Ostersonntag ziehen die finnischen Kinder laut lärmend und mit allem, was zum Krach machen taugt, durch die Straßen Finnlands und verscheuchen den Winter und beenden so die dunkle Jahreszeit.
Polen
Im katholischen Polen nimmt Ostern eine besondere Stellung ein. Am Ostersamstag wird ein Korb mit bemalten Eiern, Brot, Kuchen, Salz, Papier und weißen Würsten gefüllt und am Ostersonntag in die Kirche gebracht und dort gesegnet. Die Fastenzeit ist erst vorbei, wenn dieser Korb gesegnet ist.
Eine weitere Ostertradition in Polen ist am Ostermontag der Brauch des gegenseitigen Bespritzens mit Wasser, 'Smingus-Dyngus' genannt. Dieser Brauch, vor dem niemand sicher ist, soll an die Taufe des Prinzen Mieszko I. im Jahre 966 erinnern, der den Polen das Christentum brachte.
Bulgarien
In Bulgarien werden die Ostereier nicht versteckt sondern man bewirft sich gegenseitig mit ihnen. Derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, ist der Sieger und soll das erfolgreichste Familienmitglied des kommenden Jahres werden. Eine Variante davon ist es, vor dem Ostermahl die Eier gegeneinander zu schlagen. Ein weiterer Brauch ist es, die Eier nach der Mitternachtsmesse an der Wand der Kirche aufzuschlagen.
Ein anderer weit verbreiteter Osterbrauch in Bulgarien ist es, dass die älteste Frau im Haushalt mit dem ersten rot gefärbten Ei allen Kindern des Hauses über das Gesicht streicht. Dies soll Gesundheit und Stärke verleihen.
Der am weitesten verbreiteteste Osterbrauch in Bulgarien ist das Osterbrot. Es wird von unverheirateten Mädchen gebacken und besteht aus Eiern, Zucker und Früchten.
Rumänien
In Rumänien werden an Ostern die Häuser geputzt, sich gebadet und neue Kleider angelegt. Dann trifft sich alles in der Nacht mit entzündeten Kerzen in der Kirche. Überall auf den Hügeln und den Feldern werden Osterfeuer entzündet. Nach der Ostermesse strömen die Menschen mit ihren entzündeten Kerzen in die Nacht hinaus.


















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