Ökologisch vorteilhaft und kosteneffizient: Mehrwegflaschen
Schauplatz Getränkemarkt: Ob Tetrapack, Mehrweg - Pfandflasche oder Einweggebinde – sie alle erfüllen genau genommen eine einzige Aufgabe, nämlich unsere Getränke zuverlässig, preiswert und in möglichst praktischer und zugleich ansprechender Form für Transport und Lagerung bis hin zum Endverbraucher genussbereit zu halten. Doch wie steht es um die Umweltverträglichkeit?

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Mehrweg- und Recyclingsysteme aus Sicht der Nachhaltigkeit
Moderne Mehrwegflaschen liegen im Trend. Sie haben nicht alleine ökologische, sondern zugleich auch ökonomische und soziale Vorteile, zumindest aus bestimmten Aspekten. Zu diesem eigentlich gar nicht so überraschenden Ergebnis kommt die von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe durchgeführten Studie „Mehrweg- und Recyclingsysteme für ausgewählte Getränkeverpackungen aus Nachhaltigkeitssicht“.
Zum Vergleich kamen dabei die in Deutschland gängigen Pfandsysteme für Mehrweg- und Einweggetränkeverpackungen sowie Grüner-Punkt-Systeme für Einweggetränkeverpackungen. Dabei werden erstmals sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette berücksichtigt: Von der Abfüllung über Distribution und Rücknahme bis hin zur Wiederbefüllung bzw. Verwertung und Entsorgung, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Faktoren wie Ressourvenberbrauch, Recyclingquoten, Recyclingqualität, Systemkosten und Beschäftigungseffekte sowie Abfallaufkommen fliessen gezielt in die Analysen ein. Das Ergebnis spricht für sich.
Mehrwegflaschen als klare Testsieger
Der Nachhaltigkeitsexperte im Bereich Sustainability Services von PwC, Dieter Horst, weist darauf hin, dass ein Mehrwegsystem nicht als Selbstläufer zu sehen ist. Das beweise die seit Jahren sinkende Mehrwegquote. Für große Hersteller mit einer zentralisierten Abfüllorganisation und den Einzelhandel sind Einwegsysteme in der Regel aus ökonomischer Sicht vorteilhafter. Bezieht man ökologische und soziale Auswirkungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mit ein, so ist aus seiner Sicht der Dinge eine Förderung effizient funktionierender Mehrwegsysteme gesamtwirtschaftlich sinnvoll.
Erfolg nur mit konsequenter politischer Unterstützung realisierbar
Die eindeutigere Kennzeichnung von Mehrweg- und Einweggetränkeverpackungen wäre zum Erreichen der politisch gewünschten Quote ein erster wegweisender Schritt. Einmal mehr setzen die Experten auf flächendeckende Aufklärung, Informationskampagnen sollen das Konzept transparenter machen. Lenkungsabgaben sollen in die Preisgestaltung einfliessen, das Kaufverhalten der Konsumenten in Richtung Nachhaltigkeit steuern und den Kauf umweltfreundlicher Produkte forcieren. „Dabei muss gewährleistet sein, dass die Erlöse gezielt und zur Gänze in die weitere Optimierung des Mehrweg- und Recyclingsystems fliessen“, fordert Dieter Horst mit sichtlich begründeter Sorge.
Einweg-Pfandsystem verbessert Recycling
Bedingt durch höhere Rücklaufquoten und eine höhere Sortenreinheit der gesammelten Getränkeverpackungen bieten Pfandsysteme gegenüber konventionellen Systemen nicht nur quantitative, sondern auch qualitativ bessere Voraussetzungen. Im Falle von PET-Flaschen aus dem Pfandsystem wird der Materialkreislauf durch hochwertiges bottle-to-bottle-Recycling geschlossen. Bedingt durch die Rücklaufquoten – diese sollen zwischen 96 und 99 Prozent liegen, tragen Pfandsysteme effektiv zur Reduzierung des Abfallaufkommens von Getränkeverpackungen bei.
In unmittelbarem Vergleich sind laut Studie auf den ersten Blick keine relevanten Systembedingten Vor- oder Nachteile erkennbar. Erst unter Berücksichtigung der ganz offensichtlich gar nicht so unwichtigen Rücklauf- und Recyclingquoten der Systeme kann das Einweg-Pfandsystem gegenüber dem "Grünen-Punkt-System" als kosteneffizienter angesehen werden. Ganzheitliche Überlegungen zahlen sich manchmal doch noch aus …


















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