Neuer Hightechfonds leistet Starthilfe für Innovationen
Eine zündende Idee allein reicht nicht, um als Firmengründer durchzustarten. Ein erfolgreiches Start-Up benötigt auch eine Anschubfinanzierung. Die Banken bezeichnen diese als Risikofinanzierung, und sind mit der Kreditvergabe in solchen Fällen meist zurückhaltend. Der OÖ Hightechfonds will diese Finanzierungslücke – auch mit Geldern aus dem EU-Topf – jetzt schließen.

Bild: OÖ Hightechfonds
Beteiligungen bis zu 1,5 Mio. Euro in mehreren Etappen möglich
Der Fonds steht ganz am Anfang. Bis jetzt wurde erst eine Beteiligung abgeschlossen, mit der Linzer Software-Firma Prologics IT Gmbh. „Es befinden sich aber bereits 15 in der Prüfungsphase“, so Matzinger, der pro Jahr mit drei bis fünf Beteiligungen rechnet. Den Finanzierungsbedarf der meisten Bewerber schätzt der Fondsmanager auf eine halbe bis eine Mio. Euro ein. „Es ist aber nicht so, dass die Firmen sofort eine Million auf den Tisch bekommen. Das Geld wird in zwei bis drei. Finanzierungsschritten ausbezahlt, je nach Unternehmensfortschritt“, stellt Matzinger klar.
Kapitalgeber will auch Coaching-Funktion übernehmen
Firmen, die ihre Finanzierungslücke mit Hilfe des OÖ Hightechfonds stopfen wollen, müssen im Hightech-Bereich tätig sein und über ein mittel- bis langfristiges Leistungs- und Ertragspotenzial verfügen. „Das wichtigste ist das Produkt. Es muss zukunftstauglich und patentfähig sein. Auch das Management muss funktionieren, es braucht geordnete Strukturen“, so Prokurist Christian Matzinger. Meist habe man es mit Technikern zu tun, die zwar gute Ideen, aber im kaufmännischen Bereich Schwächen hätten, erzählt er. In solchen Fällen will der Fonds auch coachen. In Kooperation mit dem Hightech-Inkubator tech2b, der auch die Beteiligungswerber vorab prüft, wird den Firmen betriebswirtschaftliche Betreuung angeboten. So werden unter anderem auch weitere Fördermöglichkeiten aufgezeigt, denn die Kombination mit AWS- oder FFG-Förderungen sind erwünscht. Werden alle Bedingungen erfüllt dauert es nach der strengen Prüfung durch tech2b noch drei bis sechs Monate bis zur Bewilligung.
„Es gibt nichts Vergleichbares in Österreich, weil es niemanden gibt, der in einer so frühen Phase finanziert. Die Banken trauen sich einfach nicht“, kennt Matzinger die Probleme vieler junger Firmengründer. Und es sei tatsächlich nicht einfach gewesen, die Banken mit einzubeziehen, erzählt Friedrich Filzmoser, GF der OÖ Hightechfonds Gmbh und der OÖ Kreditgarantiegesellschaft (KGG), der die Verhandlungen mit den Banken geführt hat. „Zwar gab es große Bereitschaft der Banken, aber auch viele Bedenken in Richtung Risiko. Zudem hatten sie rechtliche und steuerlich Bedenken, aber das war mehr ein formales juristisches als ein inhaltliches Problem.“ Mit Ausnahme des Volksbanken-Sektors konnten aber alle oö. Banken schließlich davon überzeugt werden, dass der OÖ Hightechfonds „eine Investition in unsere Zukunft“ ist, wie Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger, Spartenobmann der Banken und Versicherungen in der oö. Wirtschaftskammer, betont.
Wie die Zukunft des eben erst gestarteten OÖ Hightechfonds aussieht ist auf längere Sicht aber unklar. „In dieser ersten Phase bis 2014 werden wir uns an acht bis zwölf Firmen beteiligen können. Dann endet die EU-Förderperiode und die Förderung läuft aus“, so Fondsmanager Christian Matzinger, der aber zuversichtlich ist, dass der Fonds sicher in irgendeiner Form weitergeführt werde. „Offen ist nur, ob es weiter Mittel aus dem EU-Topf geben wird“, so Matzinger.
Nähere Informationen im Internet unter www.hightechfonds.at


















Kommentar hinzufügen