Mühlviertler Kräuterbauern wollen von Förderungen unabhängig werden
Eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht, ist die vor 25 Jahren von 20 Bauern im Mühlviertler Ort Sarleinsbach gegründete Bergkräutergenossenschaft. Um die steigende Nachfrage nach Gewürzen, Tees und Kräuterbädern aus dem In- und Ausland decken zu können, sucht Geschäftsführer Karl Dirnberger nach weiteren Landwirten, die auf den biologischen Kräuteranbau umsteigen wollen.

Bild: Karl Dirnberger/Kräuterbauern
Ständige Suche nach neuen Kräuterbauern
Parallel dazu läuft die Suche nach neuen Bauern, die auf den zukunftsträchtigen biologischen Kräuteranbau umsteigen wollen. Allein zehn neue Anbauer könnte die Genossenschaft heuer noch brauchen. Dies ist aber alles andere als einfach, weil diese Art der Landwirtschaft sehr arbeitsintensiv ist, konkret viel Handarbeit erfordert. „Wir müssen in Workshops und Vorträgen viel Überzeugungsarbeit leisten, denn kaum jemand ist bereit, mit einer Anbaufläche von fünf Hektar einzusteigen“, sagt der Geschäftsführer. Daher setzt die Bergkräutergenossenschaft auf den Vertragsanbau vor allem in Niederösterreich und Burgenland, um die steigende Nachfrage decken zu können. So soll heuer eine Rekordmenge von 240 Tonnen Kräutern von 40 Mitarbeitern – großteils Teilzeitkräfte – verarbeitet werden.
Auch James Bond wirbt für Bergkräuter
Dank der hohen Qualität der Produkte, dem Trend zur Regionalität und gezieltem Marketing setzt neben etlichen kleinen Händlern mittlerweile auch Österreichs Nummer eins am Lebensmittelmarkt, Rewe, mit einer Ja! Natürlich Bio-Linie auf die Gewürze und Tees aus dem Mühlviertel. Hauptkunde ist aber der Handelsriese Spar, bei dem sogar Ex-James Bond-Darsteller Pierce Brosnan für die Premium-Produktlinie wirbt. Zudem sorgt ein deutsches Teehaus mit vielen Franchisepartnern dafür, dass Europa mittlerweile zum Heimmarkt für die Hirschbacher geworden ist. Mit der Zahl der Kunden ist auch die Angebotsvielfalt gestiegen – mehr als 30 Produkte sind mittlerweile im Shop vor Ort in Hirschbach, online oder bei den diversen Handelspartnern in Österreich, Deutschland, Frankreich, der Schweiz und anderen Ländern erhältlich.
Beste Genussregion 2011
Um die Aufwärtsentwicklung abzusichern, hat die im vergangenen Jahr zur besten Genussregion Österreichs gekürte Bergkräutergenossenschaft eine Million Euro im Rahmen eines EU-geförderten Leader-Projektes in einen 660 Quadratmeter großen Zubau investiert, der im Oktober vergangenen Jahres offiziell eröffnet wurde. Damit hat sich die Fläche des 1998 errichteten Betriebsgebäudes in Hirschbach bei Freistadt verdoppelt. Da der Standort im so genannten Ziel-2-Gebiet lag, kam die Genossenschaft auch damals in den Genuss von EU-Förderungen, die – wie man sieht – gut eingesetzt wurden. „Wir zeichnen mit diesem Preis die Besten der Besten in Österreich, dem Feinkostladen Europas, aus“, sagte Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich anlässlich der Auszeichnung zur besten Genussregion.













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