Dienstag 18. Juni 2013, 07:38

Umwelt & Agrar

Meilenstein im Kampf gegen Klimawandel

Europa und Australien verbinden ihre Emissionshandelssysteme. Bereits 2015 sollen  australischen Firmen CO2-Zertifikate aus der EU anrechnen können, spätestens Juli 2018 soll der Handel in beide Richtungen funktionieren. Die Kommission bittet um ein Verhandlungsmandat, um die vollständige Verlinkung zu ermöglichen.

Meilenstein im Kampf gegen Klimawandel
Meilenstein im Kampf gegen Klimawandel
Bild: freefotouk/flickr.com
Brüssel. Die erste vollständige interkontinentale Anbindung von Emissionshandelssystemen wird Wirklichkeit. Australien und die Europäische Union verständigen sich auf eine vollständige Verknüpfung der Emissionshandelssysteme. Dadurch können Handelspartner  CO2-Einheiten aus einem System auf die Erreichung ihrer Emissionsvorgaben einem anderen System anrechnen. Das kommt dem globalen Kampf gegen den Klimawandel zugute. Zunächst geht es um eine teilweise Ankopplung der Systeme, jetzt wird die Europäische Kommission um ein Verhandlungsmandat bitten, um im Namen der EU bis spätestens 2018 die vollständige Verlinkung der beiden Emissionshandelssysteme zu realisieren. Der Kampf gegen den Klimawandel gewinnt spürbar an Dynamik, es gibt ein erstes tragfähiges Fundament für die schrittweise Schaffung eines soliden internationalen CO2-Markts.

Erster interkontinentaler Lichtblick

Freude auf beiden Seiten: „Wir freuen uns auf die erste vollständige interkontinentale Verbindung von Emissionshandelssystemen", so die Worte der für Klimapolitik zuständigen  EU-Kommissarin Connie Hedegaard. Auch Australiens Minister für den Klimawandel und Energieeffizienz, Greg Combet, wirkt erleichtert: „Die Verbindung der beiden Systeme bestätigt, dass der CO2-Handel das wirksamste Mittel im Kampf gegen den Klimawandel ist." Das Abkommen muss für beide Seiten als großer Erfolg gerechnet werden und ist ein Impuls gebender Beweis für die enge internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz.

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Die Verlinkung der Emissionshandelssysteme dient der Kompatibilität unterschiedlicher Systeme im Sinne der Nachhaltigkeit und einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen bekommen die Möglichkeit, mit CO2-Einheiten aus dem australischen Emissionshandelssystem wie auch dem EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) ihren Verpflichtungen aus beiden Systemen nachzukommen. Das Ergebnis ist eine spürbare Kostenreduzierung bei der erforderlichen Reduktion der schädlichen Treibhausgase, es geht um die verstärkte globale Zusammenarbeit im Kampf gegen den gefährlichen Klimawandel.

2018: Vollanbindung der Emissionshandelssysteme

Die erste vorläufige Ankopplung ist für Mitte 2013 vorgesehen, die komplette Anerkennung der beiden Emissionshandelssysteme mit Deckelung und Handel soll mit Juli 2018 beginnen. Doch bis es so weit sein wird, gilt es noch einige gar nicht so unwichtige Punkte zu klären. Eine vergleichbare Marktaufsicht ist nur ein Kriterium, es geht um einheitliche Benchmarks und Messmethoden, die erst gefunden werden müssen. Die Auswirkungen auf die Förderung der  Wettbewerbsfähigkeit beider Seiten ist ein weiteres Thema. Um das Abkommen überhaupt zu ermöglichen verzichtet die australische Regierung auf eine Preisuntergrenze, zudem gibt es bei den Kyoto-Einheiten eine neue Obergrenze sowie zusätzliche mengenmäßigen Beschränkung von 12,5 % für die Verwendung von zertifizierten Emissionsreduktionen (CER), die jährliche Gesamtobergrenze für die Abgabe internationaler Units liegt bei 50 %. Die Europäische Union und Australien sind bemüht, das Abkommen im vorgesehenen Zeitrahmen erfolgreich umzusetzen. 
 


 




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