Samstag 19. April 2014, 03:58

Energie & Ressourcen

Mehr Sicherheit für Kernkraft in der EU kostet 25 Milliarden Euro

Die Betreiber von Kernkraftwerken sollten alle Empfehlungen der EU-Stresstests umsetzen, forderte der Industrieausschuss in einer Abstimmung am 24. Januar. Auch muss sichergestellt werden, dass die Betreiber eines Atomkraftwerks die Kosten eines Unfalls decken können.

Mehr Sicherheit für Kernkraft in der EU kostet 25 Milliarden Euro
Mehr Sicherheit für Kernkraft in der EU kostet 25 Milliarden Euro
Bild: Schnella Schnyder/flickr.com
Auch mehr als 30 Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sind die Folgen der Katastrophe noch spürbar (siehe Video). Zwar sind die Sicherheitsstandards in der EU sind wesentlich höher als vor drei Jahrzehnten in der ehemaligen Sowjetunion, doch die Kernschmelze im japanischen Kernkraftwerk Fukushima zeigte, dass es auch in modernen Anlagen zu Unfällen kommen kann.

Nach der Katastrophe wurden auch Kernkraftwerke in Europa sogenannten Stresstest unterzogen, um Gefahrenpotenzial zu erkennen. Geprüft wurde, ob die Anlagen einer Naturkatastrophe widerstehen könnten. Die Sicherheitssysteme in Fukushima waren unter den Folgen eines Tsunamis zusammengebrochen.

Nicht aus Kostengründen auf Sicherheit verzichten

Untersucht wurden 145 Reaktoren in 15 EU-Staaten. Die Tests zeigten, dass fast alle Kraftwerke nachgerüstet werden müssen. Die Kosten werden auf rund 25 Milliarden Euro geschätzt. Mitglieder des Industrieausschusses im Europäischen Parlament fordern nun die EU-Regierungen auf, die aufgrund der Testergebnisse formulierten Verbesserungsvorschläge umzusetzen und die Sicherheit von Kernkraftwerken in der EU zu erhöhen.

Die Kosten dürften nicht auf Steuerzahler abgewälzt werden, sondern müssten von den Betreibern der Anlagen mitgetragen werden. Auch bei der Versicherung von Kernkraftwerken und ihren Risiken müssten neue Wege bechritten werden.

Die EU-Kommission will im Juni 2014 einen Bericht mit detaillierten Empfehlungen vorlegen, aufbauend auf den Ergebnissen der Stresstests. Zwar kann die EU über die Europäische Atomgemeinschaft Euratom Einfluss auf die Sicherheit von Kernkraftwerken nehmen, wie aber einzelne Staaten ihre Energieversorgung organisieren, bleibt eine Entscheidung nationaler Regierungen.




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