Maribor: Kulturhauptstadt für alle Sinne
Ein Aufenthalt in der slowenischen Stadt Maribor lohnt sich nicht nur wegen des vielfältigen kulturellen Angebotes anlässlich des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2012. Die Drau-Metropole ist auch vor allem für Weinliebhaber und jene, die einen Städte-Trip mit Sport und Wellness verbinden wollen, eine Reise wert.

Bild: (Tourismusdestination Maribor-Pohorje: www.maribor-pohorje.si
Für jeden Geschmack etwas dabei
Die rund 70 Kilometer von der steirischen Hauptstadt entfernte an der altösterreichischen Südbahnverbindung Wien-Triest gelegene zweitgrößte Stadt Sloweniens legt die Schwerpunkte des kulturellen Angebots im heurigen Jahr auf jene Bereiche, die ihrer Geschichte und ihrem Charakter entsprechen. So geht in Maribor von 10. bis 12. Mai eine multimediale Solotanzvorstellung des belgischen Regisseurs, Malers, Dramatikers und bildenden Künstlers Jan Fabre über die Bühne. Von 23. Juni bis zum 8. Juli findet die 19. Auflage des Lent-Festivals mit seinen hunderten Musik-, Theater- und Kleinkunstveranstaltungen statt, das jährlich mehr als eine halbe Million Besucher anzieht. Beim Maribor Festival vom 5. bis zum 15. September kommen Liebhaber praktisch aller Musikrichtungen auf ihre Kosten. Und im Oktober bilden Theaterproduktionen wie „Krieg und Frieden“ von Regisseur Tomaz Pandur und „Brücken“ die Highlights.
Aber auch außerhalb des Kulturhauptstadtjahres kann beispielsweise das slowenische Volkstheater und das Kulturhaus „Narodni Dom“ mit einem hochqualitativen Programm aufwarten. Und beim Bummel in der Innenstadt sind die vielen Galerien und Museen nicht zu übersehen. Ein Besuch lohnt sich weiters in dem unter Kaiser Friedrich III errichteten Schloss, das ein Ritter-Museum beherbergt, weiters in der Franziskanerkirche als erster Basilika in der Monarchie sowie im Dom, in dem Papst Johannes II zwei Mal zu Gast war. Zwischendurch gibt es auf den Plätzen und Gassen ausreichend Möglichkeiten einzukehren, wobei die Cafés und Restaurants aufgrund der rund 20.000 Studenten in der Stadt vor allem von jugendlichem Publikum frequentiert werden.
Gemeinsame Geschichte mit Österreich
Allgegenwärtig sind in Maribor (Marburg) die Spuren der langen gemeinsamen Geschichte mit Österreich. Ob eine Hausfassade, die an den legendären k&k-Admiral Tegetthoff erinnert, Straßennamen, die auch in der Alpenrepublik zu finden sind oder die Niederlassungen heimischer Banken – an der guten, alten Zeit kommt man hier nicht vorbei. So war die Stadt bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 Teil des Herzogtums Steiermark und damit Österreich-Ungarns unter der Herrschaft der Habsburger. Laut Volkszählung von 1890 waren von den 19.898 Einwohnern lediglich knapp 2300 slowenischsprachig. Trotzdem wurde die Stadt ohne Volksabstimmung und gegen den Willen der frei gewählten Gemeinderäte, Landtags- und Reichsratsabgeordneten als Teil der großteils slowenischen Untersteiermark dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugeordnet. Nach der Erklärung der Unabhängigkeit Sloweniens von Jugoslawien 1991 bekam Maribor den Verlust des innerjugoslawischen Binnenmarktes schmerzlich zu spüren bekam. Heute sind fast 90 Prozent der Einwohner slowenische Staatsbürger, die sich durch gute Deutschkenntnisse und Offenheit gegenüber den Besuchern auszeichnen.
Wein und Kulinarik als Pluspunkt
Wie stark die Verbindungen zu Österreich sind, zeigt neben den vielen Touristen vor allem aus der nahe gelegenen Steiermark der Weinbau. Maribor gilt zu recht mit den Dutzenden in der nahen Umgebung gelegenen Winzern, die regionale Spezialitäten wie Verhackertes, Kürbiskernöl, Fleischgerichte in diversen Variationen und das berühmte Pohorje-Omelette zu deutlich niedrigeren Preise als hierzulande kredenzen - als Stadt des Weins. Nicht umsonst befindet sich in Nähe der Draupromenade, die bei schönem Wetter von zahlreichen Spazierengehern und Caféhausbesuchern bevölkert wird, die älteste Weinrebe der Welt, die bereits seit mehr als 400 Jahren wächst. Die Ernte – im Schnitt ergeben 55 Kilo Trauben 25 Liter Wein pro Jahr – wird im Herbst mit einem großen Fest samt Wahl der Weinprinzessin gefeiert. Kostproben des erlesenen Tropfens gehen nur an hohe Gäste, wie etwa den früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Das täglich geöffnete Haus der Alten Rebe bietet inklusive einer Vinothek einen guten Überblick über die Geschichte des Weinbaus in der Region und verzeichnet mehr als 50.000 Besucher pro Jahr. Generell bieten an die 300 Sonnentage im Jahr beste Voraussetzungen für Spitzenweißweine. „Gemeinsam mit der trockenen Luft ist dies für die Einheimischen Grund genug, gelegentlich ihren Gaumen nass zu machen“, schmunzelt die Reiseführerin.
Angebot für Winter- und Sommersportler
Wer seinem Körper nach den kulinarischen Genüssen etwas Gutes tun will oder einfach den Drang nach Bewegung in freier Natur verspürt, gelangt in nur zehn Minuten Fahrzeit von der leicht per Pedes zu bewältigenden City zum Hausberg von Maribor, dem Pohorje-Gebirge. An seinem Fuße befindet sich unter anderem das Fünf-Sterne-Hotel Habakuk samt Therme und Beauty-Abteilung. Das Wasser der Thermalquelle strömt hier aus einer Tiefe von 1600 Metern an die Oberfläche und hat eine Temperatur von 28 bis 35 Grad. Im nahe gelegenen Hotel Arena kann man beim alljährlich im Jänner stattfindenden Damen-Skiweltcup die Rennläuferinnen beim Einfahren ins Ziel beobachten. Mit der Gondelbahn, deren Modernisierung mit EU-Mitteln gefördert wurde, geht es auf gut 1000 Meter Seehöhe, wo sich ebenfalls mehrere Hotels mit großzügigen Wellnessbereichen situiert sind. Auch ein Appartementdorf wartet auf die Skifahrer. Aber nicht nur Wintersportler kommen am Pohorje auf ihre Kosten. Im Sommer nutzen vor allem Biker und Wanderer das Erholungsgebiet.
Zum Abschluss noch ein Tipp: Für jene, die stressfrei und Klima schonend in die Europäische Kulturhauptstadt 2012 reisen möchten, bietet die ÖBB-Tochter Rail Tours Austria eine Nächtigung im 3-Sterne-Hotel Orel inklusive Frühstück, Bahnfahrt nach Maribor und zurück sowie ein Abendessen ab 105 Euro pro Person an.
Mehr Infos: Maribor - Die Kulturhauptstadt Europas 2012


















~phaidros
Warum Maribor?
Sehr geehrter Herr Wernitzing, in Klammern erwähnen Sie es ja wenigstens, aber warum kann es im Text nicht »Marburg« heißen? Schreiben Sie nächstens über Roma, Praha, Moskwa oder Bruxelles?
Auch so geht Kultur verloren (und zwar die eigene), wo wir in Europa doch angeblich so sehr auf Vielfalt wert legen. Mein Zuruf und gleichzeitig herzliche Bitte: bitte auf dieses sprachliche Detail achten!
BG phaidros.vie@gmail.com
~phaidros
Für den vertippten Namen...
...bitte ich um Entschuldigung, Herr Wernitznig! BG
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