Sonntag 19. Mai 2013, 13:33

Telekommunikation & Verkehr

Marco Polo: 64,6 Millionen Euro für Verkehrsverlagerung

Ab sofort können für das EU-Förderprogramm Marco Polo neue Anträge eingebracht werden. Es stehen knapp 65 Millionen Euro zur Verfügung, um die Umweltfreundlichkeit des Güterverkehrs zu verbessern und dabei die Verkehrslage auf Europas Strassen zu entspannen. Einreichfrist ist der 21. September 2012.

Marco Polo: 64,6 Millionen Euro für Verkehrsverlagerung
Marco Polo: 64,6 Millionen Euro für Verkehrsverlagerung
Bild: EC
Weg von der Strasse zu alternativen Transportwegen. Das ist das Motto der Europäischen Kommission, um den Güterverkehr nachhaltiger und damit effizienter zu gestalten. Bis 2030 sollen  30% der Frachtwege über 300 km auf die Schiene oder den Wasserweg verlegt werden, bis 2050 soll  es die Hälfte des Frachtvolumens sein. Folgende Entwicklungsmassnahmen sind förderfähig: Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse weg zu alternativen Transportwegen, Ausbau von Schiene und Wasserwegen, Meeresautobahnen, Verkehrsvermeidung sowie Information und Aufklärung über die aktuelle Problematik.

Verkehrsaufkommen im Steigflug

Die zunehmende Globalisierung führt naturgemäss zu einer höheren Verkehrsdichte. Fette Brummis tummeln sich auf Europas Straßennetz, der Urlaubsverkehr in den Sommermonaten nebst dem üblichen Baustellendschungel sorgen zudem für chaotische Verhältnisse und kilometerlange Staus. Das belastet die Umwelt und verursacht enorme zusätzliche Kosten. Der Treibstoffverbrauch steigt, Liefertermine verzögern sich. Doch es gibt ökonomisch und ökologisch durchaus sinnvolle Alternativen zur Strasse, es ist höchste Zeit, den Verkehrsmix neu zu gestalten und zugleich die Umwelt zu entlasten.

Schiene und Wasserwege als effiziente Transportwege

Das Marco Polo Förderungsprogramm der EU ist wie geschaffen für innovative Transportprofis, die mit der Zeit gehen und auf Nachhaltigkeit setzen. Gerade die meist schwierige Start-up-Phase mit den operativen Anlaufverlusten verursacht bei Unternehmen finanzielle Kopfschmerzen. Es dauert, bis die Investitionen greifen und Gewinne realisierbar sind. Und genau hier setzt Marco Polo an indem es Anreize schafft, die kritische Startphase zu überbrücken. Immerhin geht es darum, ein jährliches Frachtaufkommen von rund 700 000 Trucks zwischen Berlin und Paris durch umweltfreundliche Alternativen von Europas Strassen zu holen, anders können die Ziele aus Brüssel nicht realisiert werden. Als positiver Nebeneffekt dürfen wir uns auf eine beträchtliche Kostenersparnis im Güterverkehr freuen, die Wettbewerbsfähigkeit  steigt.

450 Millionen Euro von 2007 – 2013

Intelligente Verkehrskonzepte die helfen, die Strasse zu entlasten sowie Logistik und Support-Management-Systeme auf IT-Basis inklusive geeigneter Trainingsprogramme können an dem Programm teilnehmen, Brüssel lasst sich die Umstellung einiges Kosten. So konnten beispielsweise über den Zeitraum von 2003 – 2009 gemeinsam mit über 500 Unternehmen 125 Projekte im Sinne der Verkehrsverlagerung dank dem Marco Polo Förderprogramm umgesetzt werden, das macht knapp 80% der vorhandenen Mittel aus. Für 2007 bis 2009 waren es in Summe 70 Projekte, die Förderungen bis zu 7.500.000 Euro erhielten und dabei beachtliche 1,4 Milliarden ökologischer und sozialer Kosten einsparten.         

32 neue Projekte in 2010

Marco Polo gewinnt zunehmend an Bedeutung: 26 Projekte im Interesse der Verkehrsverlagerung, vier Aktionen im sinne von gemeinsamen Lernaktionen für Nachhaltigkeit und eine Aktion zur Verkehrvermeidung unter Berücksichtigung des Kurzstreckenseeverkehrs sind die stolze Bilanz der Ausschreibung. Doch es bleibt noch viel zu tun, um die Ziele aus Brüssel mittels geeigneter Verkehrskonzepte und innovativer Logistiksysteme zu erfüllen.   

Marco Polo - New ways to a green horizon

 

 


 




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