Samstag 18. Mai 2013, 17:57

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„Let`s make Money“ - Der Neue Schul(ungs)film

Wenn Europas Kinder in die Schule kommen, dann sind sie Optimisten und sie freuen sich auf ihr Leben. Damit das nicht überhand nimmt, gibt es den „Neuen Schulungsfilm“. Der Neue Schulungsfilm nennt sich Dokumentarfilm, ist es aber nicht. Er entsteht von Menschen ohne Wirtschaftswissen für solche, die es sich von den Machern eigentlich erwarten.

Poster as der Zeit d. russ. Revolution
Poster as der Zeit d. russ. Revolution
Bild: privat
Die Regisseure sind gelernte Mechaniker, sind Germanisten, Filmemacher, Anglisten, Philosophen oder Journalisten. Niemals Wirtschaftswissenschafter. Wozu auch? Das Ziel der Filme ist ein rein gesellschaftspolitischer.

„Wo angeblich Geld arbeitet, gibt es immer irgendwo irgendjemanden, der ausgebeutet wird“
(Erwin Wagenhofer, Brennstoff 14/2008)

„Let`s make money“ von Erwin Wagenhofer war einer der ersten „Neuen Schulungsfilme“. Co-Partner war Kommunist Jean Ziegler („Marx, wir brauchen dich!“, 1997). Tenor: „Die reichsten 3% beuten die restlichen 97% aus“ - Dazu noch die Menschen in den Schwellenländern, Afrika und Lateinamerika. Am Filmende spricht Hermann Scheel (SPD) traurig und bedeutungsschwanger: „Wir kleinen Leute bezahlen immer die Zeche. Deshalb müssen wir uns organisieren!“

Interessanterweise sind es vor allem Religionslehrer, die den Der „brennstoff“ ist die Unternehmenszeitung von GEA-Schuhe („Waldviertler“) und wird von Inhaber Heinrich Staudinger seit 2004 herausgegeben. Sie befasst sich mit marxistischen und verschwörerischen Inhalten. Kostprobe? „Es ist ein Phänomen in der Menschheitsgeschichte, dass sich die herrschende Schicht immer Werkzeuge hergerichtet hat, die zum Beherrschen und Ausbeuten dienen. Das Geld ist hierbei eine sehr elegante Klinge, kein Kanonenrohr, aber in der Wirksamkeit allem überlegen“ (brennstoff 14/2008).

Mit wirtschaftlichem Hintergrundwissen werden Zuschauer in den „Neuen Schulungsfilmen“ ohnehin zu keiner Zeit belästigt. Hauptmittel der Propagandastreifen sind immer herausgegriffene Einzelbeispiele, tendenziös aufbereitet. Die Interviewten werden so lange befragt, bis man das für böse gehaltene Zitat endlich im Kasten hat. Und selbst der Dümmste hat am Ende eines solchen Films kapiert, dass die herrschende Klasse und die Reichen dieser Welt sich gegen uns kleine Würstchen verschworen haSo ist der Neue Schulungsfilm geradezu prädestiniert, im sozial frustrierten und wirtschaftlich ungebildeten Europa für eine neue Generationen junger, sozial frustrierter und wirtschaftlich ungebildeter Menschen zu sorgen.

„Let’s make money“

Der Film von Erwin Wagenhofer ist der „Neue Schulungsfilm“ schlechthin, unverzichtbar in der frühmarxistischen Erziehung junger Menschen. Vorgeblich geht es darum, wie und wo unser Geld arbeitet. Doch schon nach 30 Minuten geht es nur mehr um das Einlernen neomarxistischer Mant-ras: Die 3 Prozent der Reichsten beherrsDer Film begleitet Mirko Kovats, Chef des österreichischen „A-Tec“-Konzerns in seiner Limousine zur neuen Fabrik. Die Kapazität soll vervierfacht werden. Ein Schweißer würde dank der Globalisierung 200 Euro im Monat verdienen, ein Ingenieure 2.500 Euro! Tendenz steigend. Wo ist das Problem, mag mancher denken und möchte die Inder am liebsten beglückwünschen. Als Gelegenheitsarbeiter hatten sie bis vor kurzem bei Knochenjobs und 16 Stundentagen noch von 20 Dollar vegetieren müssen. Die Kamera gibt die Antwort: Sie schwenkt hinüber zu den Slums von Madras. Man sieht Müllberge und stinkende Kloaken. Ein Drittel der Einwohner lebe unter solchen Bedingungen. Wer jetzt immer noch kein Problem erkennt, der besitzt wohl Wirtschaftsbildung. Den anderen erklärt es Erwin Wagenhofer: Globalisierung und Kapitalismus seien an der Armut Indiens schuld und an den geringen Gehältern von nur 2.500 Euro!

An Indiens Elend schuld: Marxismus bis 1991

Da hatte Wagenhofer im Wirtschaftsunterricht wohl gefehlt: Es war der Marxismus Nehrus und Indira Ghandis, der es den Indern bis zur Wende 1991 untersagte, Firmen zu gründen und zu produzieren. Millionen junger Inder konnten so nicht von einer Industrialisierungswelle aufgefangen werden, sondern landeten in den Slums Kalkuttas – Stichwort Mutter Theresa. Eine ganze Gesellschaft wurde aus ideologischen Gründen kollektiv dazu verdammt, von 10- oder 20-Dollar-Gelegenheitsjobs (im Monat) zu vegetieren. Und jetzt kommen (fremdländische!) Investoren und schaffen ungezählte Jobs! Und sie zahlen das Zehn- und ZAuf echte Zahlen müssen Sie im „Neuen Schulungsfilm“ ohnehin verzichten. Etwa, dass seit der Einführung der Marktwirtschaft im Jahre 1991 200 Millionen Inder der Armut entkommen konnten und dass die Nettolohnzuwächse im Jahresschnitt bei weit über 10% liegen.

  Damit das kein euphorischer Film über das Zurückdrängen der Armut aus Asien würde, dürfte man sich an die kommunistische Vergangenheit Indiens erinnert haben, wenn man eine verbitterte Inderin kundtun lässt, was man in so einem Film mittlerweile längst erwartet hatte: Das Wirtschaftswachstum komme in der Gesellschaft nicht an! Die kleinen Leute müssten mehr Steuern bezahlen, damit eine korrupte Regierung diese dann an profitgierige Investoren aus dem Ausland (!) verschenken könne.

Erstunken und erlogen. Die Armen bezahlen gar nichts an die Reichen. Die Armen zapfen den Strom illegal vom Stromnetz ab; leben können Indiens Stadtwerke nur von den Rechnungen an die neuen Firmen und an die neue Mittelschicht in ihren neuen Appartementhäusern. In Infrastrukturprojekten (wie Autobahnen und Flughäfen) sucht man Zehntausende Arme zu beschäftigen, indirekt beschleunigt dies dann die Ansiedlung neuer Betriebe (siehe A-Tec). Und alles mit dem Steuergeld der Reichen.

Indien: Aufschwung dank Globalisierung

Mit der Globalisierung Indiens geht die absolute Anzahl der Armen Indiens jetzt endlich zurück. Erstmals schöpfen junge Inder Hoffnung und sie halten sich in ihrer Euphorie im Jahr 2010 als die „Golden Generation“. Die Lebenserwartung stieg in nur 20 Jahren Globalisierung von 53,3 Jahre auf 64,4. Doch kurzfristig wachsen manche Slums dabei vorläufig noch weiter.

Denn wie im Manchesterkapitalismus oder später in Europa flüchten die hungernden Landbewohner nun in die aufstrebenden Städte, wo die Infrastruktur dem Ansturm aber einfach nicht gewachsen ist. In Delhi und Mumbai steigen sich mittlerweile mehr als 20 Millionen Bewohner auf die Füße, in Kolkata sind es 16 Millionen, in Chennai und Bangalore jeweils 8. Nun baut man an allen Ecken und Enden neue Wohnungen, was wieder ein Mehr an Arbeitsplätzen schafft. Doch auch unsere Metropolen haben den Ansturm seinerzeit letztendlich verkraftet. Zeugnis von den stürmischen Wachstumszeiten geben die Arbeiter- und Gründerzeithäuser Wiens.

Europa braucht liberale Zivilgesellschaft

Europa hat schleunigst zwei Hausaufgaben zu lösen: Erstens muss es seine Bevölkerung betriebswirtschaftlich ausbilden, und zwar von studierten Wirtschaftswissenschaftern. Und zweitens muss es für eine Demokratisierung der Gesellschaft sorgen. In Deutschland wie in Österreich ist der öffentlich-rechtliche Medienbereich einseitig links. In Österreich wird er ganz offen (und ganz unverschämt) als Teil des SPÖ-eigenen Parteiapparates angesehen – Stichwort Niko Pelinka.

Europas Lehrpläne sind zu durchforsten. Weniger Marx und Lenin bei den Germanisten, dafür mehr Horx und Hayek. Wenn man Schüler mit politisch einseitigem Material konfrontiert ´- egal, links- oder rechtsextrem – dann ist dafür Sorge zu tragen, dass auch die Gegenseite zu Wort kommt.

Wenn Europa an diesen wichtigen Zukunftsfragen scheitert, wird auch das Land und die Vision dahinter als solches scheitern. Weil es den negativen Duktus „Als kleiner hast Du (in Europa) keine Chance!“ wieder und wieder an die nächste Generation weitergibt.

Und das schwächt Europa politisch und wirtschaftlich und letztendlich auch sozial.

 

 


 




Let`s make Money“ - Der Neue Schul(ungs)film

Sorry, das System Geldwirtschaft ist genauso etwas Erschaffenes wie der Film. Es bildet nicht annähernd die natürlichen Gesetzmäßigkeiten ab. Daher auch der Versuch laufend daran herum zu manipulieren. Dasselbe gilt auch für die Betriebswirtschaftswissenschaften.
Es ist ein guter Trick - machen auch die Handzauberer so – etwas als von Natur aus gegeben darzustellen, und niemand sieht mehr hin.
Es ist an der Zeit, viele alte Systeme zu hinterfragen und eventuell neu zu gestalten. Denn ein System bleibt auch dann wirkungsvoll, wenn man die Spieler austauscht. Das bedeutet leider, egal wer ausgetauscht wird, er/sie bedient das installierte/vorhandene System.
Jeder der das System hinterfragt kommt auf die Inquisitionsliste –Glaubt anscheinend nicht an das System und gefährdet den sozialen Frieden. Unser System geht mit anderen Meinungen und Kritiken ähnlich um wie damals. Die Art der Foltermethoden hat sich geändert. (verzeihen Sie diesen politisch unkorrekten Ausdruck)
Na dann, auf viele, lustige, neue und subjektive Filme, denn unser System ist vollkommen objektiv, menschenfreundlich und liebt die Herausforderung hinterfragt zu werden.

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