Leader – Bewohner nehmen die Zukunft ihrer Heimat selbst in die Hand
Zuerst säen, dann ernten. Dieses Prinzip verfolgt die Regionalförderung Leader, die in der aktuellen Periode 2007 bis 2013 mit 213,7 Mio. Euro aus dem EU-Topf gefördert wird. 4,3 Mio. Menschen und damit mehr als die Hälfte der Österreicher leben in einer der 86 Leader-Regionen, in denen konsequent an der lokalen Entwicklung und Stärkung der regionalen Identität gearbeitet wird.

Bild: Leader
Große Ziele, die im Kleinen in Angriff genommen werden
Erfolgsgarant, dass die Konzepte in den begrenzten, homogenen Regionen tatsächlich nachhaltig wirken, ist der Bottom-up-Ansatz. Die Menschen vor Ort entwickeln eigene Projekte und sind in die Entscheidungsfindung eingebunden. Ideen aus der Bevölkerung werden aufgegriffen und mit professioneller Begleitung weiterentwickelt, und nicht von externen Planungsstellen und Organisationen aufgesetzt.
Ländlicher Raum erstarkt durch Vernetzung
Die Leader-Maßnahmen, die in lokalen Aktionsgruppen (LAG) umgesetzt werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um Fördermittel aus Brüssel anzapfen zu können: So müssen geförderte Projekte die Erhaltung, Weiterentwicklung und Stärkung des ländlichen Raums zum Ziel haben. Finanziell unterstützt werden nichtagrarische Betriebe, Gemeinden sowie verschiedenste Projektträger. Darunter fallen Maßnahmen wie Diversifizierung, ländlicher Tourismus oder Dorferneuerung, aber auch Förderung von Kleinstunternehmen. Zudem geht es um die Vernetzung lokaler Partner und das Zusammenwirken unterschiedlicher Wirtschaftszweige, wobei auch der Innovationsgeist gefragt ist. Die Koordination der EU-Initiative, die seit dem EU-Beitritt 1995 in Österreich läuft, erfolgt im Lebensministerium.
In 16 Jahren 197 Mio. Euro aus Brüssel geholt
In den 16 Jahren ihrer EU-Mitgliedschaft konnte die Alpenrepublik bereits 197 Mio. Euro an Leader-Geldern aus Brüssel abholen. (Siehe Tabelle). 5100 Projekte wurden damit bereits erfolgreich umgesetzt. In der vergangenen Periode 2000 bis 2006 etwa wurden in 56 Leader-Regionen 1400 Initiativen ins Leben gerufen und erfolgreich abgeschlossen.
|
Programm |
Periode |
EU-Mittel (Mio €) |
Nationale Mittel Bund und Länder (Mio €) |
Öffentliche Finanzierung gesamt (Mio €) |
|
Leader II |
1995 - 1999 |
25,0 |
24,0 |
49,0 |
|
Leader + |
2000 - 2006 |
76,8 |
29,8 |
106,6 |
|
LE 07-13 |
2007 - 2013 |
213,7(aktuell 95) |
209,4 |
423,1 |
Stand Ende Oktober 2011; Quelle: Lebensministerium
In der laufenden Förderperiode stehen für Leader Projekte in Österreich bis 2013 insgesamt 423,1 Mio. Euro zur Verfügung (213,7 Mio. EU-Geld und 209,4 Mio. nationale Mittel). Das ist mehr als viermal soviel wie 2000 bis 2006, als Leader noch mit 103 Mio. Euro dotiert war. Die beachtliche Aufstockung der Mittel erklärt das Lebensministerium mit dem europaweiten Erfolg der Initiative. „Entsprechend den EU-Rechtsgrundlagen (VO 1698/2005) war Leader in der Periode 2007 bis 2013 mit mind. 5% des Programms LE 07-13 zu dotieren. Daraus ergibt bei einer Gesamtförderung des Ländlichen Entwicklungsprogramms von rund 8 Mrd. Euro ein Anteil von rund 400 Mio. Euro für Leader“, rechnen die Verantwortlichen im Lebensministerium vor. Oder anders: Durch das Up-Grade des Leaderkonzepts in die Mainstream-Programme für Ländliche Entwicklung gab’s auch mehr Geld.
Auch im Zeitraum 2014 bis 2020 werde Leader „wieder eine wichtige Rolle einnehmen“, heißt es aus dem Ministerium, „ein Mindestanteil am künftigen Gesamtprogramm der Ländlichen Entwicklung von mindestens 5 % soll dabei eine ausreichende finanzielle Unterstützung sicherstellen.“
Leader-Zwischenbilanz 2007 bis 2013
Mit Ende Oktober 2011 wurden rund 346,5 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln für Leader-Projekte genehmigt, was einen Genehmigungsstand von rund 86 Prozent bedeutet. Ausbezahlt wurden bisher insgesamt 191,9 Mio. Euro, davon 95 Mio. Euro EU-Gelder, ausgezahlt – ein Umsetzungsstand von 45 Prozent. Die Initiatoren haben aber noch genügend Zeit, den Leader-Topf auszuschöpfen, denn die Förderungen für bereits genehmigte Projekte werden bis 2015 ausbezahlt.
Das Geld fließt in die einzelnen Leader-Regionen, aktuell 86 an der Zahl: 3 im Burgenland, 5 in Kärnten, 18 in NÖ, 24 in OÖ, 8 in Salzburg, 19 in der Steiermark, 8 in Tirol und eine in Vorarlberg. Dass OÖ mit 24 Leader-Regionen in der aktuellen Förderperiode die Nase deutlich vorne hat, erklärt das Lebensministerium mit der Definition flächenmäßig vergleichsweise kleiner Leaderregionen. (Siehe Karte; Quelle: www.leader-austria.at)
Von der Antragstellung bis zur Auszahlung
Die Förderabwicklung läuft wie folgt ab: Der Projektantragsteller reicht seinen Antrag bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) ein. Das Projektauswahlgremium der LAG beurteilt das Projekt im Hinblick auf die Lokale Entwicklungsstrategie. Wird die Zielsetzung erfüllt, wird das Projekt von der LAG bewilligt. Nach Weiterleitung zur verantwortlichen Landesstelle und dortiger Genehmigung wird der Antrag im Monitoring und in der AMA-Zahlstellen-EDV erfasst, die anerkennungsfähigen Kosten und damit der Auszahlungsbetrag ermittelt und die Zahlung im Anschluss freigegeben. Die endgültige Förderentscheidung trifft aber immer die zuständige Förderstelle. (Details siehe Grafik; Quelle: www.ooe.gv.at)
Eine Liste der aktuell laufenden Projekte (Periode 2007 bis 2013) ist unter der Internet-Adresse http://www.netzwerk-land.at/netzwerk/projekte-gute-beispiele/projektdatenbank-le-07-13 abrufbar. Ein Verzeichnis mit detaillierter Projektbeschreibung für „Leader+“ (Periode 2000 bis 2008) finden Interessierte im Archiv unter http://archiv.leader-austria.at/network/downloads.html.
Aus diesem reichen Fundus wird EU-Infothek im Weiteren einige Best-Practice-Beispiele genauer unter die Lupe nehmen und vorstellen.
Weiterführende Informationen zu Leader unter: www.leader-austria.at
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