Samstag 19. April 2014, 21:33

Reportagen

Landesausstellung bringt kräftigen Impuls fürs Mühlviertel

Die Vorbereitungen für die grenzüberschreitende Landesausstellung von Oberösterreich und Südböhmen „Alte Spuren. Neue Wege“ laufen auf Hochtouren. Kulturreferent Landeshauptmann Josef Pühringer erwartet für die Region eine Wertschöpfung von mehr als 80 Millionen Euro.

Bgm. A. Hartl, Kuratorin Andrea Scheichl, LH Josef Pühringer, VzBgm. Jitka Zikmundová, Dr. Jiří Vlach, Bgm. Ch. Jachs (v.l.n.r.)
Bgm. A. Hartl, Kuratorin Andrea Scheichl, LH Josef Pühringer, VzBgm. Jitka Zikmundová, Dr. Jiří Vlach, Bgm. Ch. Jachs (v.l.n.r.)
Bild: Land OÖ/Stinglmayr
Das Interesse für die grenzüberschreitende Schau vom 26. April bis 3. November ist bereits im Vorfeld enorm. So gibt es einerseits mit Freistadt und Bad Leonfelden auf oberösterreichischer sowie mit Krumau und Hohenfurth auf tschechischer Seite sehr attraktive Standorte, andererseits kommt das Erlebnis des Besuchs beim Nachbarn hinzu. Und die Zusammenarbeit funktionierte bereits im Jahr 2005 bei der gemeinsamen Ausstellung über den Dichter Adalbert Stifter ausgezeichnet.

Der 1805 im Böhmerwald geborene und 1868 in Linz verstorbene Stifter wird auch Thema der kommenden Landesausstellung sein, ebenso wie der in Haag am Hausruck auf die Welt gekommene „Dichter des Böhmerwaldes“ Karel Klostermann (1848-1923). Gegenübergestellt werden weiters in der Musik die Komponisten Anton Bruckner und Friedrich Smetana, Schöpfer der berühmten sinfonischen Dichtung „Die Moldau“. Nicht zu kurz kommen auch die Themen Verkehr – Stichwort Pferdeeisenbahn von Gmunden nach Budweis – und die böhmisch-österreichische Küche.

Gemeinsames und Trennendes zwischen Donau und Moldau

Trotz aller Gemeinsamkeit – Oberösterreich und Böhmen befinden sich Jahrhunderte lang bis 1918 in selben Staatenverband – soll laut Co-Kuratorin Andrea Scheichl von der Universität Wien aber Trennendes nicht verschwiegen werden. Die Vertreibung der Tschechen in der NS-Zeit sowie die der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg werden ebenso thematisiert wie die aktuellen Auffassungsunterschiede in der Atomkraft am Beispiel von Temelin.
Zu sehen gibt es dies alles in den so genannten Eybl-Häusern mit dem Bürgerspital in Bad Leonfelden (Alltagsgeschichte), in der Braucommune Freistadt (Bier und seine wirtschaftliche Bedeutung), im Stift Hohenfurth (Landwerdung dieses Raumes) und im Regionalmuseum sowie in der wieder belebten Synagoge und dem Seidl-Atelier in Krumau (Visionen und Projekte für den Landstrich). Ein Highlight der Schau bildet das Zawisch-Kreuz, das laut dem südböhmischen Ausstellungsdirektor Jiri Vlach zu den drei wertvollsten Kulturdenkmälern Tschechiens zählt.

Hoffen auf neue Kooperationen

Das Land OÖ investiert laut Pühringer insgesamt 8,5 Millionen Euro, davon 4,5 Millionen Euro in die Adaptierung des Bad Leonfeldner Bürgerspitals, das als Stadtmuseum weiter genützt werden soll. Weitere vier Millionen Euro fließen in den Umbau der Braucommune Freistadt, die einer kulturellen Mischnutzung zugeführt wird. Dazu kommen noch acht Millionen Euro von der Brauerei, dem eine Wertschöpfung von mehr als 80 Millionen Euro für die Bezirke Freistadt und Urfahr-Umgebung gegenüberstehen sowie die „große Chance für einen Brückenschlag und die Nachbarschaftspflege“.
Der Freistädter Bürgermeister Christian Jachs und sein Leonfeldner Kollege Alfred Hartl zeigen sich optimistisch, dass sich im Windschatten der Kultur auch wirtschaftliche und touristische Kooperationen entwickeln werden.




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