Kroatien 2013 zur Europäischen Union
In der kroatischen Regierung herrscht, laut Presseberichten, Erleichterung über das Abstimmungsergebnis beim Beitrittsreferendum vom 22. Jänner 2012. Man spricht von einer satten Mehrheit, doch diese liegt bei 66% von 43,5%, was in toto rund 30% der Gesamtwählerschaft entspricht. Die in den vergangenen zwei Jahrzehnten, durch Krieg von außen und schwerer Fehler seitens der eigenen Landespolitik samt diverser Korruptionsskandale haben bei der wiederholt schwer geprüften Bevölkerung tiefe Spuren an Unbehagen und Zweifel hinterlassen.

Bild: filip horvat
Historisch ist weiters festzuhalten, dass Kroatien in den vergangenen einhundertfünfzig Jahren eigentlich immer auf der Verliererseite zu stehen kam. Das von der EU und anderen verliehene Prädikat "Westbalkan" ist weder zutreffend noch intelligent.
Am 1. Juli 2013 wird die Republik Kroatien der EU als 28. Mitglied beitreten, seit 2009 ist sie bereits Mitglied der NATO.
Die seitens Brüssel postulierten Reformauflagen wie Privatisierung der Schiffswerften, Fortschritte in den Bereichen Grundrechte, Justiz, Wettbewerbspolitik u. a. m. stellen zum Gutteil keine substantielle Herausforderung dar. Doch das was sich, für ein Industrieschwaches aber Tourismus hoch attraktives Land, hinter den Begriffen Grundrechte, freie Marktwirtschaft, Abbau der Staatsverschuldung und ähnlichem verbirgt, löst sowohl beim vergangenheitsgeplagten Bürger als auch beim Durchschnittsunternehmer durchaus begründete materielle Ängste aus. Einmal wegen der befürchteten Liegenschaftsverkäufe an den Küsten, zum anderen wegen drohender Verluste von zahlreichen Arbeitsplätzen in Folge der Privatisierung von Produktionsunternehmen.
Die Staatsführung erwartet sich von der EU-Mitgliedschaft, nicht unbegründet, einen kräftigen Investitionsschub, weiter verbesserte Aussichten für die eigene Exportwirtschaft und finanzielle Dotierungen im Rahmen der einzelnen Förderungsprogramme bzw. Budgets. Der Tourismus wird sich in Anbetracht der großen Beliebtheit der schönen Adria-Strände kaum überdurchschnittlich steigern können.
In diesem Zusammenhang ist die jetzige Staatsführung ebenso direkt gefordert, sich auch der ungelösten Problemfälle der Vergangenheit, darunter mit Österreich, ernsthaft anzunehmen und einer schnellen Endbereinigung zuzuführen.
In Anbetracht der Jahrhunderte langen gemeinsamen Vergangenheit und Kämpfe für identische moralische, kulturelle und politische Werte können wir Österreicher dem kroatischen Volk aus ganzem Herzen ein ehrliches "willkommen zu Hause" zurufen und die Regierung mit besten Wünschen zu einer für Land und Leute umsichtigen und verantwortungsvollen Politik aufrufen, damit der Beitritt zur Europäischen Union auch tatsächlich für Kroatien ein Erfolg wird.













~Anonymous
Kroatien in der EU
..ist mit Sicherheit für die EU ein Erfolg,
doch mit Blick auf die Vergangenheit, wieder einmal kein Erfolg für das kroatische Volk.
Genau wie schon vor 1000 Jahren oder auch erst vor 20 Jahren musste das Volk Opfer bringen für wenige elitäre andere. Warum sollte das heute anders sein?
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