Kopenhagen wird Grüne Hauptstadt Europas 2014
Die dänische Stadt Kopenhagen erhält die Auszeichnung „Grüne Hauptstadt Europas 2014“. Die Vergabe wurde von EU-Umweltkommissar Janez Potočnik bei einem Festakt in der spanischen Stadt Vitoria-Gasteiz, die derzeit den Titel innehat, bekannt gegeben.

Bild: Katharina Wieland Müller/pixelio.de
EU-Kommissar Potočnik: „Ich gratuliere Kopenhagen dazu, wie es mit gutem Beispiel vorangeht. Wir können von den Bemühungen der Stadt zur Verbesserung des Umweltschutzes und der Lebensqualität für die Bürger, die gleichzeitig mit der Schaffung neuer Geschäftsmöglichkeiten einhergehen, viel lernen. Ich freue mich schon jetzt auf das Jahr, in dem Kopenhagen Grüne Hauptstadt Europas ist. Die Stadt wird zahlreiche Gelegenheiten haben, ihr Fachwissen und ihr kreatives Konzept für die Stadtplanung und zur Entwicklung einer umweltfreundlichen Wirtschaft zu präsentieren.“
Die Auszeichnung „Grüne Hauptstadt Europas“ wird jährlich verliehen und soll Städte zur Verbesserung der Qualität des städtischen Lebens durch die systematische Einbeziehung von Umweltfragen in die Stadtplanung und das Stadtmanagement ermutigen. Jährlich wird eine Stadt aus der großen Zahl der Bewerber ausgewählt. Die Jury betrachtet Kopenhagens „grünes Geschäftsmodell“ als beispielhaft für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, um den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Belangen Geltung zu verschaffen. Das Modell verfügt über gutes Potenzial, auch in anderen Städten der Welt nachgeahmt zu werden.
Grünes Labor
Kopenhagen hat in seinem Konzept für Ökoinnovation und nachhaltige Beschäftigung Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor die Schlüsselrolle eingeräumt. Die Stadt arbeitet mit Unternehmen, Hochschulen und Organisationen in speziellen Foren zu diesem Thema zusammen, um grünes Wachstum zu entwickeln und umzusetzen. Das Nordhafen-Projekt beispielsweise umfasst ein „grünes Labor", in dem der Schwerpunkt auf umweltfreundlichen Technologien liegen wird. Dabei handelt es sich um ein Modell, das auch auf andere Städte übertragen werden kann.
Die Wahl der Jury fiel auf Kopenhagen als gutes Modell für städtebauliche Planung und Gestaltung. Es ist auch ein Vorreiter im Bereich Verkehr und will weltweit die radfahrerfreundlichste Stadt werden. Ziel ist, dass bis 2015 50 % der Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Schule fahren (im Jahr 2010 waren es 35 %). Damit will die Stadt zum Erreichen ihres ehrgeizigen Ziels beitragen, bis 2025 CO2-neutral zu werden.
Kommunikationsmaßnahmen sehr wirkungsvoll
Zu den Finalisten gehörten außerdem Bristol und Frankfurt. Bristol beeindruckte die Jury mit einer ehrgeizigen Vision der Nachhaltigkeit unter Beteiligung einer Vielzahl von städtischen Akteuren, u. a. NRO, lokale Wirtschaft, Wissenschaft und Freiwillige. Sein Engagement für die Abmilderung des Klimawandels und seine Luftqualitäts- und Lärmschutzpolitik wurden hervorgehoben.
Frankfurts Pläne zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von neuen Gebäuden, seine hervorragende Abfallbewirtschaftung und die zahlreichen Grünflächen wurden sehr gelobt, doch wurden Bedenken geäußert, wie sich die jüngste Erweiterung des Flughafens auf die Lebensqualität der Bürger im Grüngürtel im südlichen Teil der Stadt auswirken würde.


















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