Montag 20. Mai 2013, 04:05

Aktuelles

Keine Einigung auf neue Hilfen für Griechenland

Griechenland muss auf weitere Hilfsmilliarden vorerst warten. Die internationalen Geldgeber haben sich in der Nacht auf Mittwoch nicht auf ein Lösungspaket einigen können. Zwölf Stunden dauerte die Sitzung - am Ende gab es aber keine umfassende Vereinbarung für das krisengeschüttelte Land. Am Montag soll ein neuer Anlauf erfolgen. Griechenlands Ministerpräsident Samaras reagierte enttäuscht.

Juncker glaubt an "baldige Lösung"
Juncker glaubt an "baldige Lösung"
Bild: APA

Griechenland sei seinen Verpflichtungen nachgekommen. Nun seien die Partner gemeinsam mit dem IWF aufgefordert, das ihre zu tun, sagte Samaras in Athen. Es gehe nicht nur um die Zukunft Griechenlands, sondern um die Stabilität der Eurozone insgesamt. Bis zum Abschluss der Verhandlungen der Geldgeber muss das Land weiter auf neue Hilfsmilliarden warten.

Der deutsche Finanzminister Schäuble sagte in Brüssel: "Wir haben jetzt eine Reihe von Optionen auf dem Tisch, wie wir die Finanzlücke schließen, die wir ja kennen." Da die Fragen so kompliziert seien, habe es jedoch keine abschließende Lösung gegeben. Eurogruppenchef Juncker sagte: "Wir sind nahe an einem Ergebnis, es gibt keinen größeren Stolperstein." Griechenland habe alle Vorbedingungen in befriedigender Weise erfüllt.

In den langwierigen Debatten ging es zunächst darum, ob Griechenland eine neue Hilfsauszahlung von mindestens 31,5 Mrd. Euro erhalten kann. Ohne das neue Geld droht Griechenland die Pleite. Ein weiteres Problem ist ein Finanzloch, das bis 2014 rund 13,5 Mrd. Euro ausmachen wird. Die Lücke entsteht, weil das rezessionsgeschüttelte Land zwei Jahre mehr - also bis 2016 - zum Sparen erhalten wird.

Lösungen deutete die deutsche Kanzlerin Merkel an. Zur Stützung Griechenlands ist nach ihrer Darstellung eine leichte Aufstockung des Rettungsschirms EFSF denkbar. Eine Erhöhung seiner Garantien um etwa 10 Mrd. Euro könnte ein Schuldenrückkaufprogramm ermöglichen, machte Merkel am Mittwoch deutlich. Eine zweite Möglichkeit sei eine radikale Senkung der Zinsen, die Athen für Kredite zahle.

Zusätzliches Geld im Hilfsprogramm von 130 Mrd. Euro soll es nicht geben. Zu dem Streit mit dem IWF über die Schuldenentwicklung sagte Juncker: "Wir nähern unsere Positionen an." Die Europartner wollen Griechenland bis 2022 und damit zwei Jahre länger geben, um den Schuldenberg auf einen einigermaßen erträglichen Wert von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu reduzieren. Der IWF lehnte dies bisher ab.


 




Kommentar hinzufügen