Karas: "Ein anderes Bild von Griechenland vermitteln"
Im Rahmen der Filmpräsentation "Griechenland blüht" im Europäischen Parlament in Brüssel diskutierten unter der Leitung von SPÖ-EU-Delegationsleiter Jörg Leichtfried die Filmemacher Fabian Eder und Katharina Stemberger mit dem Publikum. "Der Dokumentarfilm 'Griechenland blüht' ist ein wichtiger Kontrapunkt zur gleichförmigen Griechenlandberichterstattung in den Medien.

Bild: EUI
Die Menschen hinter der Krise nicht vergessen
Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas, würdigte den Film als "wichtige Erinnerung, den Mensch hinter der Krise nicht zu vergessen". "Wir haben in Europa viel zu viel übereinander gesprochen und zu wenig miteinander. Anstatt Vorurteile zu wiederholen und zu verstärken, müssen wir einander helfen, den schwierigen Weg der Reformen zu gehen. Die Menschen, die heute in Griechenland die unmittelbaren Auswirkungen der Schuldenkrise zu spüren bekommen, sind die Leidtragenden der Fehler von mehreren Politikergenerationen aller Parteien", erklärt Karas. "Bei mehreren Arbeitsbesuchen in Griechenland und im Gespräch mit griechischen Studierenden, die ich nach Brüssel eingeladen habe, habe ich selber immer wieder festgestellt, dass Schwarz-Weiß-Malerei nicht hilft", so der Parlamentsvizepräsident. Deshalb hofft Karas, dass der Film zu einer Differenzierung der Diskussion über Griechenland beiträgt.
Für Ulrike Lunacek, Europasprecherin der Grünen und Delegationsleiterin der Grünen im Europaparlament, ist dieser Film gleich aus mehreren Gründen sehenswert: "Das Filmprojekt 'Griechenland blüht' macht das, was Kommission und Troika bisher verabsäumt haben: den Griechinnen und Griechen zuhören, mit ihnen diskutieren, so wie das im alten Griechenland bei der Agora geschah (heute natürlich mit Frauen und Männern!).
Der Film ist eine tolle Initiative und eine gute Möglichkeit die Menschen in Griechenland zu Wort kommen lassen. Wir erfahren, wie sie von der Krise betroffen sind und welche Auswege sie vorschlagen. Das ist enorm wichtig, denn alle Rettungspakete müssen letztlich darauf zielen, den Griechinnen und Griechen eine neue, bessere Zukunft jenseits des Bankrotts zu ermöglichen. Während der letzten Jahre ist in Griechenlands Politik und Gesellschaft sehr viel falsch gemacht worden - quer durch die Reihen der Parteien, die an der Macht waren - jetzt ist es Zeit für einen Neuanfang, in Griechenland und in der Europäischen Union getragen von den Prinzipien Solidarität und Solidität."


















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