Mittwoch 22. Mai 2013, 06:06

Bildung & Kultur

Kandidaten für Sacharow-Preis für Geistige Freiheit 2012

Weltweit kämpfen engagierte Frauen und Männer für Meinungsfreiheit und die Rechte von Minderheiten. Fünf Initiativen wurden nun für den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments nominiert. Zu ihnen gehört ein weißrussischer Bürgerrechtler, eine Punk-Band russischer Feministen, ein pakistanischer Rechtsanwalt sowie ein Filmemacher und eine Rechtsanwältin aus dem Iran.

Kandidaten für Sacharow-Preis für Geistige Freiheit 2012
Kandidaten für Sacharow-Preis für Geistige Freiheit 2012
Bild: EP
Der Bürgerrechtler Ales Bjaljazki zahlt einen hohen Preis für seinen Kampf für Meinungsfreiheit in Weißrussland, Europas letzter Diktatur. Seit 2011 sitzt der Gründer des Viasna-Menschenrechtscenters im Gefängnis. Seine Organisation kommt nun auch ihm zugute: Viasna unterstützt politische Häftlinge und deren Familien.
Nominiert durch den Abgeordneten Jacek Saryusz-Wolski und 82 andere Parlamentarier.

Auch der pakistanische Politiker und Aktivist Joseph Francis verbrachte einige Zeit in Haft. 1992 hatte er CLAAS gegründet, das Center for Legal Aid, Assistance and Settlement. Die christliche Organisation verteidigt Angeklagte in Blasphemieprozessen und stellt sichere Unterkünfte für Verfolgte. Laut CLAAS werden Blasphemieprozesse in Pakistan für politische Zwecke missbraucht.
Nominiert durch die Fraktion der %Europäischen Konservativen und Reformer.

Ebenfalls nominiert wurde eine Gruppe inhaftierter ruandischer Oppositionspolitiker. Victoire Ingabire Umuhoza, Déogratias Mushayidi und Bernard Ntaganda setzen sich für ein Ende der Gewalt zwischen Hutus und Tutsis ein. Ntaganda und Ingabire wurden verhaftet, nachdem sie angekündigt hatten, gegen den amtierenden Präsidenten Paul Kagame anzutreten.
Nominiert durch die Abgeordneten Willy Meyer, Rosa Estaràs, Santiago Fisas, María Muñiz, Ana Miranda und 37 weitere Parlamentarier.

Die russische Punkband Pussy Riot - Nadeschda Andrejewna Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Marija Aljochina - wurde nach Kritik am russischen Präsidenten Vladimir Putin und einem umstrittenen Auftritt in einer orthodoxen Kirche verhaftet. Unter weltweitem Protest wurden die jungen Frauen zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
Vorgeschlagen von Werner Schulz und 45 weiteren Abgeordneten.

Zwei weitere Kandidaten, die Anwältin Nasrin Sotudeh und der Filmemacher Jafar Panahi, stammen aus dem Iran. Sotudeh setzt sich für inhaftierte Oppositionspolitiker ein und verteidigt zum Tode verurteilte jugendliche Straftäter. Panahi wurde durch seine Filme über das Leben armer Kinder, Frauen und Familien bekannt.
Nominiert durch S&D, ALDE, Grüne/EFA + die Abgeordneten José Ignacio Salafranca, Elmar Brok und 11 weitere Parlamentarier.

Der Sacharow-Menschenrechtspreis wurde nach dem russischen Physiker und Dissidenten Andrej Sacharow benannt. Seit 1988 wird es jährlich vom Europäischen Parlament an Aktivisten und Organisationen verliehen, die sich für den Kampf für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Im Jahr 2011 ging der Preis an Aktivisten des Arabischen Frühlings.


 




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