Juncker warnt vor "Zypern Problem"
Der kürzlich abgetretene Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, warnt davor, "das Problem Zypern" zu "unterschätzen". Das werde "für beide eine enorme Herausforderung, für Zypern wie für die Euro-Zone. Die Zeit drängt. Wenn wir den Problemfall Zypern nicht entschlossen lösen, geht selbst von dieser sehr kleinen Volkswirtschaft eine Ansteckungsgefahr aus", so Juncker zur "Kleinen Zeitung".

Bild: APA
Man werde im Fall Zypern zwar "keine Rettung um jeden Preis zulassen. Aber wir müssen handeln." Zypern hatte im vergangenen Sommer um finanzielle Hilfe gebeten, um vor allem seine Banken zu stabilisieren.
Juncker übt in dem Interview auch Kritik am britischen Premierminister David Cameron, der eine Reform der EU als Voraussetzung für den Verbleib Großbritanniens in der Union sieht. "Camerons Manöver enthält großes Erpressungspotenzial. Mit dem Revolver an der Schläfe kann man nicht handeln", so Juncker. Cameron hatte am Mittwoch der Vorwoche erklärt, Voraussetzung für die weitere Mitgliedschaft seines Landes sei, dass die EU-Partner eine Vertragsänderung akzeptierten, die eine "flexiblere und offenere" Union erlaube. Weiters hatte er ein Referendum über den EU-Verbleib Großbritanniens noch vor Ende 2017 angekündigt.
Juncker sagte, er gehe davon aus, "dass die Briten ein pragmatisches Volk sind und sich nicht selbst ein Bein stellen." Er konzidierte, dass "nicht alles, was Cameron feststellt, falsch" sei. Es gebe "bei der EU angesiedelte Kompetenzen, die man wieder in die Nationalstaaten zurückholen kann." Dann müsse man aber auch bereit sein, "gemeinsam darüber nachzudenken, welche zusätzlichen Kompetenzen nach Brüssel transferiert werden müssen, damit Europa sich in der Welt behaupten kann. Das darf keine Einbahnstraße sein."


















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