Jo Leinen: „Hoffnungsschimmer von unten nach oben“
Das magere Ergebnis der UNO-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 hat die Zivilgesellschaft ebenso enttäuscht wie die Politiker. Der deutsche Europaabgeordnete Jo Leinen (Sozialdemokratische Fraktion) war vor Ort und berichtet im Interview mit EU-Infothek von seinen Eindrücken, die nicht ausschließlich negativ waren.

Bild: EP
Jo Leinen bestätigt diese Einschätzungen zwar im Grundsatz, kann dem Weltgipfel in Rio aber auch den einen oder anderen positiven Aspekt abgewinnen. Der ehemalige Vorsitzende des Umweltausschusses geht auch auf die Frage ein, ob es irgendetwas geändert oder bewirkt hätte, wenn Obama, Merkel, Cameron und Co. persönlich angereist wären, statt nur ihre Minister hinzuschicken und spricht über die Schwierigkeit, das Zwei-Grad-Ziel überhaupt noch zu erreichen.
Zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern hat sich in den letzten Jahren der Graben vertieft. Die Interessen scheinen zu widersprüchlich, um gemeinsame Maßnahmen zu beschließen. In Europa ruft man nach höherem Wachstum, um aus der Krise zu kommen, während in Rio die Umweltschützer betonen, dass nicht nachhaltiges Wachstum schlecht für die Umwelt und die knappen Ressourcen sei. Leinen erklärt, warum die EU in Fragen wie der Bekämpfung des Klimawandels immer mehr an Einfluss verliert und trotz starker Kritik und drohender Vergeltungsmaßnahmen seitens der USA, Chinas, Russlands oder Indiens unbedingt an der Einbeziehung des internationalen Luftverkehrs in den EU-Handel mit Emissionsrechten festhalten muss.
Schließlich gibt Jo Leinen zum Thema „EU als Vorbild für den Klimaschutz“ eine Geschichte über die Klimaschutzabgabe in Brüssel zum Besten, die am besten mit dem Spruch „Wasser predigen und Wein trinken“ betitelt werden kann.


















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