Internationaler Kindertag – 13 Millionen in der EU von Armut betroffen
Am 1. Juni ist der "Internationale Kindertag". In 35 OECD-Staaten leben 30 Millionen Kinder in Armut. Eine aktuelle UNICEF-Studie zeigt auf, wie viele Kinder auch in reicheren Staaten verzichten müssen.

Bild: Alexandra H./pixelio.de
Verzicht auf essentielle Dinge
Die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Bedürfnisse und Situation von Kindern zu richten, ist nicht nur am Internationalen Kindertag wichtig. Denn 13 Millionen Kinder in der Europäischen Union müssen auf essentielle Dinge verzichten, 30 Millionen Kinder in 35 OECD-Staaten leben in Armut. Das ist das Ergebnis eines UNICEF-Reports, der Kinderarmut in den wirtschaftlich am höchsten entwickelten Ländern untersucht hat.
Anhand eines Deprivationsindex vergleicht die Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, auf welche grundlegend wichtigen Dinge Kinder verzichten müssen. Der Index umfasst 14 Punkte, die von drei täglichen Mahlzeiten bis hin zu einem ruhigen Platz für Hausaufgaben reichen. Rund 13 Millionen Kinder (etwa 15 Prozent) in 29 Industrieländern entbehren mehr als zwei dieser grundlegenden Punkte.
Armut auch in reichen Ländern
Auch wenn vor allem die ärmeren Länder Europas wie Rumänien, Bulgarien und Portugal die höchsten Entbehrungsraten aufweisen: Auch in Frankreich oder Italien muss jedes zehnte Kind auf wesentliche Dinge verzichten. In Österreich müssen 8,7 Prozent der Kinder auf mindestens zwei der als notwendig erachteten Punkte verzichten. Nur Dänemark, Finnland, Island, die Niederlande, Norwegen und Schweden weisen einen Index von weniger als 3 Prozent auf.
Neben dem Index, untersuchte die UNICEF auch den Prozentsatz der Kinder, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. Diese Grenze wird definiert mit 50 Prozent des mittleren verfügbaren Haushaltseinkommens. Rund 30 Millionen Kinder in insgesamt 35 OECD-Staaten wachsen nach dieser Definition in relativer Armut auf. Hier schneiden Island, Finnland, Norwegen, die Niederlande, Zypern und Slowenien mit Armutsraten unter sieben Prozent am besten ab, dicht gefolgt von Österreich und Schweden mit 7,3 Prozent. Schlusslicht sind Rumänien und die USA. Dort lebt mehr als jedes fünfte Kind in relativer Armut.
Kinderarmut Folge falscher Politik
Laut Report ist Kinderarmut auch das Ergebnis falscher Politik: Es gebe einen Zusammenhang zwischen Ausgaben und Resultaten: Länder wie Frankreich, Schweden und Großbritannien geben doppelt so viel Geld für Kinder und Familien aus im Vergleich mit Ländern wie Italien, Spanien und der Schweiz.
In Österreich liegt die Armutsrate bei 7,3 Prozent. Ohne staatliche Maßnahmen wie Kindergeld, Steuererleichterungen und Sozialleistungen hätte die Armutsrate unter Familien mit Kindern bei 17,5 Prozent gelegen. Allerdings liegt in Österreich - wie in vielen untersuchten Ländern - die relative Kinderarmut höher als die generelle Armut.
"Langfristig zahlten Gesellschaften einen hohen Preis für Kinder die an Armut und Entbehrungen leiden: verringerte Produktivität, höhere Arbeitslosigkeit, stärkere Abhängigkeit von Sozialleistungen, sowie höhere Kosten für sozialen Schutz und das Justizsystem", erklärt Alexander Schwentner, Kinderrechtsexperte von UNICEF Österreich.


















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