Samstag 25. Mai 2013, 20:34

Umwelt & Agrar


Innovationspartnerschaft zur Lösung von Wasserproblemen

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, durch die Schaffung einer Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Wasser die Innovation bei der Lösung von Wasserproblemen zu fördern.

Innovationspartnerschaft zur Lösung von Wasserproblemen
Innovationspartnerschaft zur Lösung von Wasserproblemen
Bild: Cornerstone/pixelio.de
Mit der Partnerschaft werden grenz- und sektorübergreifend alle maßgeblichen Akteure wie die Wasserwirtschaft, kleine und mittlere Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunalverwaltungen, wassernutzende Industrien und der Finanzsektor zusammengebracht, damit die Entwicklung und Nutzung innovativer Lösungen für Wasserprobleme beschleunigt werden. Mit den wichtigsten Interessenträgern wird ein strategischer Durchführungsplan erarbeitet, um die Schwerpunktbereiche der Maßnahmen festzulegen. Die EIP für Wasser wird versuchen, die Maßnahmen und Ergebnisse bereits bestehender EU-, nationaler und regionaler Maßnahmen untereinander abzustimmen.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Die Europäische Innovationspartnerschaft für Wasser wird dazu beitragen, dass wir auch künftig allen eine sichere, ausreichende und bezahlbare Wasserversorgung bieten können, indem die Entwicklung innovativer Lösungen für wasserbezogene Probleme unterstützt und gleichzeitig das Ziel verfolgt wird, dass Europa weltweit eine führende Stellung in den Wassertechnologien und -dienstleistungen einnimmt."
Die Partnerschaft wird insbesondere zum Ziel haben, Innovationshemmnisse zu beseitigen und bei Innovationen im Wasserbereich eine Verbindung zwischen der Angebots- und der Nachfrageseite herzustellen. Die Maßnahmen der EIP für Wasser werden sich an den Problemen in den Bereichen Wasserbewirtschaftung in den Städten, im ländlichen Raum und in der Industrie ausrichten und außerdem Querschnittsthemen aufgreifen.

EIP für Wasser und ihre Ziele

Schaffung von Innovationsstandorten, um Innovationshemmnisse zu identifizieren und konkrete Maßnahmen, Aktionen, Prototypen und Lösungen für bestimmte Wasserprobleme zu entwickeln, zu erproben und zu demonstrieren;

Verbreitung von Neuerungen und innovativen Lösungen;

Beseitigung von Innovationshemmnissen im Wasserbereich wie z. B. regulatorischen, finanziellen, normativen, technischen oder sozialen Hemmnissen, die die erfolgreiche Markeinführung von Innovationen behindern, und

Entwicklung und Errichtung eines „Marktplatzes“ für Innovationen im Wasserbereich zur Förderung des Austauschs zwischen Problemträgern und Lösungsanbietern unabhängig vom geografischen Standort.

Die EIP für Wasser wird Anfang 2013 vollständig einsatzbereit sein und innerhalb eines Jahres erste Ergebnisse vorweisen können.

Lenkungsgruppe bestellt Task Force

Die Mitteilung zur EIP für Wasser wird jetzt zunächst vom Rat und vom Europäischen Parlament geprüft. Wird sie genehmigt, wird EU-Kommissar Potočnik die hochrangige Lenkungsgruppe noch vor Sommerbeginn zu einer ersten Sitzung einladen. Die Lenkungsgruppe bestellt eine Task Force, die einen strategischen Durchführungsplan ausarbeitet. Dieser Plan soll im Dezember 2012 von der hochrangigen Lenkungsgruppe angenommen werden und Anfang 2013 anwendbar sein.

Innovationspotenzial im Bereich der Wasserwirtschaft

Der globale Wassermarkt entwickelt sich rasch und dürfte bis 2020 ein Volumen im Wert von schätzungsweise einer Billion USD erreichen. Die Wasserwirtschaft in der EU ist bereits weltweit tätig, um innovative Lösungen zu entwickeln, ist aber oft nicht in der Lage, ihr volles wirtschaftliches Potenzial zu entfalten. Durch die Beseitigung von Hemmnissen für Marktneuerungen und die Förderung der komparativen Vorteile Europas in der Innovationswertschöpfungskette können die europäischen Unternehmen dabei unterstützt werden, Lösungen auf den Markt zu bringen und wirtschaftlich zu verwerten. Die Erschließung des Innovationspotenzials im Bereich der Wasserwirtschaft könnte einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Wettbewerbsfähigkeit in Europa leisten. Mit einem Prozentpunkt mehr Wachstum in der europäischen Wasserwirtschaft ließen sich bis zu 20 000 neue Arbeitsplätze schaffen.

 


 




Kommentar hinzufügen