Illegale Online-Glücksspiele kaum kontrollierbar
Während die Bekämpfung des illegalen Glücksspieles im Bereich der Automaten und Spieltempel durch die Schaffung der Finanzpolizei an Effizienz gewonnen hat, bereitet der Internet-Bereich den Experten nach wie vor große Sorgen.

Bild: BMF/Schneider/Koch
Problematisch bleibe aber der weitgehend unkontrollierbare Internetbereich. So scheitert laut dem Finanzministerium die Verfolgung von illegalen Online-Glücksspielen oftmals, weil keine wirksame Durchsetzung der bestehenden nationalen Vorschriften bei international agierenden Unternehmen gegeben ist. Zudem könne die Suchtprävention in einem de facto unregulierten und unreglementierten Markt kaum greifen.
Österreich für konzertiertes Handeln der EU-Mitgliedsländer
Positiv sieht Perotti das von der EU-Kommission herausgegebene Grünbuch Online-Glücksspiele. Dadurch ergebe sich zwar kein unmittelbarer Handlungsauftrag für Österreich, wiewohl ein konzertiertes Handeln der Mitgliedsstaaten im Bereich des Online-Glücksspieles zur Beseitigung der bestehenden Verfolgungsdefizite und divergierenden nationalen Bestimmungen zu begrüßen wäre. So bestehen nach Ansicht von Brüssel beim Glücksspiel im Internet große Geldwäscherisiken. Hier könnten Spieler leichter anonym oder mit gefälschten Identitäten auftreten. Zudem besteht die Möglichkeit, eine illegale Herkunft von Geldern durch Transaktionen über mehrere Spieler- und Betreiberkonten zu verschleiern.
In Österreich verpflichtet das Glücksspielgesetz den Spielbetreiber bereits bei Verdacht oder berechtigtem Grund zur Annahme, dass eine Transaktion des Besuchers in der Spielbank der Geldwäsche dient, zur Beobachtung, Dokumentation und Meldung an die Geldwäschestelle. Auch auffällige Geldtransaktionen sind meldepflichtig. In Deutschland nimmt die Regierung im Kampf gegen die Geldwäsche das Online-Glücksspiel stärker ins Visier. Für Betreiber von Glücksspielen im Internet gelten die Sorgfaltspflichten nach dem Geldwäschegesetz. Schätzungen der EU-Kommission zufolge betrugen die Einnahmen der Anbieter im Internet im Jahr 2008 mehr als sechs Milliarden Euro, Tendenz stark steigend, wobei es laut Experten eine hohe Dunkelziffer gibt.
Erste Casino-Lizenzpakete vor Vergabe
Nach wie vor offen ist, wann die vom Finanzministerium ausgeschriebenen Casino-Lizenzen vergeben werden. Zur Disposition stehen sechs Spielbanklizenzen für die Wiener Innenstadt, Bregenz, Innsbruck, Graz, Linz sowie die Stadt Salzburg (Stadtpaket) sowie das so genannte Landpaket. Dieses beinhaltet einen Standort in Kärnten, zwei in Tirol (außerhalb Innsbrucks), je einen in Vorarlberg (außerhalb von Bregenz) und im Land Salzburg sowie einen in den niederösterreichischen Bezirken Baden und Mödling. Derzeit werden die Unterlagen von der vom Finanzministerium eingerichteten Kommission noch gesichtet, der Zuschlag dürfte laut Insidern im Spätsommer bzw. im Frühherbst erfolgen. Im Anschluss daran – voraussichtlich im Herbst - sollen die im Glücksspielgesetz vorgesehenen drei weiteren Casino-Konzessionen ausgeschrieben werden. Sind sämtliche Lizenzen für den Casino-Bereich vergeben, will das Finanzministerium die Poker-Konzession ausschreiben. Und für das erste Quartal 2013 ist die Testphase für die Anbindung der Geldspielgeräte in den Bundesländern (Kleines Glücksspiel) an das Bundesrechenzentrum geplant. Sobald dieser erfolgreich ist, soll der Echtbetrieb starten.


















~GertiG
Weil wir grad beim Glücksspiel sind ....
Meiner Meinung nach ist alles gut, was man gegen das Glücksspiel unternimmt. Diese Branche ist unnötig wie ein Kropf. In der SPÖ regt sich jetzt zumindest immer mehr Widerstand gegen das kleine Glücksspiel. Siehe dazu den Artikel im Standard vom 21.08.2012 unter http://derstandard.at/1345164660791/Antrag-auf-Verbot-von-kleinem-Glueck... !
Die jungen Vertreter in der SPÖ aus der gut bekannten "Sektion 8" haben das Problem erkannt! Unterstützen wir sie!
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