Dienstag 22. Juli 2014, 21:16

Global

Hilfe für Arme: EU-Entwicklungsziele nach 2015

Trotz der globalen Wirtschaftskrise und steigenden Lebensmittelpreisen hat sich das Leben vieler armer Menschen seit der Jahrtausendwende verbessert. Ein Teil der Erfolge lassen sich auf die Millennium-Entwicklungsziele (MDG) zurückführen, acht konkrete Vorsätze, beschlossen im Jahre 2000. Doch was kommt nach Ablauf der selbstgesetzten 15-Jahresfrist? Der Entwicklungsausschuss beriet über den europäischen Beitrag zur weltweiten Entwicklungspolitik nach 2015.

Hilfe für Arme: EU-Entwicklungsziele nach 2015
Hilfe für Arme: EU-Entwicklungsziele nach 2015
Bild: deinestimmegegenarmut/flickr.com
Das Vorhaben war gewaltig: Zum Beginn des neuen Jahrtausend einigten sich Regierungen, private Stiftungen und internationale Organisationen auf acht konkrete Ziele für den Kampf gegen Armut. So soll beispielsweise die Zahl der hungernden Menschen bis 2015 halbiert werden. In zwei Jahren läuft die Projektphase der Millennium-Entwicklungsziele aus. Die Zwischenbilanz ist durchwachsen. Während die Zahl hungernder Menschen in weiten Teilen Asiens drastisch reduziert wurde, hinken viele afrikanische Staaten dem Ziel hinterher.

Viele vermeidbare Tote

Und während etwa die Kindersterblichkeit und die Zahl der Slum-Bewohner deutlich zurückgegangen sind, sterben immer noch sehr viele arme Frauen während der Schwangerschaft. Auch haben viele HIV-Infizierte keinen Zugang zu Medikamenten.

Auch bei der Wasserversorgung sei mehr Einsatz nötig, sagte der britische  Grünenabgeordnete Keith Taylor während der Anhörung im Parlament. "2015 werden immer noch mehr als 600 Millionen Menschen weltweit auf unbehandeltes Wasser angewiesen sein. Fast eine Milliarde Menschen müssen mit weniger als 1 Euro pro Tag auskommen. Mütter sterben grundlos im Kindbett und Männer, Frauen und Kinder sterben an behandelbaren Krankheiten."

0,7 %-Ziel im Auge behalten

Es sei nun am Europaparlament, auf eine ambitioniertere EU-Strategie gegen Armut und Hunger zu drängen, forderte Pedro Morazan, ein Vertreter des Deutschen Südwind Institutes während der Anhörung. EU-Entwicklungspolitik nach Ablauf der Entwicklungsziele 2015 sollte verstärkt auf Kooperation zwischen den EU-Staaten, Entwicklungsländern und Schwellenländern wie Russland, Indien, Brasilien und China setzen. Auch müsse auf nachhaltige Entwicklung geachtet werden.

Morazan erinnerte auch an ein Versprechen der EU-Staaten aus dem Jahre 2005: spätestens 2015 sollten rund 0,7 % des Bruttosozialproduktes der einzelnen EU-Staaten für Entwicklungshilfe ausgegeben werden. Wie viele andere Staaten sind auch Deutschland und Österreich von dieser Marke bisher weit entfernt.

Der polnische Christdemokrat Filip Kaczmarek arbeitet im Entwicklungsausschuss derzeit an einem Bericht zur EU-Entwicklungsstrategie nach 2015. Voraussichtlich Ende April 2013 wird der Ausschuss über seine Vorschläge abstimmen.




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