Samstag 25. Oktober 2014, 03:22

Digitale Agenda

Handlungsappell zur Schließung der Lücken zwischen digitalen Kompetenzen und Arbeitsplätzen in Europa

Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sieht sich Europa mit bis zu 700 000 unbesetzten Arbeitsplätzen und sinkender Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert. Die Zahl der IKT-Arbeitsplätze wächst (um jährlich 3 %, sogar während der Krise), doch die Zahl neuer Absolventen und sonstiger Fachkräfte im IKT-Bereich ist rückläufig. Unsere Jugend braucht konkretes Handeln, nicht Worte, und die in Europa tätigen Unternehmen brauchen die richtigen Leute, ansonsten verlagern sie ihre Tätigkeit in andere Teile der Welt.

Handlungsappell zur Schließung der Lücken zwischen digitalen Kompetenzen und Arbeitsplätzen in Europa
Handlungsappell zur Schließung der Lücken zwischen digitalen Kompetenzen und Arbeitsplätzen in Europa
Bild: European Commission
Heute richtet die Kommission einen Handlungsappell an Unternehmen, Regierungen, Bildungseinrichtungen, Sozialpartner, Arbeitsvermittler und die Zivilgesellschaft. Sie alle sollen uns in unseren groß angelegten Anstrengungen unterstützen, eine Kehrtwende einzuleiten. Junge Europäer sollten das Rüstzeug mit auf den Weg bekommen, um eine Laufbahn im IKT-Bereich einzuschlagen oder selbst als Unternehmer Arbeitsplätze zu schaffen.

Dazu Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission: „Die Kluft auf dem Gebiet der digitalen Kompetenzen wächst – genauso wie die Schlange vor den Arbeitsämtern. Wir brauchen das gemeinsame Handeln von Regierungen und Unternehmen, um diese Kluft zu überwinden. Der IKT-Sektor ist das neue Rückgrat der europäischen Wirtschaft, und gemeinsam können wir verhindern, dass eine ganze Generation ihre Chance verpasst und Europa seine Wettbewerbsfähigkeit einbüßt. Deshalb erwarte ich konkrete Zusagen der Unternehmen. An jeden Verantwortlichen, mit dem ich zusammentreffe, werde ich das gleiche Anliegen herantragen. Die Kommission wird ihren Teil tun, aber alleine können wir es nicht schaffen – Unternehmen, Sozialpartner und Bildungseinrichtungen, auch auf nationaler und regionaler Ebene, müssen an einem Strang ziehen.“

CEPIS und Digital Europe

Die Kommission wird Zusicherungen einholen, was neue Arbeitsplätze, Praktika, Ausbildungsplätze, Finanzierungen von Unternehmungsgründungen, kostenlose Online-Hochschulkurse und mehr angeht. Unternehmen wie Nokia, Telefónica, SAP, Cisco, HP, Alcatel-Lucent, Randstad, ENI, Telenor Group, ARM sowie die Gemeinschaft der IT-Chefs, CEPIS (Council of European Professional Informatics Societies) und Digital Europe sind die ersten, die sich zum Handeln verpflichtet haben. Am 4. und 5. März wird die Kommission auf einer großen Konferenz auf der Grundlage der eingeholten Zusicherungen von Partnern eine Große Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze ins Leben rufen. Die Konferenz steht allen offen, die aktiv diese gemeinsame Sache unterstützen wollen.

Wir brauchen eine aktive Mitarbeit beispielsweise bei der Ausbildung unter Federführung der Industrie, der Unterstützung der Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, der Zertifizierung von Kompetenzen, der Verbesserung der Lehrpläne für Schulen und Universitäten, der Sensibilisierung sowie der Schaffung eines unternehmerfreundlicheren Umfelds für Jungunternehmer.

Ein konkreter Handlungsbereich könnten Ausbildungsschecks sein. Erfolgreiche deutsche und spanische Scheckmodelle erbrachten Arbeitsplätze für 60-70 % der 20 000 Teilnehmer. Deshalb sollten wir versuchen, diese Idee auf europäischer Ebene aufzugreifen und ihr eine europaweite Dimension zu verleihen.

„eKompetenz-Rahmen“

Weitere Schwerpunkte der Koalition werden die Unterstützung der Mobilität betreffen. Eine solche Unterstützung wird reichen von Englischkursen über die Förderung der Mobilität von Arbeitslosen bis hin zu einer einheitlichen Zertifizierung von Kompetenzen über einen neugefassten „eKompetenz-Rahmen“ in allen 23 Amtssprachen der EU.

In Anerkennung des Potenzials neu gegründeter Web-Unternehmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen stellt die Kommission außerdem „Startup Europe“ vor, eine gemeinsame Plattform zur Unterstützung von Menschen, die neue Web-Unternehmen gründen bzw. vergrößern wollen.




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