Montag 20. Mai 2013, 02:09

Europapolitik

Hahn: EU braucht Engagement der Kirchen für positive Entwicklung

Für EU-Kommissar Johannes Hahn ist der Beitrag der Kirchen für eine positive Weiterentwicklung der Europäischen Union unerlässlich. "Europa ist mehr als eine Wirtschaftsunion. Es geht etwa auch um Solidarität und gegenseitige Hilfe in Krisen", sagte Hahn bei einer Begegnung mit den österreichischen Bischöfen, die derzeit in Brüssel ihre Herbstvollversammlung abhalten.

Hahn: EU braucht Engagement der Kirchen für positive Entwicklung
Hahn: EU braucht Engagement der Kirchen für positive Entwicklung
Bild: Open Days - European Week of Cities and Regions
Zugleich rief der Kommissar für Regionalpolitik die Bischöfe auf, sich für mehr Europabewusstsein in Österreich einzusetzen. "Europa sind wir alle", betonte Hahn.

Dass die Österreichische Bischofskonferenz ihre Vollversammlung in Brüssel abhält, sei ein wichtiges Signal, so der EU-Kommissar. Das sollte Vorbildfunktion für andere Gremien bis hin zur österreichischen Regierung haben.

Hahn räumte ein, dass mehr innereuropäische Solidarität notwendig sei, etwa im Hinblick auf Griechenland, aber auch gegenüber anderen an der EU-Außengrenze gelegenen südeuropäischen Ländern, die die gesamte Last der Flüchtlingsbetreuung zu tragen hätten. Das könne die europäische Staatengemeinschaft "nicht einfach den Griechen, Italienern oder Spaniern umhängen".

Ein großes Anliegen ist für Hahn die Integration des Balkans in die Europäische Union. Nur so könne sichergestellt sein, dass die politische und gesellschaftliche Entwicklung in den Balkanstaaten im Sinne der europäischen Wertegemeinschaft erfolgt. Dabei könnte die Kirche, im Besonderen auch die katholische Kirche in Österreich, aufgrund der Geschichte einen wertvollen Beitrag leisten, so Hahn; er verwies auf das Jahr 2014, in dem sich zum 100. Mal die Schüsse von Sarajevo jähren, die letztendlich Auslöser für den Ersten Weltkrieg waren.

Initiativen im Geiste von Solidarität und Versöhnung

Hahn plädierte im Zusammenhang mit diesem Gedenkjahr für zahlreiche Initiativen im Geiste von Solidarität und Versöhnung und er wolle vor allem auch die Kirche für eine intensive Mitarbeit gewinnen.

Die heimischen Bischöfe tagen seit Montag in Brüssel. Am Mittwoch trafen sie mit führenden Vertretern der EU-Kommission zusammen, um zentrale Themen wie jene der Grundrechte, landwirtschaftlichen Entwicklung, Umweltschutz oder Energiepolitik zu diskutieren. Am Mittwochabend feierten die Bischöfe einen Gottesdienst in der Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula, dem Kardinal Christoph Schönborn vorstand.

Am Donnerstag eröffnen die Bischöfe im Beisein im Europaparlament eine Ausstellung über die im Jänner seliggesprochene österreichische Sozialpionierin und Ordensgründerin Hildegard Burjan. Zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung pilgern die Bischöfe zum belgischen Marienwallfahrtsort Scherpenheuvel.


 




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