Samstag 25. Mai 2013, 10:24

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Griechischer Schuldenrückkauf hat begonnen

Griechenland hat die Finanzmärkte mit einem unerwartet großzügigen Angebot zum Rückkauf von Altschulden positiv überrascht. Die Börse in Athen legte am Montag kräftig zu, die Anleihenkurse schossen auf ein 14-Monats-Hoch. In einer "holländischen Auktion" haben private Investoren bis Freitag Zeit, der Regierung ihre Preisvorstellung für den Rückkauf zu nennen.

Beratungen über Finanztransfers
Beratungen über Finanztransfers
Bild: APA

Dabei müssen sie sich innerhalb einer Preisspanne bewegen, die höher ausfiel als erwartet. Das Land ist auf einen Erfolg der mit dem IWF und den anderen Euro-Ländern vereinbarten Verringerung des Schuldenbergs angewiesen, um an weitere Milliardenhilfen zu kommen. Gelingt die Schulden-Entlastung nicht im gewünschten Umfang oder gerät das Haushalts-Konsolidierungsprogramm erneut aus dem Ruder, müsste sich die Eurozone nach anderen Wegen umschauen, um die Belastung durch Zinsen und Tilgung zu verringern.

Die Adressaten des griechischen Angebots sind die privaten Besitzer von griechischen Staatsanleihen im Nennwert von gut 60 Mrd. Euro. Dabei handelt es sich vor allem um Banken und Pensionskassen im Land selbst und um Hedge-Fonds, die versuchen, aus der schwierigen Lage des Landes Kapital zu schlagen.

Für den Rückkauf der Altschulden setzt Griechenland zehn Mrd. Euro ein. Das Land ist bereit, den Inhabern - je nach Laufzeit ihrer Papiere - für jeden Euro ihrer Forderungen mindestens 30,2 bis 38,1 Cent zu zahlen, höchstens aber 32,2 bis 40,1 Cent. Die Besitzer müssen nun angeben, bei welchem Betrag sie einschlagen würden. Wer zu hoch pokert, bleibt auf seinen Papieren sitzen.

Nach der Veröffentlichung des Angebots stieg der Kurs der zehnjährigen griechischen Bonds um 4,31 Punkte auf ein 14-Monats-Hoch von 39,495 Zählern. Im Gegenzug sank die Rendite um fast zwei Punkte auf bis zu 14,56 Prozent. Auch am Aktienmarkt war die Reaktion positiv: Der Athener Leitindex stieg um bis zu zwei Prozent. Der Banken-Index legte in der Spitze sogar um 5,6 Prozent zu. Die Geldhäuser gehören zu den größten Gläubigern des griechischen Staates.

Mit dem Rückkauf will Griechenland vom Preisverfall seiner Anleihen an den Börsen profitieren und seine Schulden von rund 300 Mrd. Euro unterm Strich um etwa 20 Mrd. Euro senken. Dies ist notwendig zur Sicherung seiner langfristigen Schuldentragfähigkeit, die wiederum Voraussetzung ist für die Auszahlung weiterer Nothilfen durch den IWF und den Euro-Rettungsschirm.


 




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