Sonntag 19. Mai 2013, 13:58

Binnenmarkt & Wettbewerb


Goldgräberstimmung in Rumänien

Die durch die Wirtschaftskrise enorm gestiegenen Goldpreise veranlassen die Rumänische Regierung über die Wiedereröffnung eines Goldbergwerkes, der Mine in Roşia Montană ernsthaft nachzudenken. Ein kanadischer Partner wäre auch schon gefunden, den umstrittenen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen.

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Goldbergwerk Rosia Montana (RO)
Goldbergwerk Rosia Montana (RO)
Bild: Handelskammer Bukarest
So schnell werden wohl aber keine Nuggets aus Roşia Montană dem rumänisch-kanadischen Konsortium in die Taschen gespült werden. Erst wenn ein positiver Umweltbescheid vorliegt, kann das Partnerschaftsunternehmen, bestehend aus der kanadischen Firma Gabriel Resources und dem rumänischen Staatsunternehmen Minvest das Gold aus Roşia Montană abbauen.

Kaum lag der Plan auf dem Tisch, gab es auch schon Kritik. Die Gegner des Projektes, das 2006 geschlossene Bergwerk wieder zu öffnen, behaupten, das Projekt werde das Cârnic-Gebirge zerstören und ein Kulturerbe aus der Antike zunichte machen, als die Römer das Gold der Region abbauten.
 
Große Vorbehalte bestehen auch gegen das Abbauverfahren, bei dem Zyanid verwendet wird, das Gold aus dem Gestein herauszulösen. Die Gegnerschaft befürchtet, dass dadurch die ganze Region schwer geschädigt werden könnte. Die Gold Corporation hingegen beteuert, sie werde die archäologischen Stätten mit Sorgfalt behandeln und die Umwelt werde nicht zu Schaden kommen

Umweltschäden sind in Rumänien die Normalsituation

Die Finanzkrise hat den Goldpreis in schwindelnde Höhen getrieben und die Analysten setzen auf eine anhaltende Steigerung des Edelmetalls. Es handelt sich hier also um einen klassischen Kampf zwischen der Industriegesellschaft und den Vertretern der postindustriellen Gesellschaft, die sich der Ausbeutung der Natur entgegenstellen. Dieser Kampf spielt sich auf einem von seiner Bergbaugeschichte stark geprägten Gebiet ab, das bereits von ökologischen Auswirkungen betroffen ist, die nur schwer zu verarbeiten sind.
 
Das Wasser der Flüsse rund um das Bergwerk ist rot (Zyanidverschmutzung) und die Landschaft sieht aus, als wäre sie von einer Naturkatastrophe heimgesucht worden. Während des Goldenen Zeitalters (unter Ceauşescu ) hatte der Umweltschutz beim kommunistischen Regime keine vorrangige Bedeutung.

Solide Basis?

Der rumänische Staat ist über die Firma Minvest mit 19 Prozent der Anteile der größte Aktionär des Unternehmens. Doch seine Beteiligung scheint eher niedrig ausgefallen zu sein. Genauere Fakten sind unbekannt, da der Vertrag über die Anteile des rumänischen Staats am Projekt geheim gehalten wird und Rumänien, wie informierte Kreise wissen wollen, in dieser Angelegenheit wie eine Bananenrepublik behandelt würde.
 
Sonst bauen in Europa Schweden und Norwegen aktiv Gold ab. Der schwedische Staat hat für seine Goldvorkommen Konzessionen ausgegeben und beschränkt sich darauf, an Steuern, Gebühren und Abgaben zu verdienen.
In Roşia Montană steht der Goldrausch im Mittelpunkt. Das Projekt soll innerhalb von 16 Jahren Gold im Wert von über 16 Milliarden Dollar abzubauen.
 
Im übrigen- es wird gemunkelt, dass nahezu jeder Einwohner seinen Geheimstollen hätte, in dem er „privaten Abbau“ betreibt.

 




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