Gasmarktliberalisierung: Teure Sache
Der Gaspreis ist seit 2002 um 55 % gestiegen. Die unabhängige Regulierungsbehörde E-Control Austria feiert das 10-Jahresjubiläum der Gasmarktliberalisierung, die 10-Jahresbilanz ist eine teure Sache für Verbraucher. Eine der Aufgaben des Regulators wäre es, den Wettbewerb zu stärken.

Bild: Thorben Wengert/pixelio.de
Hüter der niedrigen Energiepreise
Josef Plank, Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich, kommentiert die Situation: „Die vom Strom- und Gaskunden finanzierte E-Control – mit einem kolportierten Jahresbudget von über 20 Millionen Euro – und gleichzeitig selbsternannte Hüterin der niedrigen Energiepreise hat die angepriesen Ziele bei weitem nicht erreicht“. Seine Forderung lautet: E-Control muss die Energiewende vorantreiben. Fossile Brennstoffe tendieren dazu, früherer oder später erschöpft zu sein. Das hat zu Folge, dass unsere Zukunft in regionalen, nachhaltig bereitgestellten und CO2-freien Energiequellen liegt. Zudem kommt, so argumentiert EEÖ, dass sich die Versorgungssicherheit bei Erdgas aus Russland oder Norwegen weder erhöhen wird, noch die Abhängigkeit der Preisbindung an die Erdölpreise komplett unterbunden werden kann. Daran kann auch das neue Gasmarkt-Modell nichts ändern.
Biomasse günstiger als Erdgas
Laut EEÖ sind Biomasse-Heizungen im Vormarsch. Im unmittelbaren Vergleich die feste Biomasse gegenüber Erdgas um 50 % günstiger. Im September lagen die Kosten für Neukunden bei 8,62 Cent/kWh für Erdgas berappen, Waldhackgut hingegen war mit 3,48 Cent/kWh wesentlich günstiger, bei Pellets waren es bereits 4,65 Cent/kWh. Heizöl ist mit 10,05 Cent/kWh überhaupt eine kostspielige Angelegenheit. Biomasse-Heizungen sind zudem ein relevanter Beitrag zum Klimaschutz, die Verkaufszahlen steigen, zumal sich in diesem Jahr ein Absatzrekord anbahnt.
Energiewende als Kostenfaktor
Die aktuelle Preisentwicklung gibt zu denken, und da sich die Liberalisierung des Gasmarkts in Sachen Wettbewerbsfähigkeit sichtlich anders entwickelt, als es Brüssel plant, sind Konsequenzen durchaus angebracht. Erneuerbare Energieträger sind eine feine Sache. Natürlich steht der Kostenfaktor im Vordergrund, doch die positiven Nebenwirkungen sind auch nicht ohne: Klimaschutz, reduzierte C02-Emissionen und gelebte Nachhaltigkeit wären ganz im Sinne der geplanten Energiewende.


















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