Fortschritte bei Schlüsselfragen der Bildung und Kultur
Die EU-Minister für Bildung und Kultur erzielten politische Fortschritte zu aktuellen Dossiers in ihren Bereichen und nahmen die Schlussfolgerungen des Rates zur Alphabetisierung, kulturellen Governance, Bildung und Ausbildung in Europa 2020 an und erreichten eine partielle allgemeine Ausrichtung beim Vorschlag für eine Verordnung zur Etablierung des neuen Programms „Kreatives Europa“.

Bild: Rat der EU
Alphabetisierung für alle
Der Rat nahm die Schlussfolgerungen zur Alphabetisierung an, ein wichtiges Thema im Bereich Bildung, das alle EU-Mitgliedsstaaten betrifft. Dieses Thema gehört zu den Prioritäten der zyprischen Ratspräsidentschaft im Bereich Bildung und Ausbildung, denn einer von fünf europäischen Bürgern besitzt derzeit nicht die notwendigen Fertigkeiten, um auf dem modernen Arbeitsmarkt und im Alltag bestehen zu können.
Im Anschluss an die Konferenz der Ratspräsidentschaft „Alphabetisierung für alle“, die im September in Zypern stattfand, wurden Schlussfolgerungen angenommen, welche die Mitgliedsstaaten auffordern, Lese- und Schreibfertigkeiten zu verbessern und spezielle Beiträge von allen Beteiligten, Organisationen und Behörden als Teil einer umfassenderen Kompetenzstrategie zu bündeln.
Dem Rat gelang es auch, eine politische Einigung zu dem Vorschlag für eine Empfehlung zur Validierung des nicht-formalen und informellen Lernens zu erzielen. Diese Empfehlung sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten Validierungsmechanismen für diese Form des Lernens bis spätestens zum Jahr 2018 einrichten.
Der Beitrag von Bildung und Ausbildung für den wirtschaftlichen Aufschwung
Der Rat nahm außerdem die Schlussfolgerungen zu Bildung und Ausbildung in Europa 2020 an und umriss den Beitrag von Bildung und Ausbildung für den wirtschaftlichen Aufschwung, für das Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Während der Diskussionen zu diesen Fragen unterstrichen die EU-Bildungsminister, dass die Investition in die Bildung in Krisenzeiten durch intelligente und innovative Aktionen einen positiven Langzeiteffekt haben wird und sich die EU deshalb für ein besseres Europa und eine bessere Zukunft für ihre Bürger einsetzen muss.
Demosthenous erinnerte die Minister daran, dass der Nobelpreisträger und Wirtschaftsprofessor Christoforos Pissarides auf dem informellen Treffen der Bildungsminister im Oktober darauf hingewiesen hatte, dass die Bildung dazu beitragen kann, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu verringern, die langfristigen Auswirkungen der Krise auf das Wachstum zu vermindern und danach ein widerstandsfähigeres Wachstum zu gewährleisten.
„Wir sind davon überzeugt, dass es sich hierbei um Bereiche handelt, die einen sehr wichtigen Faktor bei der Gewährleistung von wirtschaftlicher Kohärenz und sozialer Kohäsion darstellen, insbesondere in dieser sehr schweren Zeit. Alle Minister teilen die Ansicht, dass die Verbesserung der Qualität in der Bildung unser grundlegendstes Ziel sein sollte”, erklärte Demosthenous.
Verbesserung von Qualität, Kompetenz und Status der Lehrer
Im Rahmen der Diskussionen über bestimmte Aspekte im Hinblick auf die Verbesserung in der Bildung hatten die Minister eine öffentliche Debatte auf der Grundlage eines Hintergrunddokuments, das von der Ratspräsidentschaft vorbereitet wurde, über die Frage, wie Qualität, Kompetenz und Status der Lehrer in einer Zeit knapper Finanzen verbessert werden kann.
Die Diskussionen wurden durch den Beitrag der Europäischen Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Sport, Androulla Vassiliou, bereichert, die kürzlich eine große Bildungsinitiative in Verbindung zu dieser Frage ins Leben gerufen hatte.
Die Ergebnisse der Diskussionen werden der Ausgangspunkt für weitere Beratungen im Rahmen der anstehenden irischen Ratspräsidentschaft sein.
Kreatives Europa
Im Bereich der audiovisuellen Medien nahmen die Minister eine partielle allgemeine Ausrichtung zum Vorschlag für eine Verordnung zur Etablierung des neuen Programms „Kreatives Europa“ für den Zeitraum 2014-2020 an. Das Programm verfolgt zwei Ziele: die Förderung der kulturellen Vielfalt und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des kulturellen, audiovisuellen und kreativen Bereichs.
Das steht in engem Zusammenhang zu der Bürgschaftsfazilität im Kultur- und Kreativbereich und die Annahme der partiellen allgemeinen Ausrichtung stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss des Gesamtpakets dar. Der Mechanismus bezweckt den erleichterten Zugang zur Finanzierung des Kultur- und Kreativbereichs und ist eine innovative Initiative, die von den kreativen und kulturellen Unternehmen und Organisationen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird.
Kulturhauptstädte Europas und kulturelle Governance
Die Minister nahmen auch den Fortschrittsbericht der Ratspräsidentschaft über den Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung einer Aktion der Europäischen Union für die Kulturhauptstädte Europas im Zeitraum 2020 bis 2033 zur Kenntnis, der den aktuellen Vorschlag mit dem Ziel abändert, die Auswahl bei gleichzeitiger Beibehaltung der Struktur des derzeitigen Systems zu verbessern.
Der Rat nahm die Schlussfolgerungen zur kulturellen Governance mit dem Ziel, die Kultur in den Mittelpunkt der öffentlichen politischen Agenda zu stellen, sowie zur Europäischen Strategie für ein besseres Internet für Kinder an.


















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