Ex EU-Kommissar Fischler scheiterte an sich selbst
Bei der Personalpolitik am internationalen Parkett fühlt man sich im Wiener Außenamt vom Glück verlassen. Mit Ausnahme von Willi Molterer, der am 1. Juli sein Amt als Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank antreten kann, gelang es keine andere internationale Spitzenposition zu besetzen, obwohl in Österreich eine Besetzung mit einem österreichischen Kandidaten fest erwartet wurde.

Bild: Franz Fischler Consult
Fischler selbst lässt im internen Gespräch durchblicken, dass er sich von der eigenen Regierung zu wenig unterstützt fühlte, weil sich diese zu sehr um die Versorgung von Plassnik, die nun als Botschafterin nach Paris geht, kümmerte. Was allerdings nur ein Aspekt dieser Wahlniederlage ist.
Sowohl im Fall von Plassnik als jetzt auch von Fischler widerspiegelt sich nämlich das Fehlen einer akkordierten Außenpolitik der EU. Im Falle der Besetzung des OSZE-Generalsekretärs standen gleich drei Kandidaten aus EU-Ländern zur Wahl (schlussendlich machte wenigstens der Italiener Lamberto Zannier das Rennen). Um den Präsidentenjob in der einflussreichen FAO ritterten zwei EU-Politiker, erfolglos, bekam doch letztlich der Brasilianer Graziano da Silva den Zuschlag.
Bei Fischler - so heißt es aus Kreisen der Europäischen Volkspartei - kam aber noch ein weiteres Argument zum Tragen. Hat er sich doch in den Jahren 1995 bis 2004, da er das Agrarressort führte und einer der mächtigsten EU-Kommissare war, nicht nur Freunde erworben. So sei er zu selbstgefällig und selbstherrlich gewesen (eine Kritik, die man sogar aus der eigenen ÖVP und der befreundeten CDU/CSU hört), habe sich nicht wirklich (was vor allem die Europäer irritierte) als ein überzeugter Vertreter der öko-sozialen Marktwirtschaft erwiesen, hätte viele in der Vergangenheit „von oben herab“ behandelt sowie eine gewisse agrarbürokratische Überheblichkeit spüren lassen.
Anstatt in Rom zu residieren darf nun Fischler das weiter tun, was er seit seinem Ausscheiden aus der EU durchaus erfolgreich tut, nämlich quer durch alle Lande zu Vorträgen zu reisen und sich dafür entsprechend honorieren zu lassen. einfacher Mandatar im Bundesrat ist.


















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