Mittwoch 22. Mai 2013, 09:33

Reportagen

Europaregion Donau-Moldau will noch stärker von der EU profitieren

Bezeichnenderweise auf einem Donauschiff ist am Wochenende in Linz die neue „Europaregion Donau-Moldau“ aus der Taufe gehoben worden. Ziel des Zusammenschlusses der sieben Regionen mit sechs Millionen Einwohnern ist eine noch bessere Position im europäischen Wettbewerb durch stärkere Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Bildung und Tourismus.

Europaregion Donau-Moldau will noch stärker von der EU profitieren
Europaregion Donau-Moldau will noch stärker von der EU profitieren
Bild: Land OÖ
Neben Oberösterreich sind an der Europaregion Donau-Moldau das niederösterreichische Most- und Waldviertel, die tschechischen Kreise Südböhmen, Pilsen und Vysocina, die Oberpfalz und Niederbayern mit dem Landkreis Altötting vertreten. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl sehen in der Zusammenarbeit mit den Partnerregionen in Deutschland und Tschechien große Chancen: „Durch die trilaterale Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Innovation, Bildung und Tourismus können wir uns den Herausforderungen der Zukunft wie dem geografischen Wandel, der Veränderung des Arbeitsmarktes und dem wachsenden Energiehunger gut vorbereitet stellen.“ Mit der Europaregion könne sich Oberösterreich als starker Partner der europäischen Politik positionieren und noch stärker von der EU profitieren, so Pühringer und Sigl.

Neue Epoche der Zusammenarbeit

Die politischen Vertreter der Partnerregionen Oberösterreichs erwarten sich ebenfalls einen Mehrwert für die Menschen in dem Sechs-Millionen-Einwohner-Raum. „Für die Bevölkerung soll die Europaregion einen spürbaren Nutzen bringen, etwa durch intensivere Zusammenarbeit im Bereich des Arbeitsmarktes“, erläutert Franz Löffler, Bezirkstagspräsident der Oberpfalz. Der Hauptmann des Kreises Südböhmen, Jiri Zimola, erwartet sich von der grenzüberschreitenden Kooperation ebenfalls  eine positive Wirkung: „Die teilweise immer noch vorhandenen Hemmungen, wenn es um die Zusammenarbeit mit Menschen aus Nachbarländern geht, sollen damit endgültig abgebaut werden.“
Als „neue Epoche der trilateralen Zusammenarbeit“ begrüßt Ivo Grüner, Vize-Hauptmann der Region Pilsen, die neue Europaregion. „Wir werden gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Unternehmen, die Bevölkerung und unsere Wirtschaft von den Entwicklungen in anderen Regionen lernen können.“ Für Jiri Behounek, Hauptmann des Kreises Vysocina, besitzt jede Region ihre Stärken und Potenziale. Nun könne man von den Erfahrungen der anderen profitieren und gemeinsam Zukunftsstrategien entwickeln.

Acht Zukunftsfelder definiert

vlnr.: Kreishauptmann Mag. Jiri Zimola, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Staatsministerin Emilia Müller, Landesrätin (NÖ) Barbara Schwarz, Landesrat Viktor Sigl  Die Partnerregionen werden in acht Zukunftsfeldern eng zusammenarbeiten, wobei jede Region die Führung in einem Themenbereich übernimmt. So ist etwa im Forschungs- und Innovationsraum die Zusammenarbeit von Innovations- und Technologiezentren geplant. Weiters strebt die Europaregion Donau-Moldau einen offenen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt an, um qualifizierte Arbeitskräfte in der Region zu halten. Und grenzüberschreitende Tourismusprojekte sollend die Region als Urlaubs- und Lebensraum stärken. Oberösterreich, das mit der Clusterbildung verschiedener Unternehmergruppen bereits viele positive Erfahrungen gemacht hat, übernimmt die Federführung im Zukunftsfeld „Unternehmenskooperation und Clusterbildung. Um noch bestehende Barrieren vor allem im Bereich der Sprache abzubauen, sollen Sprachinitiativen und Projekte zum Abbau von Vorurteilen unterstützt werden. Weitere Zukunftsfelder sind der Hochschulraum, die Erneuerbaren Energien sowie Mobilität und Verkehr.


 




Kommentar hinzufügen