Mittwoch 26. November 2014, 18:12

Umwelt & Agrar

Europäisches Parlament bestätigt ökologischen Weg der Landwirtschaft

Österreich gilt in Europa als Agrarmusterland. Ziel ist, dass das auch so bleibt. Damit wir den erfolgreichen Weg einer kleinstrukturierten, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft weitergehen können, braucht es eine starke GAP mit entsprechender inhaltlicher Ausrichtung. Will die Kommission ihre Forderungen nach einer Ökologisierung der Landwirtschaft durchsetzen, sind eine ausreichende Dotierung der Mittel für die Ländliche Entwicklung und die Anerkennung von mitgliedstaatlichen Vorleistungen im Rahmen von Agrarumweltprogrammen unerlässlich.

Europäisches Parlament bestätigt ökologischen Weg der Landwirtschaft
Europäisches Parlament bestätigt ökologischen Weg der Landwirtschaft
Bild: BMLFUW/LFZ/Buchgraber
"Das Europaparlament hat sich klar für einen ökologischen Zukunftsweg ausgesprochen“, betont Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich anlässlich der Abstimmung des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) im Europäischen Parlament. Behandelt wurden die in den letzten Wochen ausgearbeiteten Kompromissvorschläge und Änderungsanträge zum Reformpaket für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP).

Produzierende Landwirtschaft auch in ungünstigen Lagen sichern

Bei seiner heutigen Tagung hat sich der Ausschuss klar gegen den Kommissionsvorschlag einer Neuabgrenzung der sogenannten „Sonstigen benachteiligten Gebiete“ ausgesprochen. Davon wären in Österreich aufgrund seiner Topographie rund sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen betroffen gewesen. Drei Viertel dieser Gebiete hätten nicht mehr entsprechend unterstützt werden. Stattdessen fordert nun ein Großteil der Ausschussmitglieder einen Legislativvorschlag der Kommission über verbindliche biophysikalische  Kriterien, entsprechende Schwellenwerte für die Abgrenzung, geeignete Vorschriften für die Feinabstimmung sowie Übergangsregelungen. Elisabeth Köstinger (ÖVP), Österreichs Vertreterin im Agrarausschuss hatte zuvor nachdrücklich auf die Situation der Bäuerinnen und Bauern in benachteiligten Gebieten hingewiesen. Auf ihre Initiative ist die Kommission nun gefordert, einen neuen Vorschlag für die Abgrenzung der sonstigen benachteiligten Gebiete zu präsentieren. Berlakovich: „Auf Basis der Kommissionsvorschläge wäre es nicht möglich gewesen, alle Betriebe, die sich wirklich im benachteiligten Gebiet befinden, zu halten“.

Greening: Flächen ökologisch nutzen statt stilllegen

Beim Greening sieht der Landwirtschaftsminister eine österreichische Kernforderung bestätigt: „Wir haben in den letzten Jahren den Weg einer ökologischen und gleichzeitig produzierenden Landwirtschaft eingeschlagen. Umweltleistungen heimischer Betriebe müssen europaweit anerkannt werden.“

Wie von österreichischer Seite gefordert, spricht sich nun auch der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments für eine Einbeziehung von Flächen mit stickstoffbindenden Kulturen in die Greening-Maßnahmen aus. „Durch den Anbau von Leguminosen, wie z. B. Soja, könnten wir gleich mehreren Herausforderungen gleichzeitig gerecht werden und zur positiven Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe beitragen. So können wir nicht nur unsere Importabhängigkeit von Soja aus Übersee verringern, sondern auch die Fruchtfolge auflockern. Dadurch muss weniger Stickstoffdünger eingesetzt werden, was wiederum ein gesünderes Grundwasser bedeutet. Ich sage deshalb ganz klar: Wir brauchen eine Europäische Eiweißstrategie“, so Berlakovich abschließend.




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