Samstag 30. August 2014, 00:22

Gesundheit

Europa für Patienten: Gemeinsame Regeln für ärztliche Verschreibungen im EU-Ausland

Heute hat die Kommission EU-weit gültige Regeln dafür verabschiedet, welche Elemente eine ärztliche Verschreibung mindestens enthalten muss, die ein Patient in einem anderen Mitgliedstaat vorlegt als in dem, in dem die Verschreibung ausgestellt wurde. Die Bestimmungen über einheitliche Angaben zur Identifizierung von Patient, verschreibender Person und verschriebenem Produkt sind von den Mitgliedstaaten bis zum 25. Oktober 2013 in innerstaatliches Recht umzusetzen.

Europa für Patienten: Gemeinsame Regeln für ärztliche Verschreibungen im EU-Ausland
Europa für Patienten: Gemeinsame Regeln für ärztliche Verschreibungen im EU-Ausland
Bild: Eva-Maria Roßmann/PIXELIO/©www.pixelio.de
Durch die Koordinierung der Verschreibungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten wird die Feststellung der Echtheit von Verschreibungen aus dem Ausland verbessert; man geht davon aus, dass damit jährlich etwa 200.000 Verschreibungen mehr ausgestellt werden, was Patienten und Gesundheitsbehörden zugute kommt, weil unnötige Wartezeiten, eine Unterbrechung der Behandlung und zusätzliche Kosten vermieden werden.

Tonio Borg, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, dazu: „Letztes Jahr hat die Kommission Vorschriften über die Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung angenommen. Die heute erlassene Richtlinie zur Anerkennung der in einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten Verschreibungen ist ein wesentlicher Schritt im Hinblick auf das wichtigste Ziel dieser Vorschriften, nämlich dafür zu sorgen, dass das Recht von Patienten auf eine sichere und gute Behandlung in der gesamten EU Wirklichkeit wird. Diese Regeln werden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Patienten mit einer klaren Auslandsverschreibung in einem anderen Mitgliedstaat als ihrem eigenen auch tatsächlich die Produkte bekommen, die ihnen verschrieben wurden“.

Die Lösung für konkrete Probleme

Insgesamt ist die Zahl der im Ausland vorgelegten Verschreibungen eher gering: schätzungsweise 2,3 Millionen werden pro Jahr ausgestellt, das entspricht 0,02 bis 0,04 % aller Verschreibungen in der EU. Für bestimmte Patientengruppen ändert sich mit der besseren Anerkennung von Verschreibungen im Ausland aber viel. Dies gilt etwa für chronisch kranke Menschen, die ins Ausland verreisen möchten, für Patienten in Grenzregionen oder in kleineren Mitgliedstaaten, die bei einer Verschreibung auf das Ausland angewiesen sind, und für Patienten mit einer seltenen Krankheit, die in einem anderen Land die besten Spezialisten finden können.
So unterschiedlich, wie die Verschreibungen derzeit in der EU sind, würden schätzungsweise bei der Hälfte der Patienten die Verschreibungen in einem anderen Mitgliedstaat nicht anerkannt.

Die Leitlinien in der Praxis

Die neuen Regeln für Verschreibungen werden in Form einer Durchführungsrichtlinie erlassen. Sie sehen einheitliche beschreibende Elemente vor, mit denen verschreibende Person, Patient und verschriebene Produkte festgestellt werden können. Es geht dabei jedoch nicht um Aussehen, Format oder Sprache der Verschreibung. Sie schließen auch nicht aus, dass die verschreibende Person nach örtlicher Gepflogenheit weitere Elemente hinzufügt. Die einheitlichen Elemente gelten nur für Auslandsverschreibungen, wenn der Patient eine solche verlangt, nicht für Verschreibungen, die im Land Verwendung finden (es sei denn, ein Mitgliedstaat entscheidet sich dafür).
Die im Rahmen der Richtlinie über eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung eingerichteten nationalen Kontaktstellen informieren Patienten über das Recht, sich eine Auslandsverschreibung für einen anderen Mitgliedstaat ausstellen lassen zu können und über die Elemente, die eine solche Verschreibung mindestens enthalten muss.

 

Bild: Eva-Maria Roßmann/PIXELIO/©www.pixelio.de

 




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