Mittwoch 22. Mai 2013, 23:03

Binnenmarkt & Wettbewerb


EU-Strategie erhöht Chancen für die Entwicklung des Donauraums

EUROPATAG. Zahlreiche Experten diskutierten in der vergangenen Woche über die Herausforderungen und den Mehrwert eines wirtschaftlichen Aufschwungs entlang der europäischen Wasserstraße. Neben der historischen kommt dem Donauraum wieder vermehrt wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung zu.

Donau Frachtschiff
Donau Frachtschiff
Bild: EU-Infothek
Die EU-Donauraumstrategie nimmt konkrete Formen an. Am 13. April hat der Außenministerrat die EU-Strategie für den Donauraum angenommen, sie soll noch unter ungarischer Ratspräsidentschaft im Juni vom Europäischen Rat formal verabschiedet werden. Mit dieser Strategie soll das riesige Wirtschaftspotenzial im gesamten Donauraum stärker genutzt werden. Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich daraus, und was bedeutet die Donauraumstrategie konkret für Österreichs Wirtschaft? Diese Fragen wurden vergangenen Donnerstag von Experten im WKÖ-Gebäude in Wien anlässlich des Europatags vor rund 160 Gästen diskutiert.

Unter den Rednern waren Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger, Erhard Busek, Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa, Emma Udwin, Mitglied des Kabinetts von Kommissar Hahn, die ungarische Regierungskommissärin für die EU-Donauraumstrategie, Etelka Barsi-Pataky, Roland Arbter, österreichischer Koordinator für die EU-Donaustrategie im BKA, Senatsrat Otto Schwetz, Präsident des Internationalen Wasserstraßenweltverbandes, sowie Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ.

Ausbau der Donau als Verkehrsweg

Donauraumstrategie
Donauraumstrategie
Bild: WKO
"Ich freue mich, dass die EU-Kommission die Makroregion Donauraum EU-übergreifend sieht", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei der Eröffnung der Veranstaltung. "Mit der EU-Strategie für den Donauraum stärken wir das Bewusstsein in diesem Raum, schlagen Brücken zwischen den Ländern und eröffnen eine neue Dimension des europäischen Geistes". Kernziele seien die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Kooperation der kleinen und mittleren Unternehmen in der Region ebenso wie der Ausbau der Donau als Verkehrsweg.

Der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, hob in einer Videobotschaft hervor, dass der Donauraum ein wichtiger Wirtschaftsmotor für Europa im Allgemeinen und für Österreich im Speziellen sei. Die wichtigsten Grundsteine für die Donauraumstrategie seien bereits gelegt, nun gelte es, ambitionierte Taten folgen zu lassen. Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger betonte in seinem Statement: "Die Donauraumstrategie wird helfen, Wachstumspotenziale zu nutzen und eine größere Zusammenarbeit in der Region zu ermöglichen. Wir brauchen mehr Vernetzung, mehr Umweltschutz, mehr Prosperität."

Die Achse Europas

Die Donau verbindet zehn Anrainerstaaten und ist die von der Natur vorgegebene Verbindung zwischen Mittel- und Osteuropa. Da Autobahnen und Bahnlinien an ihre Leistungsgrenzen gelangt seien, rückt der Donauraum auch als Transportweg wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Er bietet sich als einzig wirtschaftlich attraktive und ökologisch sinnvolle Alternative an. Die verstärkte Nutzung dieser bedeutenden europäischen Wasserstraße ist vor allem auch unter dem Gesichtspunkt der zu erreichenden Klimaziele bis 2020 zu sehen.

Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr der WKÖ, verwies darauf, dass jetzt die historische Chance bestünde, die Donau ökonomisch und ökologisch zu nutzen, um einen Logistikcluster für Europa aufzubauen. Er betonte aber auch, dass der wirtschaftliche Erfolg des Donauraums mit strategischen Betriebsansiedlungen steht und fällt: "Wir brauchen die Bereitschaft, Logistikunternehmen an wünschenswerten Verkehrsknoten, aber vor allem auch Industrieunternehmen hier anzusiedeln."

 


 




Kommentar hinzufügen