EU stockt Hilfe für Syrien auf
Die Europäische Kommission will zusätzliche humanitäre Hilfe in Höhe von 30 Mio. EUR für die von der Krise in Syrien betroffene Bevölkerung bereitstellen. Damit beläuft sich der Gesamtbetrag der von ihr geleisteten Hilfe auf 126 Mio. EUR.

Bild: CARE Deutschland Luxemburg/flickr.com
1,2 Millionen Menschen auf der Flucht
Die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Katastrophenschutz und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva, erklärte: „Mit dem Einbruch des Winters und den heftigen Kämpfen im gesamten Land verschlechtert sich die Lage in Syrien täglich. Not leidende Zivilisten sind auf der Flucht und befinden sich in einer verschärften Krisensituation. Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind innerhalb von Syrien auf der Flucht und fast eine halbe Million Menschen sind über die Grenzen nach Libanon, Jordanien, Irak und in die Türkei geflohen. Diese bedrohliche Lage erfordert eine weitere Geste europäischer Solidarität mit der syrischen Bevölkerung und den Flüchtlings-Aufnahmegemeinschaften, bis eine tragfähige politische Lösung dieses schrecklichen Konflikts gefunden werden kann.“
Mit der Mittelbereitstellung steigt die von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereitgestellte humanitäre Hilfe auf über 310 Mio. EUR; dies ist mehr als die Hälfte der internationalen humanitären Hilfe in dieser Krise.
Die Mittel werden über die humanitären Partnerorganisationen der Europäischen Kommission bereitgestellt, darunter die Organisationen der Vereinten Nationen, die Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sowie Nichtregierungsorganisationen.
Gewalt eskaliert
Die humanitäre Lage hat sich in den letzten Wochen dramatisch verschlechtert, nachdem die Gewalt eskaliert hat und sich die Feindseligkeiten auf das gesamte Land ausgebreitet haben. Rund 4 Millionen Menschen sind von der Gewalt betroffen. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen sind rund 1 200 000 Menschen in Syrien auf der Flucht. Mehr als 474 000 Menschen sind nach Jordanien, Libanon, Irak, in die Türkei oder nach Nordafrika geflohen. Jeder Tag der Gewalt lässt ihre Zahl steigen.
Zudem wächst die Sorge um die 87 000 irakischen und 500 000 palästinensischen Flüchtlinge in Syrien, deren Lage immer prekärer wird. Die Zahl der Opfer in dieser Bevölkerungsgruppe wächst.
Durch die Eskalation der Gewalt in Syrien wird die Arbeit der humanitären Helfer immer schwerer und gefährlicher. Die Angriffe auf humanitäre Helfer werden fortgesetzt. Bislang wurden sieben freiwillige Helfer der syrisch-arabischen Rothalbmondgesellschaft und acht VN-Mitarbeiter bei der Verrichtung ihrer humanitären Arbeit getötet, und Krankenwagen sowie VN-Fahrzeuge werden weiter angegriffen.
Bedarf an Soforthilfe
Der Bedarf an Soforthilfe, vor allem an medizinischer Versorgung, Nahrungsmittelhilfe, Unterkünften und Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Winter in Syrien wächst. Die Behandlung und Evakuierung Verwundeter stellt eine Priorität dar. Die Zivilisten, die vor den gewalttätigen Auseinandersetzungen fliehen, benötigen dringend Hilfe und Schutz. Neben dem Soforthilfebedarf leidet die Zivilbevölkerung unter Engpässen aller Art, einschließlich einer wachsenden Kraftstoffknappheit.
Alle Konfliktparteien müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten, wonach der Schutz der Zivilisten und der Zugang für die Helfer zu gewährleisten sind. Angriffe auf Zivilisten, einschließlich humanitärer Helfer, sind inhuman, illegal und müssen beendet werden. Die Kommission steht in täglichem Kontakt zu ihren humanitären Partnern und koordiniert ihre humanitären Maßnahmen mit den EU-Mitgliedstaaten und allen weiteren wichtigen Gebern.
Die Priorität besteht darin, den Vertriebenen in Syrien Hilfe zu leisten, aber auch die syrischen Flüchtlinge im Ausland angemessen zu unterstützen.


















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