Donnerstag 23. Oktober 2014, 05:45

Technologie, Forschung

EU-Spitzenunternehmen investieren trotz Krise in Innovationen

Angesichts der andauernden Wirtschafts- und Finanzkrise setzen die großen Unternehmen in der EU weiterhin auf Forschung und Entwicklung (FuE), um sich ihren Wettbewerbsvorteil zu sichern. Im Jahr 2011 haben sie ihre FuE-Investitionen um 8,9% erhöht (gegenüber 6,1 % im Jahr 2010).

EU-Spitzenunternehmen investieren trotz Krise in Innovationen
EU-Spitzenunternehmen investieren trotz Krise in Innovationen
Bild: David Fischer/PIXELIO/©www.pixelio.de
Der Anstieg entspricht ungefähr dem in US-Unternehmen (9 %), liegt über dem weltweiten Durchschnitt (7,6 %) und übertrifft bei Weitem die FuE-Investitionen der Unternehmen in Japan (1,7 %). Tendenziell war in FuE-intensiven Sektoren ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum zu verzeichnen. So die wichtigsten Ergebnisse des „EU-Anzeigers für FuE-Investitionen der Industrie“ 2012 der Europäischen Kommission, in dem die 1 500 weltweit größten FuE-Investoren erfasst sind. Zu den „Top 50“ gehören 15 EU-Unternehmen, 18 US-Unternehmen und 12 Unternehmen in Japan. Spitzenreiter ist der japanische Automobilhersteller Toyota. Volkswagen schneidet von den EU-Unternehmen am besten ab und belegt (mit Investitionen in Höhe von 7,2 Mrd. EUR) den dritten Platz. Kürzlich veröffentlichte Eurostat-Daten zeigen, dass die öffentlichen und privaten Forschungsausgaben in der EU zusammengenommen von 2,01 % des BIP im Jahr 2010 auf 2,03 % des BIP im Jahr 2011 angestiegen sind. Seinen Grund hatte dies in erster Linie in höheren Investitionen des privaten Sektors.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Wissen ist die Essenz der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, und die Erhöhung der FuE-Investitionen durch die EU-Unternehmen ist sozusagen eine Mobilmachung für unseren Kampf um Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Wir müssen jetzt die Anstrengungen des privaten Sektors durch höhere FuE-Investitionen auf nationaler und europäischer Ebene untermauern. Die EU-Staats- und Regierungschefs sollten ein deutliches Signal aussenden, indem sie „Horizont 2020“, unser künftiges Programm für Forschung und Innovation, mit einem ehrgeizigen Budget ausstatten.“

Größte FuE-Investoren der Welt

Der FuE-Anzeiger 2012 stützt sich auf eine Stichprobe von 1.500 Unternehmen, bei denen es sich um die größten FuE-Investoren in der Welt handelt und die fast 90 % der gesamten Unternehmensausgaben für FuE weltweit tätigen. Gemessen wird der Gesamtwert ihrer aus Eigenmitteln bestrittenen weltweiten FuE-Investitionen, unabhängig davon, an welchem Standort die einschlägigen FuE-Tätigkeiten stattfinden. Von den 1.500 Unternehmen haben 405 ihren Sitz in der EU, 503 in den USA, 296 in Japan und 296 im Rest der Welt, so in der Schweiz, in Südkorea, in China, in Indien und in 23 weiteren Ländern. Jedes der im Anzeiger erfassten Länder hat im Jahr 2011 35 Mio. EUR oder mehr in FuE investiert.

Einer neueren Studie zufolge ist die Europäische Union ein attraktiver FuE-Standort für Unternehmen aus Drittländern und sind ausländische FuE-Investitionen eine wichtige Quelle für Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in Europa. So haben US-amerikanische Unternehmen ihre FuE-Ausgaben in der EU von 12 Mrd. USD im Jahr 2000 auf 23 Mrd. USD im Jahr 2008 erhöht. US-Unternehmen wenden zehn Mal mehr für FuE in der Europäischen Union auf als für FuE in China und Indien zusammengenommen. In einer bei EU-Spitzenunternehmen durchgeführten neueren Umfrage wurde herausgestellt, welch starke positive Wirkung öffentliche FuE-Investitionen – unter anderem in Form von steuerlichen Anreizen, staatlichen Finanzhilfen, EU-Fördermitteln und öffentlich-privaten Partnerschaften.

Bild: David Fischer/PIXELIO/©www.pixelio.de


 




Kommentar hinzufügen

Kommentar hinzufügen




Das könnte Sie auch interessieren