EU-Projekt rettet Tausende von Mädchen vor Genitalverstümmelung
Ein gemeinsames Projekt von EU und UNICEF hat tausenden von Familien, Gemeinden und Ländern geholfen, ihre Einstellung zu ändern und die grausame traditionelle Praxis der Genitalverstümmelung in Afrika zu beenden.

Bild: UNICEF
Durch ein gemeinsames Projekt von EU und UNICEF konnten tausenden Mädchen und Frauen in Afrika, aber auch in Ägypten, Äthiopien, Senegal und dem Sudan vor dieser grausamen Verstümmelung bewahrt werden.
3,9 Millionen Euro an EU Fördergeldern flossen in den Jahren 2008-2012 in dieses Projekt und weiteres Geld wird nötig sein, um durch Aufklärung, Erziehung, Bruch mit alten Traditionen, der Verbesserung der kaum vorhandenen gesellschaftlichen Stellung von Frauen in immer noch so vielen Ländern der Erde, dieser Folter ein Ende zu machen.
Messbare Erfolge im Bruch mit grausamen Traditionen
Im Senegal, wo 28% der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren die Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen mussten, konnte ein erstaunlicher Erfolg verzeichnet werden. Innerhalb weniger Jahre haben über 5.300 Gemeinden diese Praxis aufgegeben und es ist zu erwarten, dass Senegal spätestens 2015 das erste Land der Welt sein wird, welches die totale Aufgabe bekannt geben kann.
In Ägypten, wo 91% der Frauen von der Praxis betroffen sind, konnte das Projekt ebenfalls Erfolge verzeichnen, insbesondere in der Gruppe der jüngeren Mädchen. Die Zahl der Familien, die mit Unterschrift Abstand von der Beschneidung nahmen stieg von 3.000 im Jahr 2007 auf 17.772 im Jahr 2011
Der Kommissar für Entwicklung, Andris Piebalgs, begrüßte die Resultate: "Ich halte es für absolut inakzeptabel, dass diese Praxis, die eine klare Verletzung von Menschenrechten darstellt, im 21. Jahrhundert noch immer vollzogen wird. Deswegen bin ich hocherfreut zu sehen, dass die EU einen Unterschied bewirken kann."
Klare Verletzung von Menschenrechten
Das schreckliche Ritual der Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die Mädchen – meist im Alter zwischen fünf und 11 Jahren – und Frauen werden ihrer grundlegenden Rechte auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit beraubt.
Allerdings ist weibliche Genitalverstümmelung eine Tradition, die nicht allein mit Verboten beendet werden kann. Sensible Aufklärung und Beratung ist von großer Bedeutung. Der Druck, sozialen Erwartungen zu entsprechen, kann enorm hoch sein. Eltern, die mit dieser Tradition brechen wollen, sind mit großen Schwierigkeiten konfrontiert.
Die weibliche Genitalverstümmelung ruft jedoch nicht nur in afrikanischen Ländern, sondern auch in Europa zum Handeln auf. Denn durch die weltweite Migration leben auch in Europa Frauen, deren Genitalien beschnitten wurden, und Mädchen, denen dieses grausame Ritual droht. Die Erfolge dieses EU / UNICEF Projektes sollten Motivation und ein klarer Auftrag für eine Fortführung sein.


















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