EU-Projekt forciert leichteren Zugang zu F&E-Förderungen für KMU
Forschung und Innovation sind die Triebfedern, die Firmen nach Krisenzeiten wieder an die Spitze katapultieren können. Die Forschungsaktivitäten in europäischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) voranzutreiben war Ziel des EU-Projekts MaPEer SME, in dem auch Vorschläge für einen verbesserten Zugang zu Fördermöglichkeiten erarbeitet wurden.

Bild: EU-Infothek
62.000 Euro für Datenerhebung in Österreich
Österreichischer Partner war die CATT Innovation Management GmbH, eine Tochter der OÖ Technologie- und Marketinggesellschaft. 62.000 Euro EU-Geld standen für die Projektabwicklung in der Alpenrepublik zur Verfügung. „Sechs Mitarbeiter waren im Befragungsteam, Sie haben die Daten erhoben und auch ausgewertet“, erklärt Projektmanager Raphael Spitzlburger-Platner im Gespräch mit EU-Infothek. Befragt wurden 30 heimische KMU. „Insgesamt wurden etwa 150 Firmen in Österreich mit einem Fragebogen angeschrieben. Als Response kamen schließlich 30 zurück, die in einem weiteren Schritt eingehend mündlich befragt wurden“, so Spitzlburger-Platner.
Mehr Tempo für mehr Planungssicherheit gewünscht
Und das würden die heimischen KMU ändern: „Größtes Thema ist die Vereinfachung der Antragstellung selbst“, so der CATT-Projektmanager, „Hier treffen aber Interessen aufeinander: Die Unternehmen wollen möglichst leicht an das Geld kommen, die Kommission will das Steuergeld aber verantwortungsvoll und effizient einsetzen.“ Darum habe man sich in der Befragung auch verstärkt auf begleitende Themen konzentriert, etwa die Beschleunigung der Förderzusagen. Derzeit könne es bis zu einem Jahr dauern, bis grünes Licht für eine F&E-Förderung kommt. „Die Firmen wünschen sich hier mehr Tempo für mehr Planungssicherheit.“
Auch die Berichtspflicht über die Verwendung der Gelder ist den Unternehmern laut Spitzlburger-Platner ein Dorn im Auge – nicht die Kontrolle selbst, sondern die Art der geforderten Informationen: „Statt rein finanzieller Berichterstattung soll es für die Befragten mehr Richtung inhaltliches Reporting gehen, etwa, dass entwickelte Prototypen auch mit Fotos und Videos dokumentiert werden können.“ Zudem herrsche weniger der Wunsch nach Direktförderungen als nach Garantien, um leichter an Bankkredite zu kommen. Dauerhaft offene Programme, in denen man laufend einreichen kann, würden den KMU ebenfalls entgegenkommen.
Österreich im internationalen Vergleich im Spitzenfeld
Beim genauen Blick auf die Förderwelten in den einzelnen Mitgliedsstaaten, den das MaPEer SME-Projekt allen Beteiligten ermöglicht hat, stellte Raphael Spitzlburger-Platner gravierende Unterschiede fest. „Länder wie Spanien und Griechenland, in denen sehr wenig nationale Mittel für Forschungsförderung zur Verfügung stehen, gehören zu den erfolgreichsten beim Abholen der EU-Forschungsförderungen.“ Aber auch Österreich liege im internationalen Vergleich im absoluten Spitzenfeld, was den KMU-freundlichen Zugang zu Förderungen betrifft. Einen großen Vorsprung sieht der Projektmanager bei Förderungen im Bereich der Ressourcen- und Energieeffizienz sowie Automatisierung und Mechatronik. Probleme gebe es vor allem im Softwarebereich. Hier muss die Entwicklung meist schneller abgeschlossen werden, als überhaupt mit einer Förderzusage gerechnet werden kann.
Die Ergebnisse aus allen 27 Mitgliedsstaaten sowie Bosnien-Herzegowina wurden zum einen bereits in einer Datenbank aufbereitet, die seit Oktober 2011 eine Übersicht der Finanzierungsquellen für Forschungs- und Entwicklungs- sowie Innovationsaktivitäten innerhalb Europas bietet. Zum anderen bilden die Auswertungen für den im Projekt gegründeten Expertenrat (European Experts‘ Panel on research by SME) – er besteht aus rund 130 Vertretern von KMU, KMU-Interessensverbänden und Trägerorganisationen von Förderprogrammen in Europa – die Basis für die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen an die Verantwortlichen.
Infos zum Projekt und die Datenbank sind im Internet unter http://mapeer-sme.eu/en zu finden.













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