Dienstag 21. November 2017, 18:34

Technologie, Forschung

EU-Kommission und CERN unterstützen Forschungsanlage in Jordanien

SESAME ist eine sogenannte Synchrotron-Lichtquelle, die im Grunde wie ein gigantisches Mikroskop funktioniert. Sie wird es den Forschern ermöglichen, fortgeschrittene Werkstoffe, biologische Prozesse und kulturgeschichtliche Artefakte zu untersuchen.

EU-Kommission und CERN unterstützen Forschungsanlage in Jordanien
EU-Kommission und CERN unterstützen Forschungsanlage in Jordanien
Bild: SESAME
SESAME ist ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt mit Standort in Jordanien, bei dem Wissenschaftler aus Ägypten, Bahrain, Iran, Israel, Jordanien, Pakistan, der Türkei und Zypern sowie palästinensische Wissenschaftler zusammenarbeiten. Bei dem Projekt werden nicht nur Wissenschaftsziele verfolgt, sondern es soll durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit auch der Frieden in der Region gefördert werden.

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Wir sind sehr erfreut, dass wir uns mit dem CERN zusammenschließen können, um eines der interessantesten wissenschaftlichen Projekte im Nahen Osten zu unterstützen. Die SESAME-Einrichtung ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil sie Forschern aus der Region eine Anlage nach dem Stand der Technik bietet, sondern auch, weil sie zeigt, welche großen Vorteile die Region aus der friedlichen Zusammenarbeit ziehen kann.”

Vorbildfunktion für junge Forschungseinrichtung

CERN-Direktor General Rolf Heuer: „SESAME ist eines der bedeutendsten Projekte weltweit. Ich bin für das CERN sehr glücklich, dass wir durch unsere Vorbildfunktion für diese junge Forschungseinrichtung einen wichtigen Beitrag zu ihrem Erfolg leisten können.”

Die Kommission wird einen Beitrag von 5 Mio. EUR leisten, der es dem CERN in Zusammenarbeit mit SESAME ermöglichen wird, Magneten für einen brandneuen Speicherring – das Herzstück der Anlage – zu liefern. Damit steht der Weg offen für einen Betriebsbeginn von SESAME im Jahr 2015.

Professor Khaled Toukan, Direktor von SESAME: „Der Bau von SESAME macht gute Fortschritte, und wir arbeiten jetzt auf einen möglichst baldigen Beginn des wissenschaftlichen Programms hin. Durch die höchst willkommene Hilfe des CERN und die großzügige Unterstützung der EU stehen die Aussichten dafür sehr gut.”
Die Europäische Kommission hat für das Projekt über das Europäische Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument bereits mehr als 3 Mio. EUR bereitgestellt und unterstützt die Netzwerk-, Rechner- und Datenverarbeitungssysteme von SESAME.

Unter der Schirmherrschaft der UNESCO

Der Bau von SESAME (Synchrotron-Lichtquelle für experimentelle Wissenschaften und Anwendungen im Nahen Osten) begann 2003. Wie das CERN wurde SESAME unter der Schirmherrschaft der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) errichtet. Zentrale Voraussetzung für den Beginn des SESAME-Projekts war die Schenkung von Komponenten der Berliner BESSY-Anlage.

Seither erweiterte sich der Kreis der vor Ort tätigen Wissenschaftler, die eng mit Partnereinrichtungen in der ganzen Welt zusammenarbeiten, beständig, und mehrere andere Laboratorien haben dazu beigetragen, dass SESAME Weltniveau erreichen konnte.
 

 




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