Dienstag 21. Mai 2013, 06:01

Binnenmarkt & Wettbewerb

EU-Kommission: Studie zu Angebot und Innovation in der Lebensmittelbranche

Die Europäische Kommission will in einer neuen Studie untersuchen lassen, welche Auswirkungen die jüngsten Entwicklungen im europäischen Einzelhandel für die Verbraucher haben. Auf Wunsch von Wirtschaftsbeteiligten wird die Kommission insbesondere prüfen, ob die verstärkte Marktkonzentration und die Verwendung von Eigenmarken (Händlermarken) sich möglicherweise nachteilig auf Angebot und Innovation in der europäischen Lebensmittelbranche ausgewirkt haben.

EU-Kommission: Studie zu Angebot und Innovation in der Lebensmittelbranche in Auftrag
EU-Kommission: Studie zu Angebot und Innovation in der Lebensmittelbranche in Auftrag
Bild: Renate Franke/PIXELIO/©www.pixelio.de
Die Kommission fordert jetzt im Zuge einer Ausschreibung interessierte Fachwissenschaftler auf, bis zum 14. Februar 2013 ihre Vorschläge einzureichen. Der endgültige Studienbericht soll Ende 2013 vorliegen. Die Kommission wird die Ergebnisse auswerten und eventuell Vorschläge zum Marktgeschehen auf den europäischen Lebensmittelmärkten vorlegen.

Europäischen Lebensmittelmärkte funktionieren nicht richtig

„Viele Marktteilnehmer beklagen, dass die europäischen Lebensmittelmärkte nicht richtig funktionieren; um diesen Vorbringen nachgehen zu können, brauchen wird allerdings zuverlässigen Daten“, so der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission Joaquín Almunia. „Deshalb wollen wir in einer eingehenden Studie der Frage nachgehen, ob den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern ein ausreichendes Angebot und innovative, bedarfsgerechte Produkte zur Verfügung stehen. Diese Studie soll uns helfen, die bestehenden Probleme so gut wie möglich zu beheben.“

In der Einzelhandelsbranche hat sich der Markt in den letzten Jahren weiter konzentriert. Gleichzeitig haben Einzelhändler eigene Marken eingeführt, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Aufgrund dieses Erfolgs haben sie gegenüber ihren Zulieferern mehr Verhandlungsmacht, was aber auch mit unfairen Handelspraktiken verbunden sein kann. Aus Angst, einen großen – und manchmal den einzigen – Abnehmer zu verlieren, könnten sich einzelne Zulieferer gezwungen sehen, ungünstige Geschäftskonditionen zu akzeptieren.
Das Europäische Parlament, Verbraucherverbände, nationale Wettbewerbsbehörden und Lebensmittelhersteller vertreten die Auffassung, dass dies Investitionen in die Lebensmittelversorgungskette gefährdet und die Angebotsvielfalt eingeschränkt wird.

Daten zu Produktangebot und Innovation

Da keine umfassenden aktuellen Daten zu Produktangebot und Innovation in der Lebensmittelbranche vorliegen, hat die Kommission beschlossen, eine eingehende Untersuchung in Auftrag zu geben. Gegenstand dieser Studie wird eine breite Palette von Produkten sein, die seit mehreren Jahren in mehreren Mitgliedstaaten angeboten werden. Im Rahmen dieser Studie soll eine Methode entwickelt werden, mit der quantifiziert werden kann, was die verschiedenen Akteure der Lebensmittelversorgungskette in den letzten Jahren in Bezug auf Auswahl und Innovation auf den Markt gebracht haben.

So soll hinsichtlich des Produktangebots die Produktvielfalt gemessen werden, d. h. erfasst werden, welche Produkte die Verbraucher tatsächlich in den Regalen ihrer Supermärkte vorfinden. Zur Bestimmung des Innovationsgrads in der Lebensmittelbranche soll unter anderem das Angebot an völlig neuen Produkten (z. B. Kaffeekapseln oder allergenfreie Produkte) und Produkten mit neuen Zutaten oder Eigenschaften, die eine neuartige Verwendung ermöglichen (z. B. Instantprodukte), gemessen werden. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob die in einigen Gebieten zu beobachtende starke Konzentration im Einzelhandel tatsächlich dazu geführt hat, dass den dort ansässigen Verbrauchern weniger Auswahl und weniger innovative Produkte zur Verfügung stehen.

 

Bild: Renate Franke/PIXELIO/©www.pixelio.de


 




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