EU-Jury empfiehlt Marseille und Košice für den mit 1,5 Mio. EUR dotierten Melina-Mercouri-Preis
Die europäische Jury, die die Vorbereitungsarbeiten der Europäischen Kulturhauptstädte 2013 – Marseille (Frankreich) und Košice (Slowakei) – überwacht, hat sich dafür ausgesprochen, beide Städte aufgrund ihrer guten Vorbereitungen mit dem Melina-Mercouri-Preis auszuzeichnen. Das Preisgeld beläuft sich auf 1,5 Mio. EUR je Stadt.

Bild: frankreich.org
Kulturprogramm mit starker europäischer Dimension
Wie die anderen Europäischen Kulturhauptstädte vor ihnen wurden Marseille und Košice von einer Überwachungs- und Beratungsjury bewertet. Diese stellt sicher, dass die Programme den einschlägigen Anforderungen entsprechen und die vor der offiziellen Ernennung gemachten Zusagen eingehalten werden.
Das Kulturprogramm muss eine starke europäische Dimension aufweisen, was sich zum einen in den gewählten Themen und zum anderen in der Einbeziehung von Kunst- und Kulturschaffenden aus verschiedenen Ländern widerspiegeln muss. Weiterhin müssen die Städte dafür sorgen, dass die Veranstaltungen für das Publikum attraktiv sind und von ihnen eine Langzeitwirkung auf die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt ausgeht.
Die zweite und abschließende Monitoring-Sitzung für die Europäischen Kulturhauptstädte 2013 fand Ende April in Brüssel statt. Die Jury lobt die Vorbereitungsarbeiten der beiden Städte und schlägt der Kommission vor, beide mit dem Melina-Mercouri-Preis auszuzeichnen. Der Preis ist nach der ehemaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri benannt, die die Initiative „Europäische Kulturhauptstadt“ im Jahr 1985 angeregt hatte.
Imageverbesserung
Die Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt ist für die Städte eine ausgezeichnete Gelegenheit, ihr Image zu verbessern, sich auf globaler Ebene mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, mehr Touristen anzuziehen und ihre kulturelle Weiterentwicklung im Interesse ihrer Einwohner neu zu bewerten. Der Titel wirkt sich langfristig aus, nicht nur kulturell, sondern auch sozial und wirtschaftlich, und zwar sowohl für die Stadt als auch für das Umland.
Nach Marseille und Košice im Jahr 2013 sind die nächsten Europäischen Kulturhauptstädte Umeå (Schweden) und Riga (Lettland) im Jahr 2014, Mons (Belgien) und Pilsen/Plzeň (Tschechische Republik) 2015 und Donostia-San Sebastián (Spanien) und Breslau/Wrocław (Polen) 2016.
Europäische Überwachungs- und Bewertungsjury
Die Jury setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, die von den Europäischen Institutionen benannt wurden:
• Von der Europäischen Kommission benannt: Manfred Gaulhofer (Österreich), geschäftsführender Direktor von „Graz – Kulturhauptstadt 2003“ und Leiter zahlreicher europäischer Projekte; Sir Jeremy Isaacs (Vereinigtes Königreich), Fernsehproduzent und ehemaliger Direktor des Royal Opera House, Covent Garden.
• Vom Rat benannt: Erna Hennicot-Schoepges (Luxemburg), ehemalige Kulturministerin, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments und der Versammlung des Europarats, derzeit Vorsitzende verschiedener nationaler und internationaler Kultureinrichtungen; Constantin Chiriac (Rumänien), Vize-Präsident von „Sibiu 2007“ und Direktor des Nationaltheaters Radu Stanca.
• Vom Europäischen Parlament benannt: Steve Green (Vereinigtes Königreich), Forscher im Bereich Kulturpolitik; Jordi Pardo (Spanien), verantwortlich für internationale Kulturprojekte.
• Vom Ausschuss der Regionen benannt: Elisabeth Vitouch (Österreich), Mitglied des Fachausschusses für Kultur und Bildung des Ausschusses der Regionen und österreichische Kommunalpolitikerin.


















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