Freitag 24. Mai 2013, 11:24

Europapolitik

EU-Initiative „Kinder des Friedens"

Die Europäische Union wird das mit der Verleihung des Friedensnobelpreises verbundene Preisgeld nutzen, um vier Projekte im Rahmen der EU-Initiative „Kinder des Friedens“ zu finanzieren. Die Einzelheiten gab der Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, heute bekannt.

EU-Initiative „Kinder des Friedens"
EU-Initiative „Kinder des Friedens"
Bild: Caritas international/flickr.com
Die Entscheidung, das Preisgeld zugunsten von Konflikten betroffener Kinder einzusetzen, wurde einvernehmlich von dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jose Manuel Barroso, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz und dem Präsidenten des Europäischen Rates Herman Van Rompuy getroffen.

Präsident Barroso erklärte: „Es war uns klar, dass das mit dem Friedensnobelpreis verbundene Preisgeld den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft zugutekommen sollte, die auch häufig am meisten unter Konflikten und Kriegen leiden: den Kindern dieser Welt. Wir wollen, dass alle Kinder in den Genuss eines dauerhaften Schutzes ihrer Rechte kommen. Jedes Kind in der Welt, ob Junge oder Mädchen, sollte die Gelegenheit haben, seine Talente zu entwickeln. Indem wir die Bildung fördern, tragen wir dazu bei, dass aus Frieden dauerhafter Frieden wird. Wir wollen, dass die „Kinder des Krieges“ zu „Kindern des Friedens“ werden.

Präsident Van Rompuy: „In Konfliktsituationen sind Kinder häufig am stärksten gefährdet. Daher ist es nur richtig, dass dieses Preisgeld den jungen Opfern bewaffneter Konflikte zugutekommt. Ich freue mich, dass diese Initiative über das erste Jahr hinaus fortgesetzt wird, und hoffe, dass die Projekte „Kinder des Friedens“ zu einem Symbol werden für das Engagement der Europäischen Union zugunsten von Menschen in Not in aller Welt.“

Präsident Schulz: „Kinder sind die ersten Opfer eines Konflikts. Sie sind unsere Zukunft und es ist ihre persönliche Zukunft, die auf dem Spiel steht. Jeder Beitrag, den wir dazu leisten können, ihnen bei der Überwindung des im Konfliktfall erlitten Traumas und Leids zu helfen, ist willkommen."

Mehr als 23.000 von Konflikten betroffene Kinder

Für die Projekte werden insgesamt 2 Mio. EUR (einschließlich zusätzlicher EU-Mittel) bereitgestellt. Die Projekte sollen mehr als 23.000 von Konflikten betroffenen Kindern in aller Welt Zugang zu Grundbildung und zu kinderfreundlichen Orten verschaffen, darunter
• rund 4000 syrischen Flüchtlingskindern in Lagern an der Grenze zwischen Irak und Syrien,
• mehr als 5000 kolumbianischen Kindern, die größtenteils als Flüchtlinge in Ecuador leben,
• 11 000 vertriebenen kongolesischen Kindern im Osten der Demokratischen Republik Kongo und Flüchtlingen in Äthiopien sowie
• 3000 pakistanischen Kindern im nördlichen, von Konflikten betroffenen Teil des Landes.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF wird das Projekt in Pakistan durchführen, Save the Children und der Norwegische Flüchtlingsrat werden Kinder in der Demokratischen Republik Kongo und in Äthiopien betreuen, der UNHCR wird Hilfe in Kolumbien und Ecuador leisten und die französische Organisation ACTED wird syrische Kinder im Flüchtlingslager Domuz im nördlichen Irak unterstützen. Diese Organisationen zählen alle zu den angesehensten Partnern der Europäischen Kommission im Bereich der humanitären Hilfe.

Die Projekte, die im Rahmen der Initiative „Kinder des Friedens“ unterstützt werden, fallen in die Zuständigkeit der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva. Heute erklärte sie: „Im Konfliktfall bietet die humanitäre Hilfe Kindern häufig die einzige Möglichkeit, ihre Bildung fortzusetzen, was nicht nur ihre Zukunftsperspektiven verbessert, sondern sie auch vor Missbrauch und Ausnutzung schützen kann. Dieses wichtige Anliegen ist es wert, durch einen Beitrag im Zusammenhang mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU unterstützt zu werden. Ob an den Grenzen Syriens und Kolumbiens, in Pakistan, Äthiopien oder im Kongo, wir werden Kindern, die sonst Teil einer verlorenen Generation geworden wären, entscheidend helfen, indem wir ihnen Chancen für eine bessere Kindheit, ein besseres Leben und eine bessere Zukunft bieten.“

Bei der EU-Initiative „Kinder des Friedens“ handelt es sich nicht um eine einmalige Aktion: Im kommenden Jahr werden weitere Mittel bereitgestellt werden, um neue Projekte zur Unterstützung von Kindern in Konfliktgebieten zu finanzieren.


 




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