EU hat Potenzial als Friedensstifter
Die EU gilt als militärisches Leichtgewicht. Wie sie trotzdem erfolgreich als Friedensstifter auftreten kann, diskutierten EU-Abgeordnete am Mittwoch mit Experten wie dem früheren finnischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari.

Bild: EC
Denken Sie, dass die Einbeziehung regionaler Akteure wie der EU Friedensprozesse voranbringen könnte?
Die EU kann dazu mehr als jede andere regionale Organisation beitragen. Die EU ist ein Friedensprojekt, darauf haben sowohl Parlamentspräsident Martin Schulz als auch ich auf dieser Konferenz hingewiesen. Wir haben unglaubliche Erkenntnisse aus dem europäischen Integrationsprozess gewonnen, die es uns ermöglichen, Libanesen, Ägyptern, Tunesiern und Anderen zu helfen. Unsere Gesellschaften haben schließlich ähnliche Veränderungsprozesse durchgemacht.
Wie könnte die EU den Vermittlungsprozess in Krisengebieten noch effektiver gestalten?
Zu allererst müssen wir unsere eigenen Kapazitäten festigen. Um so schnell zu agieren, wie im indonesischem Aceh-Konflikt, braucht man das richtige Handwerkszeug, ausreichende Finanzierung und Menschen mit der richtigen Expertise. Ich singe so ein Loblied auf die EU, weil ich dort [Aceh] gesehen habe, was sie erreichen kann. Ich hätte mir keine bessere Kooperation zwischen der EU und den ASEAN-Staaten wünschen können. Darauf können wir aufbauen!
Denken Sie, dass auch Nichtregierungsorganisationen zur Friedensvermittlung beitragen können?
Ja, ich glaube schon. Viele Regierungen möchten eine Internationalisierung von internen Konflikten vermeiden. Das hat uns jedenfalls die indonesische Regierung 2004 erklärt. Sie arbeiten lieber mit einer fähigen und bekannten Organisation, die gezeigt hat, was sie kann.
Wir müssen die wichtigsten Nichtregierungsorganisationen stärken, damit sie uns bei der Friedensstiftung unterstützen können. Hier kann auch die EU ihren Beitrag leisten.


















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